
70 Goldene Engel schauen im Innenhof des Frank Loebschen Hauses auf die Besucher herab.
Foto: Pfalz-Express/Ahme
Landau. Traditionell lud Landrätin Theresia Riedmaier im Vorfeld der 30. Weintage zu einer Soiree ein. Zirka 300 Gäste waren der Einladung gefolgt, darunter Minister Dr. Volker Wissing und Ministerpräsidentin Malu Dreyer.
In der Katharinenkapelle wurde Rückschau auf 30 Jahre Weintage der Südlichen Weinstraße gehalten.
Landrätin Riedmaier: „Die Weintage sind immer in Bewegung – es ist eine legendäre Erfolgsgeschichte, deren besondere Markenzeichen Wein und Kunst sind.“
Zeitgenössische Kunst vertritt in diesem Jahr als Jubiläumsüberraschung Professor Ottmar Hörl. 97 Aussteller präsentieren sich bei den Weintagen. Wein sei Leidenschaft, Weinmachen sei Risiko, aber auch Freude und Glück, so Riedmaier. „Das Weinjahr 2016 war ein toller Jahrgang, nach Unwettern gab es einen guten Sommer und dann ein regelrechtes Herbstwunder. Die Weine sind frisch und charakterstark.“
Theresia Riedmaier agiert in diesem Jahr zum letzten Mal als Gastgeberin – 27 Mal war sie dabei, das erste Mal als neu gewählte Landtagsabgeordnete im Jahr 1991: „Dem Landkreis gehört meine Leidenschaft, der Südlichen Weinstraße mein Herz. Leidenschaft und Herz gehören zusammen.“
Prof. Dr. Meinrad Grewenig, Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte, begleitet die Weintage seit vielen Jahren. Er führte in das Werk „Heavens Aid“ des Künstlers ein: Sie haben einen der größten, besten und wichtigsten Künstler unserer Zeit eingeladen – welch ein Finale“, wandte er sich an Riedmaier.
Die Weintage seien ein Fixstern am Himmel kultureller Erfahrung, so Grewenig. Der Wein „öffne die Pforten des Himmels“.
70 goldene nachdenkende Engel besetzen die Arkaden des Frank Loebschen Hauses. Der Ort werde durch die Installation verwandelt und erfahre etwas von der historischen Reflexion des Hauses. „Gehen Sie mit den Engeln auf Augenhöhe – dann passiert etwas mit Ihnen“.
Grewenig sprach über das weitere Werk des bekannten Künstlers, der für seine Großinstallationen bekannt und in über 250 Galerien auf der ganzen Welt vertreten ist. In den Innenräumen findet man bei den Weinen auch schon mal eine Figur Martin Luthers oder Gartenzwerge in bunten Farben.
Auch Ehrengast Malu Dreyer sprach den Weintagen und Theresia Riedmaier ihre Wertschätzung aus.
„Man kann nur gratulieren. Hier dominiert eine einzigartige Atmosphäre. Es ist ein Happening in der Landauer Altstadt mit anspruchsvoller Kunst und besten Weinen. Für mich ein unschlagbares Konzept mit unschlagbaren Partnern.“
Es sei eine ganz besondere Region mit besonderem Weinbau. Der Wein habe viel an Qualität gewonnen. Dreyer hob auch die Gastfreundschaft der Menschen hervor.
Die Landesregierung wolle weiterhin gute Rahmenbedingungen für den hiesigen Weinbau geben. Immerhin, und da sei sie sehr stolz, würden 70 Prozent des gesamten deutschen Weines in Rheinland-Pfalz hergestellt.
Am Freitag, dem Tag der offiziellen Eröffnung, schimmerten die Goldenen Engel des Künstlers ganz besonders schön, denn sie wurden von der Sonne angestrahlt.
Theresia Riedmaier betonte auch jetzt, wie sich der Weinbau, wie sich die Weintage in den letzten 30 Jahren verändert haben. Es habe einen Generationenwechsel gegeben, es werde viel mehr in Handarbeit gemacht. Man achte auf Biodiversität und lege Wert auf eine immer größer werdende Profilierung des Terroirs. Die Südliche Weinstraße bleibe an der Spitze der innovativsten Weinregionen.
OB Thomas Hirschs besonderer Dank galt Landrätin Riedmaier und er wandte sich an ihren neu gewählten Nachfolger Dietmar Seefeldt: „Vielleicht bringen wir die Südpfalz noch näher zusammen!“
Grußworte kamen auch von den Weinhoheiten Daniela Wisser (Pfälzische Weinprinzessin), Christina Fischer (Weinprinzessin SÜW) und Lilli Joachim (Landauer Weinprinzessin).
Norbert Schindler erinnerte sich an die Zeit vor dreißig Jahren. Da habe es Debatten um das Weingesetz gegeben. Auch sein Dank galt Theresia Riedmaier: „Sie hat sich um den Weinbau besonders verdient gemacht.“ Der neue Landrat müsse nun „große Schuhe ausfüllen“. (desa)

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