
Die neue „Denk mal“-Tafel am Zoo nimmt die Geschichte des Fliegerviertels in den Blick.
Quelle: Stadt Landau
Landau. Wer am Zoo unterwegs ist, kann seit Kurzem ein neues Stück Landauer Stadtgeschichte entdecken: Eine „Denk mal“-Tafel des Stadtarchivs informiert dort über das sogenannte Fliegerviertel und ordnet ein, wie es zu seinen Straßennamen gekommen ist.
Damit hat die Stadt Landau einen weiteren Baustein umgesetzt, um Geschichte im Alltag sichtbarer und verständlicher zu machen.
Hintergrund ist ein Beschluss des Stadtrats nach dem Bürgerentscheid im Februar 2025: Die Straßennamen bleiben bestehen, obwohl sie historisch belastet sind, werden aber künftig erklärt. So wurden bereits im vergangenen Jahr Hinweisschilder in der Hindenburgstraße, der Hans-Stempel-Straße und der Kohl-Larsen-Straße angebracht. Die neuen Hinweise sollen helfen, die Namen historisch einzuordnen – sachlich und transparent.
Die neue Tafel am Zoo nimmt das Fliegerviertel in den Blick. Die Idee dahinter in Kürze: Seit der ersten Zeppelinlandung auf dem Ebenberg 1911 waren viele Landauerinnen und Landauer begeistert von der Luftfahrt. Entsprechend kam die Zeppelinstraße zwischen 1906 und 1909 zu ihrem Namen.
1926 wurde die Eckenerstraße nach Luftschiffer Hugo Eckener benannt. In den 1930er-Jahren bekam das Ganze jedoch eine andere Richtung: Mehrere Straßen wurden gezielt nach Jagdfliegern des Ersten Weltkriegs benannt – nicht zufällig, sondern als Teil nationalsozialistischer Propaganda. Die damaligen „Fliegerhelden“ wurden bewusst als Vorbilder inszeniert. Diese Entwicklung erklärt die neue Tafel und ordnet sie historisch ein.
Die Tafel am Zoo ist Teil einer ganzen Reihe von „Denk mal“-Stationen im Stadtgebiet. Mittlerweile sind unter anderem Hinweise zu Johannes Birnbaum in Queichheim, zur Mennonitenspeisung an der Pestalozzi-Grundschule, zu Abbruchsteinen der Synagoge in einer Mauer im Savoyenpark, zum Kunstwerk des steinernen Fisches und zum alten Gefängnis in der Ostbahnstraße, zum Kriegerdenkmal am Friedhof Mörlheim und zum Schutzhaftlager an der Straße zur Universität entstanden. Die Idee dahinter: Geschichte nicht nur im Buch oder Museum, sondern direkt vor Ort erlebbar machen. Dort, wo sie passiert ist oder bis heute Spuren hinterlassen hat.
Die zusätzlichen Infoschilder an den Straßen sowie die „Denk mal“-Tafeln sind Ergebnis einer langen Diskussion in Politik und Stadtgesellschaft. Am Ende stand ein gemeinsames Ziel: Die Debatte nicht weiter zu verhärten, sondern Wissen zugänglich zu machen.

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