Landau. Das Kurzfilmfestival Landau, kurz La. Meko fand vom 22. bis 27 April im Universum Kinocenter statt. Kaum ist es vorbei, da wünscht man sich schon wieder das Nächste herbei.
Das Filmfestival La. Meko (Landauer Medienkobold), bringt seit über zehn Jahren im ehrenamtlichen Engagement Kurzfilme aus der ganzen Welt nach Landau. Ursprünglich kam die Idee von Studenten der Uni Landau, mittlerweile möchte man sich auch der Bevölkerung öffnen, Nachwuchsfilmer in der Pfalz fördern und gleichzeitig auch europäischen Filmemachern den Weg nach Landau weisen. Dies alles wird zur Zeit nur durch Spenden und geringe Eintrittsgelder ermöglicht. Aus diesem Grund hoffen die La.Meko-Mitglieder auf öffentliche Fördergelder.
Gestern Abend zeigten die Verantwortlichen zum elften Mal, dass Landau zwar nicht die Berlinale beherbergt, dafür aber was Kurzfilme betrifft, durchaus internationale Qualität aufweist und den Titel zu Recht trägt. Nach drei Tagen, in denen das Publikum Gelegenheit hatte, eine große Auswahl an Kurzfilmen im Universum Kinocenter auf sich wirken zu lassen, stand gestern die Prämierung der besten Filme auf dem Programm.
Olaf Kapsitz, der auch durch das Programm führte, wies auch noch einmal darauf hin, dass das Festival ohne seine Sponsoren nicht existieren könne.
Gespannt warteten dann die Zuschauer auf die Verkündung der Preisträger. Ausgezeichnet wurden mit drei Jurypreisen „Der beste deutsche Film“, „Der beste regionale Film“ und „Der beste ausländische Film“, außerdem wurde der La. Meko-Preis sowie drei Publikumspreise vergeben.
Thomas Oberlies, Doktor der Mathematik und selbst leidenschaftlicher Filmemacher, außerdem Macher des Festivals „Goldener Hirsch“ in Mannheim übergab den Jury-Preis für den „Besten deutschen Film“. Er heißt „One shot“ und bezeichnet sich selbst als Komödie. Dietrich Brüggemann hat den elfminütigen Film, der ein „entspannt-ironisches Statement zur deutlich überhitzten Integrationsdebatte“ darstellt, produziert und auch Regie geführt.
Der „Beste regionale Film“ heißt „Beziehungskisten“ von Oliver Krause. Auch er eine Komödie. Michael Kaltenegger, Inhaber des Roxy-Kinos Neustadt, übergab den zweiten Publikumspreis an den jungen Regisseur, der die Beziehungen dreier Paare auf dem Flohmarkt in drei Episoden beschreibt.
„Les Condiments irréguliers“ wurde als „Bester ausländischer Film“ prämiert. Er reiht sich in die Kategorie „Fantasy“ ein, Regie hat Adrien Beau geführt. Eine skurrile Welt des 18. Jahrhunderts in schwarz-weiß-Bildern tut sich da auf. Eine Marquise sieht in ihrem Leben keinen Sinn und will sich mit Rattengift umbringen. Sie probiert dies zunächst an einer Dienerin aus und entdeckt dabei ihre Leidenschaft fürs Vergiften, was sie fortan als Kunst und Lebenswerk betrachtet.
Natürlich haben die Macher des La. Meko-Festivals auch einen eigenen Favoriten, den sie auch mit einem Preis ausgezeichnet haben. „Luminaris“ ist eine argentinische Komödie. Regisseur Zaramella beschreibt darin einen Mann in seinem Alltag, der in einer von Licht kontrollierten Welt lebt, aus der er ausbrechen möchte.
Auch das Publikum darf bei La. Meko mit entscheiden. Der dritte Platz, bzw. Preis ging an Regisseur Philipp Käßbohrer für dessen Film „Armadingen“. Ein Bauer und seine Frau leben seit Jahren nebeneinander her. Ein Asteroid soll die Erde demnächst vernichten. Der Bauer beschließt, diese Nachricht seiner Frau zu verheimlichen. Man nähert sich an langsam an. Doch am nächsten Tag stellt sich heraus, der Weltuntergang findet nicht statt, die Erde ist gerettet und in Armadingen lebt sich´s (trostlos) wie zuvor.
Der zweite Preis geht an den Film „I have a boat“ von Regisseur Nathan Nill. Dieser Film spielt im Norden Deutschlands. Piet und zwei andere Männer arbeiten auf einem Krabbenkutter ohne Aussicht, eine Partnerin zu finden, zumal sie sehr wortkarg sind. Doch dann kommen drei blonde Sirenen und eröffnen Piet ganz neue Möglichkeiten.
Till Novak ist Regisseur eines Films, der zu Recht schon viele internationale Preise eingesammelt, und auch in Landau den ersten Preis gemacht hat. Er heißt „The Centrifugal Brain Project“. Es handelt sich um eine als wissenschaftliche Dokumentation aufgemachte Komödie, in der Wissenschaftler den Effekt auf das menschliche Gehirn mit monströsen Volksfest-Fahrgeschäften messen.
Alle ausgezeichneten Filme wurden in voller Länge noch einmal gezeigt. Zwischenzeitlich gab es in der Pause Gelegenheit, das Gesehene zu diskutieren und einen kleinen Snack mit Sekt zu genießen. Danach ging es in die Studentenkneipe „Fatal“ wo noch so richtig mit DJ Marcelle, der (die?) übrigens auch in einem Kurzfilm vorgestellt wurde, die Ergebnisse des Festivals gefeiert wurden. (desa)

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