Donnerstag, 14. November 2019

Kandel: Stolpersteine in der Rheinstraße werden wieder verlegt

23. Oktober 2019 | 12 Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Veranstaltungstipps

Stolpersteine erinnern an Mitglieder der Familie Haas.

Kandel. Für die in der früheren Rheinstraße 16 lebenden Mitglieder der jüdischen Familie Haas waren 2012, anlässlich der 75-Jahr Feier der Stadt, Stolpersteine durch den Künstler Gunter Demnig verlegt worden.

Vorangegangen war ein einstimmiger Beschluss im Stadtrat und die Finanzierung der Stolpersteine durch die Fraktionen. Infolge der Rheinstraßensanierung wurden die Steine vorübergehend ausgebaut und sollen nun am Freitag, 8. November um 11 Uhr erneut verlegt werden.

Fünf Gedenksteine wurden verlegt für Ida und ihren Bruder Oskar Haas, dessen Ehefrau Bertha und deren Kinder Otto Julius und Paul Richard. In ihrem Haus in der Rheinstraße betrieben sie einen Handel mit Futtermitteln und landwirtschaftlichem Bedarf.

Am 9. November 1938 wurde ihr Geschäfts- und Wohnhaus in der Rheinstraße komplett verwüstet, die Fenster und Türen eingeschlagen, das Mobiliar und die Verkaufsware auf die Straße geworfen, Kleidung und Hausrat zerstört.

Danach flüchtete die Familie nach Karlsruhe, nur Vater Oskar kam für 6 Wochen in Schutzhaft nach Dachau. Die Täter von damals waren namentlich bekannt. Nur ein einziger Mann, Franz Göltz, ein Nachbar, stand Familie Haas gegen den Mob bei. ‚Zum Dank’ dafür wurde er am 21. November 1938 „wegen Vergehen gegen das Heimtücke-Gesetz festgenommen und für 2 oder 3 Tage eingesperrt.

Ida Haas starb Anfang 1941 in Gurs, Frankreich, wohin alle badischen und pfälzischen Juden am 22. Oktober 1940 deportiert wurden. Ihr Bruder Oskar Haas starb 6 Wochen nach der Ankunft in Südfrankreich. Seiner Frau Bertha, geb. Vollmer und Sohn Otto Julius gelang es 1942 zu Sohn und Bruder Paul Richard in die USA auszuwandern. Paul Richard wanderte bereits 1939 dorthin aus.

Die Gedenkfeier wird durch Schüler der Realschule plus und der Integrierten Gesamtschule Kandel sowie Pfarrer der beiden großen Religionsgemeinschaften gestaltet. Umrahmt werden die Feierlichkeiten durch die Musikschule Kandel. Im Rahmen dieser Feierlichkeiten wird auch der anderen jüdischen Bewohner Kandels gedacht.

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12 Kommentare auf "Kandel: Stolpersteine in der Rheinstraße werden wieder verlegt"

  1. GGGGGGKKKKKEEEE sagt:

    In der Aufzählung fehlt ein Stolperstein:

    Mia Valentin, 2002 – 2017.

    Auch daran muss erinnert werden.

  2. Unerträglich sagt:

    Ihr Kommentar ist unerträglich und missbraucht schamlos die Erinnerung an Pogrom und Judenverfolgung für Ihre persönliche monothematische Agenda, mit der Sie als Allein- und Selbstdarsteller mal wieder die Pfalz-Express-Kommentare mit Provokation und Verachtung füllen. Dass der Pfalz-Express Sie nicht rechtzeitig in die Schranken verweißt und solche Kommentare schlicht als themenfremd ablehnt, liegt vielleicht an der hohen Zugriffszahl, die Artikel mit möglichst vielen provokanten Kommentaren erreichen. Ob das auch im Interesse der Werbekunden ist, z. B. dem Hotel zum Rössel, vor dessen Gebäude der Stolperstein liegt, wage ich zu bezweifeln.

    • Jürgen sagt:

      Her/Frau/Es Unerträglich, Ihr Kommentar macht Ihrem Pseudonym alle Ehre. Unerträglich finde ich es nämlich, dass Sie nach bester Antifa-Manier Druck auf den PEX erzeugen wollen, wohlwissend, dass dieser ausschliesslich von Werbekunden lebt. Dieselbe Masche wird mit dem Wirt des FC Bienwald bis zum heutigen Tag abgezogen. Erbärmlich, unerträglich, menschenverachtend und in hohem Maße asozial nenne ich diese Methoden, die Menschen Ihres Schlages heutzutage vollziehen.

      • Inge sagt:

        Der Herr W. wieder..

        Typisch für Sie, dass Sie auf das eigentliche Thema mit keiner Silbe eingehen!

        Whataboutism..können Sie..

        • Marco Kurz sagt:

          Da ist sie wieder, die wohlerzogene Inge mit dem Mittelfinger, die mittlerweile ihre „Argumente“ nur noch im Netz verbreitet, da man hinter den Zeilen nicht gleich erkennt, wie einsam sie im realen Leben und auf der Straße doch ist.
          Die große Oma gegen Rechts. Von der Mittelfinger- zur Café-Demonstrantin bis schlussendlich nur noch das digitale Netz geblieben ist.
          Respekt!

          • Nessun Dorma sagt:

            SWR Heimat Videoclip bei:

            twitter com/Hartes_Geld/status/1187094944982491137
            @Hartes_Geld
            Jurist • Libertär • Klartext

            Die „Omas gegen Rechts“ bereiten mir immer viel Freude:
            In #Kandel bimmeln sie dafür, dass man sich von Vergewaltigern aus #Afghanistan „nicht einschüchtern lassen darf“.
            12:54 – 23. Okt. 2019

            +++++

            Am besten, man lässt die Damen ganz unvoreingenommen ihr Engagement selbst erklären, besonders unter dem Eindruck des neuerlichen „Vorfalls“ in Limburg. Es hat eben jeder seine eigenen Vorstellungen von der Zukunft seiner Enkel.

        • Jürgen sagt:

          Die Frau H. wieder…
          Typisch für sie, dass sie auf das eigentliche Thema nicht eingeht.
          Whataboutism kann sie – und Mittelfinger und sämtliche Omas im SWR zum Fremdschämen animieren…

  3. GGGGGGKKKKKEEEE sagt:

    „Dass der Pfalz-Express Sie nicht rechtzeitig in die Schranken verweißt …“

    … liegt daran, dass es sich bei PEX um eine der äußerst selten gewordenen ausgewogenen Medien in diesem Land handelt.

    Ich will hier auch gleich noch an die Opfer vom Breitscheidplatz erinnern, die unsere Regierung am liebsten gesichts- und namelos dem Vergessen anheimfallen lassen will:

    Anna und Georgiy Bagratuni (Ukraine),
    Nada Cizmar (Tschechische Republik),
    Fabrizia di Lorenzo (Italien),
    Dalia Elyakim (Israel),
    Lukasz Urban (Polen)
    Sebastian Berlin,
    Christoph Herrlich,
    Klaus Jacob,
    Angelika Kösters,
    Dorit Krebs und
    Peter Völker.

  4. GGGGGGKKKKKEEEE sagt:

    „Meines Erachtens ist der Antifaschismus ein moralisches Herrschaftsmittel, das der Ausgrenzung von Andersdenkenden dient. Ein so erfolgreiches Instrument lässt man natürlich nicht so ohne Weiteres kritisieren. Die Achtundsechziger sind es schließlich gewohnt, kultureller Hegemon zu sein. Das macht dumm.“ – Peter Furth, 1930 – 2019

  5. Fitzer sagt:

    Und was wurde aus der Geschichte gelernt? Inge H. und Ihresgleichen zeigen: gar nichts. Ist man nicht ihrer Meinung, wird man beleidigt, diffamiert, es wird von deren Seite aus versucht, Existenzen zu vernichten. Restaurantbesitzer bekommen Probleme, weil sie sich neutral verhalten und alle Gäste bewirten, egal ob sie den politischen Gedanken des Mainstreams und einer Inge folgen oder nicht. Wie das Geschäft der jüdischen Familie in Kandel werden auch in jüngster Zeit wieder Geschäfte und Wohnhäuser, Fahrzeuge verschandelt und angezündet. Und dies von denen, die sich selbst als tolerant und weltoffen bezeichnen, aber keine Meinung außer der ihren gelten lassen. Erfreulicherweise haben das mittlerweile die meisten gemerkt und unterstützen so ein Gedankengut nicht weiter.

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