
Hochwasser am 15.07.2021
Foto: Feuerwehr Ratingen
Bad Neuenahr-Ahrweiler/Erftstadt – Nach dem Unwetter im Südwesten ist die Zahl der Todesopfer auf über 100 gestiegen.
Allein im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler wurden über 50 Tote gezählt, 1.300 Menschen werden dort vermisst. Die hohe Zahl an Vermissten hänge aber aber mit einem zusammengebrochenen Mobilfunknetz zusammen, viele Menschen seien nicht erreichbar, sagte eine Sprecherin des Kreises.
In Erftstadt-Blessem wurden zahlreiche Gebäude unterspült, mehrere davon stürzten ein. Das Hochwasser der Erft ergießt sich auch in eine Kiesgrube, die immer größer wird und bereits den Ortsrand erreicht hat. Unter anderem in der Eifel waren mehrere Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten, der Mobilfunk fiel vielerorts aus, unzählige Straßen waren gesperrt.
Rund 3.500 Menschen seien nach dem Unwetter in mehreren Betreuungseinrichtungen untergebracht worden, teilte der Landkreis weiter mit. Aus NRW wurden mindestens 31 Todesopfer gemeldet, davon mindestens 15 im Landkreis Euskirchen.
Auch weiter im Norden hatten die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun, die Feuerwehr Ratingen nördlich von Düsseldorf sprach von einem „Marathon für die Einsatzkräfte“. Vollgelaufene Keller könnten nur nacheinander ausgepumpt werden, da sonst die Kanalisation überlastet werde. Die Rurtalsperre lief infolge der hohen Regenmenge über.
Wetterdienst warnt vor neuen Unwettern
Unterdessen warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor neuen Unwettern. Am Freitag gebe es in einem breiten Streifen vom Süden und Südwesten bis in den Nordosten gebietsweise Gewitter mit Starkregen mit 20 Liter pro Quadratmeter „in kurzer Zeit“, wie die Behörde am Freitagmorgen in ihrem Warnlagebericht mitteilte.
Besonders betroffen könnten laut Warnkarte die Landkreise Kaiserslautern, Kusel, Bad Kreuznach, Alzey-Worms, Bingen-Mainz sowie der Donnersbergkreis sein – allesamt in Rheinland-Pfalz. Im Nordosten seien auch einzelne Sturmböen möglich.
Lokale Unwetter mit Regenmengen um 25 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit seien nicht ganz ausgeschlossen. In der Nacht zum Samstag klängen die Gewitter nur zögerlich ab. Besonders zu Beginn der Nacht gebe es noch punktuell Starkregen, so der Wetterdienst. (dts Nachrichtenagentur/red)

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