Freitag 23.Oktober 2026

Nördliche Vorstadt Neustadt: Vorschläge für besseren Fußverkehr vorgestellt

23. Oktober 2026 | Kategorie: Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer

Foto: Stadtverwaltung Neustadt

Neustadt. Wie lässt sich der Fußverkehr in der nördlichen Vorstadt sicherer, barrierefreier und attraktiver gestalten? Mit dieser Frage beschäftigten sich Bürger, Verwaltung, Politik und weitere Akteure im Rahmen des Fußverkehrs-Checks Rheinland-Pfalz 2026.

Beim Abschlussworkshop im Ratssaal wurden nun die Ergebnisse des bisherigen Prozesses und die vom beauftragten Fachbüro erarbeiteten vorläufigen Maßnahmenempfehlungen vorgestellt und diskutiert.

Grundlage waren unter anderem gemeinsame Begehungen im September, an denen rund 20 Personen aus Politik, Verwaltung, Bürgerschaft, Gewerbe, Kindertagesstätten und Schule teil-nahmen. Ihre Erfahrungen und Hinweise flossen in die fachliche Betrachtung der örtlichen Situation ein.

„Der Fußverkehrs-Check hat gezeigt, wie wichtig der Austausch mit den Menschen vor Ort ist. Ihre Erfahrungen und Hinweise sind eine wichtige Grundlage für die weitere Planung“, betont Bau- und Verkehrsdezernent Bernhard Adams.

Die Teilnehmer der Begehungen konnten mit Hilfe eines Rollstuhls und die Sicht einschränkende Brillen am eigenen Leib ausprobieren, wie wichtig barrierefreie Infrastrukturen für eine selbständige Mobilität für Menschen mit körperlichen Einschränkungen ist.

Sicherheit und Barrierefreiheit verbessern

Ein Schwerpunkt der vorgestellten Empfehlungen ist die Schaffung durchgängiger und sicherer Fußwegeverbindungen. So weist die Sauterstraße als wichtige Verbindung zum Schwimmbad, zum Sportgelände und zu sozialen Einrichtungen Lücken im Fußwegenetz sowie Verbesserungsbedarf bei bestehenden Gehwegen auf. Vorgeschlagen wurden unter anderem bauliche Anpassungen, sichere Querungsstellen und die Prüfung möglicher Lösungen zur Neuaufteilung des Verkehrsraums.

Auch die Barrierefreiheit soll stärker berücksichtigt werden. Dazu zählen beispielsweise abgesenkte Bordsteine und differenzierte Querungsstellen, die sowohl mobilitätseingeschränkten als auch sehbehinderten Menschen gerecht werden.

Darüber hinaus wurden Vorschläge zur Aufwertung der Grünfläche an der Johann-Casimir-Straße und zur besseren Erkennbarkeit alternativer Fußwegeverbindungen über die Johann-Casimir-Straße und die Mandelgasse vorgestellt. Ergänzende Sitzgelegenheiten, eine verbesserte Beleuchtung und eine gezielte Information über die Wege könnten deren Nutzung und Aufenthaltsqualität fördern.

Ein weiterer Schwerpunkt waren die Bushaltestellen an der Heinz-Sielmann-Grundschule in der Ludwigstraße. Hier empfiehlt das Büro unter anderem einen barrierefreien Ausbau, sichere Wartebereiche für Schüler sowie die Prüfung einer möglichen Verlegung der nördlichen Haltestelle vor.

Maßnahmen müssen zunächst noch geprüft werden

Im Rahmen einer Diskussion an Themenpostern konnten die Teilnehmenden die Vorschläge bewerten, eigene Anregungen einbringen und ihre Prioritäten kenntlich machen. Die Rückmeldungen können in die weitere Überarbeitung der Empfehlungen einfließen.

Die vorgestellten Maßnahmen sind ausdrücklich vorläufige Empfehlungen und keine bereits beschlossenen Bauvorhaben. Im nächsten Schritt muss die Stadtverwaltung die Vorschläge intern prüfen, fachlich abstimmen und hinsichtlich ihrer Machbarkeit sowie der erforderlichen personellen und finanziellen Ressourcen bewerten. Bei baulichen Maßnahmen sind zudem die notwendigen Planungs- und Abstimmungsprozesse zu berücksichtigen.

Die Maßnahmenempfehlungen fließen auch in das derzeit in der Erarbeitung befindliche Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) in der nördlichen Vorstadt ein. Damit sollen mögliche Synergien mit der Stadtentwicklung genutzt und die Voraussetzungen geschaffen werden, um gegebenenfalls Fördermittel für die Umsetzung geeigneter Maßnahmen in Anspruch nehmen zu können.

Welche Maßnahmen letztlich weiterverfolgt und priorisiert werden, entscheiden Stadtverwaltung und Kommunalpolitik auf Grundlage dieser Prüfungen. Der Fußverkehrs-Check liefert dafür fachliche Grundlagen und zeigt mögliche Handlungsrichtungen auf.

Der Fußverkehrs-Check Rheinland-Pfalz wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz finanziert und ermöglicht. Ziel ist es, gemeinsam mit Anwohnenden und Verantwortlichen Perspektiven für eine sichere, barrierefreie und fuß-gängerfreundliche Stadt zu entwickeln.

Foto: Stadtverwaltung Neustadt

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