Mittwoch, 20. Oktober 2021

Zahl der Toten nach Unwetter in Rheinland-Pfalz und NRW steigt – Viele Menschen noch vermisst

15. Juli 2021 | Kategorie: Nachrichten, Regional

Foto: dts Nachrichtenagentur

RLP-NRW (aktualisiert) – Nach den schweren Unwettern im Westen Deutschlands sind – soweit bis jetzt bekannt – mindestens 80 Menschen ums Leben gekommen. Dutzende werden noch vermisst. 

Die Polizei Koblenz teilte am Donnerstagnachmittag mit, dass alleine im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler 18 Personen ums Leben kamen. Mehrere Menschen werden noch vermisst. Mindestens 15 Todesopfer gab es in NRW. Aus dem Kreis Euskirchen wurden acht Tote gemeldet. Hinzu kommen je zwei Fälle aus Köln und dem Märkischen Kreis sowie einzelne Todesopfer im Rhein-Sieg-Kreis, im Kreis Unna sowie in Solingen.

Im Märkischen Kreis in NRW starben zwei Feuerwehrleute bei Einsätzen, in Köln hatten die Rettungskräfte am späten Mittwochabend zudem zwei Personen tot in ihren mit Wasser vollgelaufenen Kellern gefunden.

In der Gemeinde Schuld in der Eifel waren als Folge von Überflutungen und Dauerregen in der Nacht zum Donnerstag mehrere Häuser eingestürzt. Etwa 30 Personen werden noch vermisst. Ob sie nur nicht erreichbar sind oder eventuell in Urlaub, ist noch nicht klar. Rund 200.000 Menschen sind ohne Strom. In Bitburg-Prüm in der Eifel sind mehrere Menschen in ihren Häusern von den Wassermassen eingeschlossen.

Vielerorts kam es zu weiteren heftigen Sachschäden, wie in Essen, wo der Platz einer Spedition unterspült wurde und ein kompletter Sattelzug im Boden versank.

Hintergrund der Unwetter ist Tief „Bernd“, das in den vergangenen Tagen vor allem in Westdeutschland für chaotische Verhältnisse gesorgt hatte. Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz waren besonders von Hochwasser und Überschwemmungen betroffen. In mehreren Regionen wurde der Katastrophenfall ausgerufen.

Sondersitzung  des Kabinetts in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz kam unterdessen das Kabinett zu einer Sondersitzung zusammen. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sprach von einem groß angelegten Rettungseinsatz. Ihren Angaben zufolge sind auch rund 200 Soldaten der Bundeswehr beteiligt.

Dreyer sagte am Mittag, das Land koordiniere in Zusammenarbeit mit allen Landkreisen und Städten, dem THW, der Bundeswehr, den Hilfsorganisationen, anderen Bundesländern, der Polizei, Energieversorgern und Telekommunikationsunternehmen die Lage. Sie und Bundesfinanzminister Olaf Scholz würden sich noch heute selbst einen Eindruck im Katastrophengebiet machen.

Notfallnummern

In einigen Landesteilen ist der Mobilfunk ausgefallen, deswegen hat die Landesregierung eine Hotline für psychosoziale Unterstützung unter der Nummer 0800 001 0218 ab sofort freigeschaltet, die zwischen 9 Uhr und 17 Uhr erreichbar ist. Zudem bietet das Polizeipräsidium Koblenz eine Personenauskunftsstelle, an die sich besorgte Angehörige wenden können, die jemanden vermissen. Sie ist erreichbar unter der Telefon­nummer 0800 6565651.

Laschet verspricht schnelle Hilfe

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat unterdessen schnelle Hilfe versprochen. „Wir tun jetzt alles, um als Land zu helfen“, sagte Laschet der „Bild“ beim Besuch des überfluteten Orts Altena. Helfer aus dem ganzen Land seien in die Hochwassergebiete unterwegs. Die Lage sei immer noch dramatisch. „Es werden Menschen noch immer vermisst.“ Die Landespolizei habe deshalb Hubschrauber bereitgestellt, um bei der Suche zu helfen.  (dts Nachrichtenagentur/red)

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