Donnerstag, 29. Oktober 2020

Kallstadt: Weingut am Nil informiert zur Lese

2. September 2017 | noch keine Kommentare | Kategorie: Allgemein, Kreis Bad Dürkheim
Johannes Häge probiert die Reife seiner Weißburgundertrauben. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Johannes Häge testet die Reife seiner Weißburgundertrauben.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Kallstadt. Es ist eine hohe Kunst, Wein zu machen. Viele Faktoren müssen berücksichtigt werden: Klima, Boden, Lage und ganz wichtig ist der Kellermeister, der ein gutes Händchen für den Ausbau seiner Weine beweisen sollte.

Johannes Häge ist Kellermeister und technischer Betriebsleiter im Weingut am Nil. Das Weingut befindet sich nicht in Ägypten, wie der Name vermuten lässt, sondern in Kallstadt. Sein ungewöhnlicher Name geht auf den historischen Lagenamen zurück, was Häge in alten Schriften herausgefunden hat.

Das Weingut ist ein klasssisch ausgerichteter Betrieb mit klassischen Sorten wie Riesling im Weißweinbereich und Spätburgunder im roten Sektor. Die Weine werden trocken ausgebaut.

Am Montag will man nun mit der Lese in der Großlage „Saumagen“ beginnen. Ein Nervenkitzel, denn nie kann man genau vorhersagen, ob alle Faktoren zusammen passen.
Die Frage ist: Wird es ein großes Weinjahr?

Begrünung ist für eine gute Qualität wichtig. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Begrünung ist für eine gute Qualität wichtig.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Frost, Hagel und Trockenheit haben den Winzern der Region schlaflose Nächte bereitet. Spätfröste im April sorgten nämlich in Rheinland-Pfalz bis zu 95 Prozent Ausfälle.

Besonders schlimm betroffen waren Rheinhessen, Nahe und der Norden der Pfalz.
Das Weingut am Nil, das am nördlichen Teil der Weinstraße liegt, muss einen Schutzengel gehabt haben, denn die Lagen blieben vom Frost verschont.

Häge berichtet, dass die kühlen Temperaturen zunächst eine späte Lese vermuten ließen. Der verzögerte Start ins Weinjahr sei aber dann durch den heißen und gleichzeitig sehr trockenen Sommer schnell wieder aufgeholt worden.

Doch die heißen Temperaturen, der Wassermangel, stellte die Reben unter Trockenstress.
Da scheidet sich die Spreu vom Weizen, die schlechte Lage von der guten. Und das kann von Ort zu Ort verschieden sein. Verschiedene Mengen, unterschiedliche Qualitäten können auftreten. „Ich erwarte eine Lese, die vergleichbar mitd er von 2014 ist“, so Häge. „Einen Granatenwein wie 2010 werden wir wahrscheinlich nicht bekommen“, vermutet Häge.
„Wir werden hohe Mostgewichte haben, aber der Keller wird nicht voll werden“.

Vor allem muss jetzt schnell gearbeitet werden, denn die extreme Hitze der letzten Wochen habe dazu geführt, dass die Reife schon sehr fortgeschritten sei, so Häge.
„Um die Säurewerte in den Trauben zu halten, müssen viele Hände für eine rasche Ernte sorgen“. (red/desa)

Foto: Pfalz-Express/Ahme

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