
Die Rheinniederung machte in früheren Jahrhunderten den Eindruck einer unberührten Naturlandschaft.
Quelle: Bachstelz-Verlag
„Der Rhein! Der Rhein! Wir sind am Ziel! Hurra!“ Mit diesem Ausruf der Freude endete 1984 das erste Kinderbuch von Helmut Seebach.
Er schickte im zweiten Jahr seiner Bachstelz-Verlagsgeschichte Dickschwart, der Dachs, Schlaubart, der Fuchs, Butzelbeiss, das Eichhörnchen und Krächz, der Rabe, auf eine „Abenteuerliche Floßfahrt der Tiere durch das Pfälzer Land“. Nach vielen Abenteuern und Begegnungen waren sie endlich an ihrem ersehnten Ziel angekommen: Der Rhein!
2021 ist der aus Annweiler-Queichhambach stammende Volkskundler nach 37 Jahren intensiver Schreib- und Forschungsarbeit ebenfalls an seinem erhofften Ziel angekommen: dem vorläufigen Abschluss der wissenschaftlichen Buchreihe „Altes Handwerk und Gewerbe in der Pfalz“ mit dem fünften Band unter dem Titel: Rhein. Untertitel: Beitrag zur Kulturgeschichte eines Naturraumes.
Darin behandelt der Verfasser die alten Berufe und Gewerbe der Fischer, Goldwäscher, Schiffbauer, Halfleute und Treidler, Flößer und Schmuggler. Zuvor standen die anderen, die Pfalz prägenden Hauptlandschaften mit ihren typischen Tätigkeitsbereichen im Mittelpunkt seiner Betrachtungen: Wald, Wein, Wandergewerbe und nun das Wasser …
Seebachs neuestes Buch rückt den Rhein und seine Ufer in den Mittelpunkt der Betrachtung. Der Fluss ist und war ein Naturraum eigener Prägung, dem die hier lebenden Menschen seit Beginn ihrer Besiedlung ausgeliefert waren.
Er hat seine Doppelgesichtigkeit bis heute bewahrt: er ist Grenze und zugleich Brücke, ein lebensbedrohendes und zugleich lebensspendendes Element. Die Menschen erdulden die kulturell-technologische Transformation des angestammten Naturraumes zu einem industriell genutzten Kanal und Wasserstraße. An ihren überlieferten Geschichten lässt sich die allgemeine Entwicklungsgeschichte ablesen.
Überraschend kommen noch archaische Vorstellungen und Mythen rund um den Rhein vor allem in alten Sagen zum Aufscheinen, wie denen von Riesen, vom Wassergott und den Erdmännlein.
Die ersten Studien für diesen Band reichen 40 Jahre zurück und gründen in der eindrucksvollen Begegnung mit dem letzten Speyerer Rheinfischer Karl Richter (1916-1985), dem dieser Band gewidmet ist.
Lesezeichen:
Helmut Seebach. Rhein. Fischer, Goldwäscher, Schiffbauer, Treidler, Flößer, Schmuggler. Beitrag zur Kulturgeschichte eines Naturraumes. ISBN: 978-3-924115-45-6, 270 Seiten, 99 Bilder und Karten, Preis: 30,- Euro. Bachstelz-Verlag 2021.
Die Rheinniederung machte in früheren Jahrhunderten den Eindruck einer unberührten
Naturlandschaft, trotz der vereinzelten Hegeeinteilung der Altwasser,
der Sauberhaltung der Fischgründe, der von Goldwäschern aufgeworfenen
Sand- und Kieshaufen am Ufer des Stromes, der wenigen Vogelfänger- und Salmenhütten,
die das Eindringen des Menschen in diese Urlandschadt verrieten.

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