
Symbolbild: dts Nachrichtenagentur
Kreis Germersheim – Der Landtagsabgeordnete Martin Brandl (CDU) macht seit Jahren mit dem Thema Unterrichtsausfall Druck auf die Landesregierung.
Nun thematisiert er erneut mit einer Kleinen Anfrage bei der Landesregierung die komplett ausgefallenen Unterrichtstage an Grundschulen. Zur Info: Die Statistik weist die ausgefallenen ganzen Tage je Klasse aus. Bleiben zum Beispiel zwei Klassen an einem Tag zu Hause, wird dies mit 2 Tagen angegeben.
Die letzten beiden Schuljahre seien traurige Höhepunkte in der Statistik von ausgefallenen Schultagen, so Brandl, die Werte rund vier Mal so hoch wie im Schuljahr 2010/2011. Mittlerweile summierten sie sich auf 95 bzw. 85 Tage.
In diesem Jahr betone die Landesregierung in ihrer Antwort besonders „den angeblich guten Wert“ bei der strukturellen Unterrichtsversorgung. „Es sollte doch selbstverständlich sein, dass Unterrichtsausfall nicht schon von vornherein geplant wird“, sagt Brandl.
Die Entwicklung der Summe komplett ausgefallener Unterrichtstage spiegle deutlich wider, dass die Lehrerversorgung nicht ausreiche, allen Beteuerungen der Landesregierung zum Trotz. „Die Landesregierung sollte mehr Wert darauf legen, den Unterricht zu gewährleisten, als den Ausfall schönzureden.“
Die IQB-Bildungsstudie kommt zu dem Ergebnis, dass 36,2 % der rheinland-pfälzischen Kinder die Grundschule ohne ausreichende Lesefertigkeiten verlassen, und 48,4 % – fast die Hälfte – ohne ausreichende Kenntnisse der Orthographie.
Die Belastung der Grundschulen ist in den letzten Jahren durch neue zusätzliche Aufgaben immer größer geworden. Der von der Landesregierung als ausreichend bezeichnete Personalschlüssel entspreche bei weitem nicht den Praxisanforderungen. Tatsächlich gebe es regelmäßigen Unterrichtsausfall, der dazu führe, dass pädagogische Konzepte nicht wie vorgesehen umgesetzt werden könnten.“
Brandl: „Unsere Kinder müssen es uns wert sein, ihnen eine gute Schulbildung zu ermöglichen.“

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