
Eva-Maria Lindner hat große Freude daran, der Flüchtlingsfamilie weiterzuhelfen.
V.l.: Eva-Maria Lindner, Hasan Zidan, Bürgermeister Uwe Schwind, Redoan Zidan, Avin Zidan.
Jockgrim – Damit sich die Flüchtlinge schneller in der fremden Umgebung eingewöhnen können, hat der Beirat für Migration und Integration ein Netzwerk von ehrenamtlichen Paten aufgebaut.
Das Prinzip der Patenschaft für Flüchtlinge basiert auf einem persönlichen Betreuungsverhältnis auf Zeit zwischen den Paten und den Flüchtlingen.
Eva-Maria Lindner aus Jockgrim ist Ansprechpartnerin für die 41 Paten, die sich in der Verbandsgemeinde Jockgrim aktiv für die Belange von Flüchtlingsfamilien und Einzelpersonen einsetzen. Hierzu gehören die Begleitung bei Behördengängen oder Arztbesuchen genauso wie die Unterstützung bei schriftlichen Anträgen.
Lindner selbst betreut den 42-jährigen Syrer Redoan Zidan, der mit seiner elfjährigen Tochter Avin und seinem neunjährigen Sohn Hasan auf einem Schlepperboot über die Türkei aus seinem Heimatland geflohen ist. Seine Frau ist noch mit zwei älteren Kindern und einem jüngeren Kind in Syrien.
Die hohe Summe, die die Schlepper ihnen für die Überfahrt abverlangten, reichte nur für drei Personen. Die Patin beschreibt die Familie als sehr ruhig. Der Vater kümmere sich liebevoll um Kinder und Haushalt, habe allerdings noch deutlich größere Schwierigkeiten beim Erlernen der Sprache als seine Kinder. Er wünscht sich, dass auch der Rest der Familie bald nachkommen kann, was sich allerdings als sehr schwierig und zeitaufwändig gestaltet.
Bürgermeister Uwe Schwind besuchte die Familie in ihrer Kellerwohnung in Jockgrim und sprach mit Eva-Maria Lindner über das Prinzip der Begleitung von Flüchtlingen durch ehrenamtliche Paten. Nach den Worten von Schwind leisten die Paten über sprachliche und kulturelle Barrieren hinweg einen wesentlichen Beitrag zur Integration.
Ohne dieses Engagement wären die Flüchtlinge in einer fremden Umgebung sehr viel stärker auf sich alleine gestellt. Das würde den Integrationsprozess extrem verlangsamen, vielleicht sogar komplett verhindern, denn die Verbandsgemeindeverwaltung selbst hätte gar nicht so große personelle Kapazitäten, um dieses ehrenamtliche Engagement hauptamtlich und somit bezahlt abzudecken.
Eva-Maria Lindner betont, dass die Paten nicht rund um die Uhr gefordert seien. Darüber hinaus seien auch keine speziellen Sprachkenntnisse erforderlich, denn die Verständigung „mit Händen und Füßen“ funktioniere sehr gut. Wichtigste Voraussetzung sei der Wunsch, anderen Menschen zu helfen und die Freude daran, fremde Kulturen kennen zu lernen. (mj)
Information
Wer Interesse daran hat, eine Flüchtlingsfamilie ehrenamtlich zu betreuen kann im Café Bunt montags von 16 – 18 Uhr in einem unverbindlichen Gespräch erste Kontakte knüpfen. Das Café Bunt befindet sich in den Räumlichkeiten des Evangelischen Gemeindezentrums im Parkring 10 in Jockgrim.
Kontakt: Mail BMI@VG-Jockgrim.de, Telefon 07271/ 599- 176
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