Jockgrim – Am 22. April stellte der Beirat für Migration und Integration der Verbandsgemeinde Jockgrim Bürgern das neue Konzept zur Begrüßung von Asylbewerbern vor.
Der Vorsitzende Reinhard Kalker,warb in der gut besuchten Veranstaltung, sich als ehrenamtliche Paten für neu angekommene Asylbewerber zur Verfügung zu stellen.
Das Konzept wurde federführend von Véronique Grand, Dr. Samuel Husunu und Eva-Maria Lindner entwickelt und stellvertretend für alle Mitglieder des Beirats vorgestellt.
Es sieht vor, dass Paten die ersten Wege für die Neuankömmlinge freundlich und aufmerksam betreuen, um so die Eingliederung zu erleichtern.
Hierzu gehören beispielsweise die Begleitung bei Arztbesuchen, Deutschkursen oder Behördengängen sowie die Unterstützung beim Einkauf und der Organisation des Tagesablaufs. Unterstützt werden die Paten durch Mathias Jäger (Sozialamt der Verbandsgemeinde Jockgrim), Monika Roth (Sozialraumorientierte Familienhilfe bei der Verbandsgemeinde Jockgrim), die Wörther Tafel e.V. und durch den Beirat für Migration und Integration.
„Moralische Pflicht“
Verbandsbürgermeister Uwe Schwind sieht in der Aufnahme der in Not geratenen Menschen eine moralische Pflicht und in einer konsequenten Unterstützung der Asylbewerber die Basis für eine positive Willkommenskultur. Der Abbau der Sprachbarrieren und ein positives Verständnis für die kulturellen Besonderheiten spielten dabei eine entscheidende Rolle, so Schwind.
In seiner Begrüßung stellte Schwind die Aktualität des Themas anhand von Zahlen heraus. Seit 1995 sei die Anzahl der Asylanträge in der Bundesrepublik Deutschland nach einem deutlichen Zwischentief im Jahr 2008 (28.018 Anträge) von 166.951 Anträgen auf 202.834 Anträgen im Jahr 2014 um fast 18 Prozent gestiegen.
Im September 2013 wurden 31 von insgesamt 235 Asylbewerbern im Landkreis Germersheim in der Verbandsgemeinde Jockgrim untergebracht. Bis zum September 2014 stieg die Zahl auf insgesamt 457 Personen im Landkreis Germersheim, davon 62 Personen in der Verbandsgemeinde Jockgrim.
Für das Jahr 2015 wurde von der Kreisverwaltung prognostiziert, dass die Zahl um weitere 40 bis 50 Asylbewerber in der Verbandsgemeinde steigt.
Schon heute müsse aber davon ausgegangen werden, dass die Zahl höher sein werde, da inzwischen schon 101 Personen in der Verbandsgemeinde untergebracht seien, davon 52 in der Ortsgemeinde Jockgrim, 23 in der Ortsgemeinde Neupotz, 15 in Hatzenbühl und 11 in Rheinzabern. Eine Anpassung der Prognose erfolgt durch die Kreisverwaltung Germersheim.
Auch Paten haben Spaß
Neben den neuen Paten waren auch Bürger anwesend, die bereits aktiv für die Asylbewerber Unterstützung leisten. Der ehemalige Ortsbürgermeister der Gemeinde Neupotz, Emil Heid, berichtete über eine Reihe positiver Aktionen in Neupotz, wie Deutschkurse vor Ort, ein gemeinsamer Kochabend mit regionalen Spezialitäten oder die Begleitung bei Faschingsumzügen. Weitere Aktionen seien geplant und würden von der Bevölkerung positiv aufgenommen.
Auch die Unterstützung bei der Zusammenführung eines getrennten Ehepaares werde tatkräftig voran getrieben. Sprachbarrieren könnten mit „Händen und Füßen“ ohne Weiteres überwunden werden, so Heid.
Um den Asylbewerbern ein Stück Eigenmobilität zu ermöglichen, hat die Wörther Tafel eine Fahrradspendenaktion gestartet. Die Organisation nimmt neben Lebensmitteln auch Spenden von Fahrrädern an. Die Fahrräder werden von dem Ehepaar Wolters aus Jockgrim instand gesetzt und über die Wörther Tafel an die Asylbewerber weitergegeben.
Geplant sind öffentliche Paten-Info-Treffen alle zwei Monate, die dem Austausch über konkrete Erfahrungen dienen sollen und bei denen sich auch neue Paten melden können.
Das nächste Treffen findet am Donnerstag, dem 28. Mai, statt.
Das „Patenschafts-Telefon“ des Beirats für Migration und Integration ist rund um die Uhr erreichbar: 0 72 71-76 92 395
(ek/red)

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