Dienstag, 25. Februar 2020

Müllheizkraftwerk Pirmasens beeindruckt Landauer EWL-Verwaltungsrat

25. Januar 2020 | noch keine Kommentare | Kategorie: Landau, Sonstiges

Der Landauer EWL-Verwaltungsrat informierte sich vor Ort und war vom Müllheizkraftwerk Pirmasens sehr beeindruckt.
Foto: Rolf H.Epple

Pirmasens. Was passiert mit unserem Abfall der in Landau gesammelt wird? Ab in die Restmülltonne – und dann? Das wollte der Verwaltungsrat des Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL) genauer wissen und reiste deshalb nach Pirmasens.

Dabei vollzogen die Mitglieder des Gremiums den Weg des Landauer Restabfalls nach, der zum Verbrennen in das rund 45 Kilometer entfernte Müllheizkraftwerk (MHKW) der westpfälzischen Stadt Pirmasens gebracht wird.

Bürgermeister Dr. Maximilian Ingenthron als Vorsitzender des EWL-Verwaltungsrates erklärte: „Wir werden in der neuen Amtsperiode des Verwaltungsrates wichtige Entscheidungen zu Fragen der Entsorgung treffen müssen. Die Stadt Landau ist Mitglied im kommunalen „Zweckverband Abfallbeseitigung Südwestpfalz“ (ZAS) und damit Eigentümer des MHKW.

Betreiber der Anlage ist derzeit das Unternehmen Energy from Waste Saarbrücken GmbH (EEW). Mit Ablauf des Jahres 2023 endet der Betreibervertrag mit der EEW und es ist zu entscheiden, wie es danach mit der Anlage weitergeht.

Betriebsleiter Michael Höling erläutert die Abläufe.
Foto: Rolf H. Epple

Soll das MHKW z.B. durch eine eigene Betriebsgesellschaft fortgeführt oder verkauft werden? Das sind zwei der vielen Möglichkeiten, die derzeit intensiv geprüft werden. Dafür sind die Einblicke in die Praxis enorm wichtig und erleichtern den Verwaltungsratsmitgliedern, ihre Entscheidungen fundiert zu treffen“.

Vor Ort erfuhren die Verwaltungsratsmitglieder, dass jährlich fast 7.000 Tonnen Abfälle aus Landau im Schlund des riesigen Verbrennungsofens des Müllheizkraftwerks verschwinden. Das sind unter anderen der Inhalt der grauen Tonnen, aber auch sperrige Abfälle, die nicht anderweitig verwertet werden können sowie gewerbliche Abfälle.

Entsprechende Erläuterungen gab es in Wort und Bild.
Foto: Rolf H. Epple

Rund 180.000 Tonnen können in der Anlage jährlich verbrannt werden, davon stammt etwa ein Drittel aus den Gebietskörperschaften des ZAS. Die Mitglieder des „Zweckverband Abfallbeseitigung Südwestpfalz“ (ZAS) sind die Städte Landau, Pirmasens und Zweibrücken, sowie die Landkreise Germersheim, Südliche Weinstraße und Südwestpfalz.

Was verbrannt wird, ist unwiederbringlich den Ressourcenkreisläufen entzogen. Aber immerhin werden daraus energetisch sinnvoll jährlich 26.000 Megawattstunden Fernwärme sowie 113.000 Megawattstunden Strom erzeugt. Das entspricht einem Elektrizitätsbedarf von etwa 32.000 Haushalten in der Region.

Die Mitglieder des EWL-Verwaltungsrates zeigten sich beeindruckt von der Einrichtung und der Technik, die bei der Müllverbrennung eingesetzt wird. Umweltgerecht handeln ist ein großes Thema beim Betreiber der Einrichtung.

So erklärte Betriebsleiter Michael Höling unter anderem den Besuchern anschaulich, wie die aufwendige Rauchgasreinigung funktioniert. Dabei entsteht unter anderem Natrium-Chlorid, besser bekannt als Kochsalz. Leider funktioniert die stoffliche Verwertung des Salzes nicht, weshalb eine Verbringung in alte Bergwerke notwendig ist. (rhe)

Foto: Rolf H. Epple

 

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