Berlin – Marius Müller-Westernhagen empfindet seinen Song „Freiheit“ nach einer langen Performance-Pause wieder als sehr aktuell.
„Die Demokratie ist im Augenblick in Gefahr“, sagte der Musiker dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Wir erleben eine unglaubliche Flut von Populismus in der Welt. Das ging mit Donald Trump los und setzte sich dann erstaunlicherweise fort“, so Müller-Westernhagen.
Die Menschen würden vergessen, was sie an Demokratie und Freiheit haben. „Sie vergessen, dass es Werte sind, für die man jeden Tag kämpfen und einstehen muss“, sagte der Musiker.
Die Digitalisierung sieht Westernhagen nicht immer als Vorteil: „Meine Generation war sehr politisch interessiert. Wir wurden nicht dieser Gehirnwäsche aus dem Internet unterzogen, die ständig auf einen einprasselt.“
Die Menschen könnten gar nicht mehr unterscheiden, welche Informationen sinnlos und welche nützlich sind. „Ich hab in keiner Zeit gelebt, die oberflächlicher war als die heutige“, sagte der Musiker.
Bei der Veröffentlichung neuer Alben setzt sich Westernhagen eigenen Angaben zufolge nicht mehr unter Druck: „Ich messe meinen Erfolg nicht an Chartplatzierungen, weil ich der Meinung bin, dass jeder Idiot heute Platten verkaufen kann.“ Künstlerische Qualität sei kein Garant mehr für Erfolg.
Man müsse als Künstler heute lernen, dass man auch mal auf ein Produkt stolz sein könne, das nicht kommerziell erfolgreich sei, so der Musiker. (dts Nachrichtenagentur)

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