
Mittelalterlicher Zeitzeuge im Dornröschenschlaf: Der ehemalige Bischofspalast in der Landauer Martin-Luther-Straße.
Quelle: Stadt Landau
Landau. Rund 750 Jahre Stadtgeschichte: Die Stadt Landau kann auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken, die bis ins Mittelalter reicht.
Lässt der Stadtbrand im Jahr 1689 zunächst vermuten, dass ein Großteil der mittelalterlichen Bausubstanz in der Innenstadt zerstört wurde, so gibt es doch noch einige Zeitzeugen, die spannende Einblicke in Landaus Geschichte gewähren können.
Einer davon ist der unscheinbare Bau in der Martin-Luther-Straße 13, der nach der Verpfändung Landaus im Jahr 1324 eigens für den Speyerer Bischof, der zur damaligen Zeit über die Stadt herrschte, errichtet wurde.

Von außen unscheinbar: Im Inneren kommen unter anderem historische Palastfenster zum Vorschein.
Quelle: Stadt Landau
Anlässlich des landesweiten Denkmaltags, der in diesem Jahr unter dem Motto Mittelalter steht und Corona-bedingt nicht mit einem Tag des offenen Denkmals begangen werden kann, wird der ehemalige Bischofspalast jetzt in einer Publikation der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) vorgestellt.
„Das ist das Spannende an der Landauer Altstadt: Hinter so mancher Fassade der 1960er Jahre steckt ein Gebäude aus dem Barock, der Renaissance oder gar aus dem Mittelalter“, weiß Stadtdenkmalpfleger Jörg Seitz.
„Unter Wurmputz und Gipskarton verborgen, hat das leerstehende Gebäude, das zwischenzeitlich unter anderem Sitz des Amtsgerichts, Hotel und Flüchtlingsunterkunft war, jede Menge zu erzählen“, so Seitz.
Neben spätgotischen Fenstern und Sandsteinportalen, die bereits jetzt im Inneren zu sehen seien, könnten im Zuge einer Restauration des Gebäudes, in dem zuletzt die Besucher von Sams Bierakademie ein und aus gingen, noch weitere historische Reste des Palasts freigelegt werden.

Lange unter Gipskarton verborgen: Ein spätgotisches Sandsteinportal im ehemaligen Bischofspalast.
Quelle: Stadt Landau
Auch OB Thomas Hirsch freut sich über die interessanten Einblicke in Landaus Geschichte. „Die Spuren, die das Mittelalter in unserer Stadt hinterlassen hat, sind bis heute sichtbar: Vom Haus zum Maulbeerbaum über die faszinierenden Wandmalereien, die in der Stiftskirche wiederhergestellt werden sollen, bis hin zu unseren Wurzeln als Stadt, als Emich IV. von Leiningen Landau gründete und Rudolf von Habsburg wenig später die Stadtrechte verlieh“, so der Stadtchef.
Gerade vor dem Hintergrund des anstehenden 750. Stadtgeburtstags im Jahr 2024 sei es überaus spannend, in die Geschichte Landaus einzutauchen, Vergessenes ins Bewusstsein zu rufen und Neues über vermeintlich unscheinbare Gebäude mit bedeutender Historie zu erfahren, so der Stadtchef.
Der Artikel von Stadtdenkmalpfleger Jörg Seitz mit detaillierten Informationen zur Geschichte des ehemaligen Bischofspalasts ist in der Publikation „Vielfalt des Mittelalters“ zum rheinland-pfälzischen Denkmaltag 2020 der GDKE zu lesen. Digital findet sich die Broschüre unter www.landau.de/denkmaltag.
Ebenfalls mit dabei beim landesweiten Denkmaltag ist die Genossenschaft Haus zum Maulbeerbaum, die gemeinsam mit dem Offenen Kanal Weinstraße eine Reportage über die Entstehung der Genossenschaft und die fortschreitenden Arbeiten am mittelalterlichen Gebäude in der Oberen Marktstraße gedreht hat.
Die halbstündige Dokumentation ist auf dem Youtube-Kanal des Offenen Kanals Weinstraße unter www.youtube.com/watch?v=T2rAFT4YoD4 zu sehen. Im Programm des Offenen Kanals Landau wird der Film am Sonntag, 13. September, um 19:35 Uhr ausgestrahlt.

Ebenfalls mit dabei beim landesweiten Denkmaltag: Die Genossenschaft Haus zum Maulbeerbaum mit einer Reportage über die fortschreitenden Arbeiten am mittelalterlichen Gebäude in der Oberen Marktstraße.
Quelle: Stadt Landau

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