Sonntag, 24. Oktober 2021

Landau: Nach Großbrand beginnt Entgiftung des Areals

22. August 2016 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Regional
Oberbürgermeister Thomas Hirsch (2.v.l.) sowie (v.l.n.r.) Bürgermeister Dr. Maximilian Ingenthron, Beigeordneter Rudi Klemm und TÜV-Experte Jürgen Kupper informierten die betroffenen Unternehmen sowie die Vertreter der Medien heute über das Vorgehen bei der Reinigung des asbestbelasteten Gebiets rund um den Brandort in der Lotschstraße. Foto: Stadt Landau

Oberbürgermeister Thomas Hirsch (2.v.l.) sowie (v.l.n.r.) Bürgermeister Dr. Maximilian Ingenthron, Beigeordneter Rudi Klemm und TÜV-Experte Jürgen Kupper informierten über das Vorgehen.
Foto: Stadt Landau

Landau – Nach Großbrand in der Lotschstraße hat eine Fachfirma heute mit den Reinigungsarbeiten begonnen.

Allerdings könne sich die Stadt nur um den öffentlichen Raum kümmern, teilte die Stadt mit. Die rund 20 betroffenen Gewerbebetriebe will man bei der Reinigung ihrer Grundstücke und Gebäude beraten, man stehe in engem Kontakt. Die Stadt trete bei den Reinigungsleistungen aber teilweise in Vorleistung.

Bei dem Feuer am Donnerstag ist die Lagerhalle eines Holzfachhandels niedergebrannt. Wegen freigesetzten Asbeststaubs aus dem Dach der Halle wurde die Umgebung im Umkreis von 200 Metern gesperrt. Auch ein Weinberg soll kontaminiert worden sein.

Für die weitere Umgebung und Teile des Landkreises Südliche Weinstraße war am Samstag Entwarnung gegeben worden.

Koordinierung wichtig

Der Experte des TÜV und die Fachfirma haben einen Plan ausgearbeitet, wie die Dekontaminierung vonstatten gehen soll.

Demnach beginnt die Reinigung mit dem Wirtschaftsweg entlang des Dialysezentrums. Dieses soll voraussichtlich am Mittwochmorgen die Arbeit wieder aufnehmen.

Parallel dazu beginnen zwei weitere Teams damit, die Lotschstraße zu reinigen. Diese sei weniger stark kontaminiert als die Bornbachstraße, daher werde hier mit der Reinigung begonnen. Sobald das Dialysezentrum freigegeben werden kann, starte die Reinigung der Bornbachstraße, so Hirsch.

„Wo immer es geht, werden wir Teilbereiche freigeben, um den Schaden für die Unternehmen so gering wie möglich zu halten“, sagte der OB. Zwei Betriebe könnten ihre Räumlichkeiten bereits wieder über den Hintereingang betreten.

Weil es in den nächsten Tagen sehr heiß werden soll, muss die Brandstelle mit Planen abgedeckt werden, damit der Asbeststaub nicht wieder aufgewirbelt wird.

Für die Reinigung werden zuerst Industriestaubsauger verwendet. Diese sollen laut TÜV 99,9 Prozent der Asbestrückstände aufnehmen. Danach wird ein Restfaserbindemittel aufgetragen, um die restlichen Asbestfasern zu verkleben.

Es sei wichtig, dass die Reihenfolge der zu reinigenden Straßenabschnitte genau geplant werde, sagte Hirsch: „Sonst kann es sein, dass bereits gesäuberte Bereiche durch Verschleppung wieder kontaminiert werden. Das wäre dann so, als würde man zuhause die Treppe von unten kehren.“

Außerhalb des Sperrgebiets in der Lotsch- und Bornbachstraße gebe es auch weiterhin keinen Hinweis auf Asbest.

Für einen am Wochenende in Lustadt gefundenen Brandrückstand, der in den sozialen Netzwerken für Aufsehen gesorgt hatte, konnte der TÜV-Sachverständige Entwarnung geben. „Es handelt sich auf keinen Fall um Asbest“, so Kupper.

Der Experte entnimmt weiter Proben im Stadt- und Kreisgebiet für Untersuchungen im Labor. Weiterhin gelte auch: Wer auf seinem Grundstück außerhalb des Sperrgebiets Brandrückstände findet, kann diese bedenkenlos entsorgen.

(red/Stadt Landau)

Foto: Stadt Landau

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