Freitag 16.Oktober 2026

Schweighofen: 3.000 junge Lachse in Lauter eingesetzt – Erst Flusskinder, dann Meerwanderer

16. Oktober 2026 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Regional

Dominik Böhmann (BASF SE) und Hannes Kopf (Präsident SGD Süd) entlassen die Junglachse in die Lauter.
Foto: @SGD Süd

Schweighofen – Noch sind sie winzig, doch später wartet auf sie eine Reise bis ins Meer: Rund 3.000 Lachsbrütlinge haben der Landesfischereiverband Pfalz, die BASF und die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd am Donnerstag (15. Oktober 2026) bei Schweighofen in die Lauter eingesetzt. Sie sollen helfen, den Atlantischen Lachs wieder dauerhaft im Fluss anzusiedeln.

Die Lauter entspringt im Pfälzerwald, wo sie noch Wieslauter heißt. Von Wissembourg aus fließt sie als Lauter nach Osten Richtung Rhein. Dabei bildet sie über weite Strecken die deutsch-französische Grenze, auch südlich von Schweighofen.

Manche Rückkehrer haben bereits für Nachwuchs gesorgt

Der Besatz bei Schweighofen ist Teil eines Programms, das viel Geduld verlangt. Seit 2004 setzen der Landesfischereiverband Pfalz und die SGD Süd regelmäßig junge Lachse in den Fluss ein. Insgesamt sind es jährlich rund 50.000 Tiere.

Und es gibt bereits Nachwuchs, der ohne menschliche Hilfe geschlüpft ist: Im Herbst 2009 entdeckten Fachleute unterhalb der Wehranlage Scheibenhardt erstmals Junglachse aus natürlicher Fortpflanzung. Offenbar waren schon im Herbst zuvor erwachsene Lachse aus dem Meer zurückgekehrt und hatten dort abgelaicht.

Bis 2024 wurden immer wieder große Laichgruben gefunden, unter anderem an der Salmbacher Passage und an der Remy-Brücke in Schweighofen. Die Rückkehr in die alten Laichgewässer gelingt also bereits.

Wehre versperrten den Weg

Früher war der Atlantische Lachs ein bedeutender Wirtschaftsfisch im Rhein und seinen Nebenflüssen. Doch verschmutztes Wasser und Hindernisse wie Wehre ließen die Bestände einbrechen oder ganz verschwinden. Heute ist der Lachs ganzjährig geschützt.

Damit die Wanderfische wieder zwischen Meer und Laichplätzen pendeln können, wurden mehrere Hindernisse passierbar gemacht. An der Berizzi-Mühle in Berg entstand 2002 ein Fischweg. Fischpässe an der Bienwaldmühle und am Wehr der Mühle Scheibenhard in Scheibenhardt folgten 2011 und 2012.

Seit 2007 zählt die Wieslauter zu den Vorranggewässern für die Wiederansiedlung des Lachses in Rheinland-Pfalz. Ende 2008 wurde sie in das Landesprogramm „Lachs 2020“ aufgenommen.

Erst Flusskinder und dann Meerwanderer

Für die frisch eingesetzten Lachse bleibt der Fluss zunächst die Kinderstube. Ein bis drei Jahre verbringen die Jungtiere im Süßwasser. Mit etwa zehn bis 15 Zentimetern Länge ziehen sie dann als sogenannte Smolts flussabwärts ins Meer.

Dort wachsen sie weiter, bevor sie nach ein bis drei Jahren zur Fortpflanzung in ihre Herkunftsgewässer zurückkehren. Dafür brauchen sie sauberes, kühles und sauerstoffreiches Wasser, freie Wanderwege und lockeren Kies für ihre Eier. Junge Lachse auszusetzen ist deshalb nur ein Teil der Arbeit. Der Fluss muss ihnen auch das passende Zuhause bieten.

Vertreter der SGD Süd, der BASF SE und des Landesfischereiverbands.
Foto: @SGD Süd

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