Freitag, 30. September 2022

Naturwaldpfad Bienwald und Viehstrich-Lehrpfad eröffnet

22. September 2022 | Kategorie: Freizeit & Hobby, Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Ratgeber, Regional, Reise

Astrid Behrens (Leiterin Forstamt Bienwald), Johannes Becker (Forstamt), Dietmar Seefeldt (Landrat Südliche Weinstraße), Dr. Fritz Brechtel (Landrat Germersheim), Uwe Meissner (Projektverantwortlicher, Kreisverwaltung Germersheim).
Foto: KV Germersheim, GER, d‘Aguiar

GER/SÜW –  Im Rahmen des Naturschutzgroßprojekts ist im östlichen Bienwald der „Naturwaldpfad Bienwald“ entstanden, im westlichen Bereich der „Viehstrich-Lehrpfad“.

Offiziell eröffnet wurden die Pfade nun von Landrat Dr. Fritz Brechtel (GER) und Landrat Dietmar Seefeldt (SÜW). Beide Landräte danken dem Forst für die gute Kooperation und Unterstützung und wiesen auf die Schönheit der Landschaft hin. 

Der Naturwaldpfad Bienwald

Auf dem Naturwaldpfad erhalten Besucher einen Eindruck der 1860 Hektar großen Naturwaldfläche und interessante Informationen über ihre artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. Die Fläche wurde aus der forstlichen Nutzung herausgenommen, damit sie sich langfristig zur Wildnis von morgen entwickelt. In diesem Bereich des Bienwalds laufen nun die natürlichen Kreisläufe vom Entstehen bis zum Vergehen ohne menschliches Eingreifen ab.

„Der Fußweg zwischen `Weißem Kreuz´ und Büchelberg ist mit seinen 14 Stationen ein Erlebnis- und Naturlehrpfad, der uns auf unterschiedlichen Ebenen anspricht“, so Landrat Brechtel. Dazu gehören sinnliche Naturerlebnisse, Übungen zum Waldbaden oder das Bestaunen von Baumwuchsformen und die Assoziation mit bekannten Kunstwerken in der Akademie des Waldes.

Da erinnert ein Baum an die Skulptur „Der Kuss“ von Constantin Brancusi, an anderer Stelle hat die Natur eine ein künstlerisches Pendant zu Piet Mondrians „Grauer Baum“ entstehen lassen.

Neben vielen Informationen über diesen besonderen Waldlebensraum werden neue Möglichkeiten angeboten, sich dem Wald und der Natur einmal anders zu nähern. Grundlage für dieses besondere Konzept ist eine abwechslungsreiche Mischung aus einem Informations-, Wahrnehmungs- und Erlebnisangebot.

An der Station Habitateiche dürfen es sich Wanderer auf dem Waldsofa bequem machen und die imposante Krone einer starken Eiche beobachten, im Moos-Reich leuchten verschiedene filigrane Moose im zahlreichen Grüntönen, Tiersilhouetten verstecken sich entlang des Weges zwischen Stämmen und Ästen.

Das Konzept solle die Menschen ansprechen, die Ästhetik des Waldes betonen und gleichzeitig Wissen vermitteln, beschreibt Projektleiter Uwe Meißner die Ausgestaltung des Pfads.

Der Naturwaldpfad Bienwald hat eine Länge von 7 Kilometern (einfache Strecke) und verläuft zwischen Büchelberg und dem „Weißen Kreuz“.

Viehstrich-Lehrpfad

Der Pfad im westlichen Bienwald, der Viehstrich-Lehrpfad, informiert die Besucher vor allem über wald- und offenlandökologische Themen. Insbesondere die Darstellung der Maßnahmen des Naturschutzgroßprojekts und deren ökologische und naturschutzfachliche Einordnung stehen hier im Fokus.

„Es ist wichtig, dass wir den Menschen der Region und den Besuchern des Bienwaldes verständlich machen, was das Naturschutzgroßprojekt für den Wald erreicht hat und was durch die Maßnahmen vielleicht auch erst in der Zukunft an Bedeutung gewinnt. Der Viehstrich-Lehrpfad trägt dazu entscheidend bei und bietet zudem ein besonderes Walderlebnis an Orten, die wir – auch in ihrer Bedeutung – ansonsten vielleicht gar nicht wahrnehmen würden“, sagt Landrat Seefeldt.

Die Route verläuft in den Gemarkungen Schweighofen und Kapsweyer auf einer Länge von ca. 8,2 Kilometern, die sich auf zwei „Schleifen“ aufteilt.

Die südlich gelegene Schleife ist die „Waldschleife“, die nördliche, kleinere, die „Offenlandschleife“. Die Route führt Besucher durch verschiedene Waldbilder vorbei an lichten Trockenwaldstrukturen und Naturwaldflächen und entlang des vielfältigen Übergangsbereichs zwischen Waldrand und Offenland.

Meißner: „Zwölf Informationstafeln entlang der Route informieren allgemein verständlich, schaffen einen regionalen Bezug und verweisen auch auf kulturhistorische Nutzungsweisen. Die Maßnahmen und deren Bedeutung des Naturschutzgroßprojekts sind zudem ein Schwerpunkt auf diesem Pfad.“

Am Startpunkt geht es um die Einordnung des Waldes als Ökosystem und der Waldentstehung in Europa. In der Waldschleife werden die Themen Totholz und Biotopbäume, Beweidung im Wald, Binnendüne, und der Übergang zwischen Wald und Offenland sowie die halbwilde Weidehaltung behandelt.

Entscheidet man sich für die Offenlandschleife, erfahren Interessierte viel Wissenswertes zu den Themen Flurbereinigung, über Hecken und Feldgehölze und über Besonderheiten zu Magerwiesen und über das Schilfröhricht.

Die beiden Pfade seien gleichermaßen für junge und auch schon naturerfahrenere Besucher konzipiert, so Brechtel und Seefeldt. Bei der Ausgestaltung und Realisierung habe man ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass alles im Einklang mit der Natur und mit den jeweiligen Standorten geschehe .

„Wir hoffen, dass die Besucher den Bienwald an vielen Stationen neu entdecken und vielleicht auch unter ganz neuen Gesichtspunkten betrachten“, so die Landräte.

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