
Flüchtlinge auf der Balkanroute.
Foto: dts nachrichtenagentur
Berlin- Die Bundesregierung will die Einbürgerung von Identitätstäuschern verhindern. Nach einem Gesetzentwurf aus dem Bundesinnenministerium, über den die „Welt“ berichtet, soll Zuwanderern, die dem Staat ihre wahre Identität bei der Einreise verheimlicht hatten, die Einbürgerung erschwert werden.
So sollen die unter einer falschen Identität hierzulande verlebten Jahre nicht angerechnet werden. Das ist bedeutend, weil ein Ausländer in der Regel acht Jahre im Land gelebt haben muss, bevor er den deutschen Pass beantragen darf.
Wenn er beispielsweise bei seiner Einreise ein falsches Herkunftsgebiet oder einen falschen Namen angegeben hatte, diese Identitätstäuschung aber einige Jahre später aufflog, sollen künftig diese „unter falscher Identität zurückgelegten Aufenthaltszeiten“ keine Berücksichtigung bei der Einbürgerungsentscheidung finden.
Das geht aus dem Gesetzentwurf hervor, der sich aktuell in der Ressortabstimmung befindet. Die zweite Hürde für Identitätstäuscher soll laut dem Gesetzentwurf schon vor der Einbürgerungsentscheidung greifen.
Üblicherweise erhält ein Ausländer zunächst eine (befristete) Aufenthaltserlaubnis und darf in der Regel drei bis fünf Jahre nach Einreise eine (unbefristete) Niederlassungserlaubnis beantragen.
Und diese wiederum ist erforderlich, um eingebürgert zu werden. Nach der geplanten Gesetzesänderung würden Identitätstäuscher schon an der Niederlassungserlaubnis scheitern. Demnach soll die „Klärung von Identität und Staatsangehörigkeit als zwingende Voraussetzung auch im Aufenthaltsrecht für die Erteilung einer Niederlassungserlaubnis“ festgeschrieben werden.
Die dritte Hürde betrifft Kinder von Identitätstäuschern. Seit der großen Reform des Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000 erhalten nämlich auch in Deutschland geborene Kinder zweier ausländischer Elternteile in der Regel ab Geburt den deutschen Pass, falls ein Elternteil schon acht Jahre im Land lebt.
Künftig soll die geklärte Identität und Staatsangehörigkeit der Eltern als „Voraussetzung“ für diesen Erwerb der Staatsangehörigkeit in Deutschland geborener Kinder festgeschrieben werden.
Zudem soll laut dem Gesetzentwurf künftig Mehrstaatigkeit von Flüchtlingen und Asylberechtigten „nicht mehr generell, sondern nur dann hingenommen werden, wenn ihnen die Stellung eines Antrags auf Entlassung aus der Staatsangehörigkeit ihres Herkunftsstaates nicht zumutbar ist“, heißt es in dem Entwurf. (dts Nachrichtenagentur)
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Diesen Artikel drucken



Berlin – Flüchtlinge aus mehreren von der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) kontrollierten Regionen erwartet in Deutschland ein erschwertes Asylverfahren. Nach einer Anweisung ...
Berlin – Justizminister Heiko Maas (SPD) und Innenminister Thomas de Maizière (CDU) haben sich auf einen Gesetzentwurf zur doppelten Staatsbürgerschaft geeinigt. „Wir ...
Berlin – Die Große Koalition will den Optionszwang bei der Staatsangehörigkeit für Kinder aus Migrantenfamilien, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, ...
Berlin – Der Bundestag hat den Gesetzentwurf zur Änderung des Staatsangehörigkeitsgesetzes gebilligt. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung wurde am Donnerstagabend mit den Stimmen ...
Berlin- Von Imamen in Deutschland geschlossene Kinderehen sollen künftig verboten und mit Bußgeldern geahndet werden. Diesen Vorschlag hat laut eines Berichts der ...
Berlin – Deutschland schiebt nach Angaben der Bundesregierung zu wenige Flüchtlinge ab: „In der Durchsetzung der Ausreisepflicht besteht derzeit ein erhebliches Vollzugsdefizit“, ...
Berlin – Der Bundesrat hat am Freitag das im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vereinbarte neue Staatsangehörigkeitsgesetz gebillig. Damit müssen sich in in Deutschland ...
Berlin – Österreich hat in den vergangenen Monaten offenbar massenhaft gegen europäische Regeln verstoßen. Einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der ...
Berlin – In Deutschland gibt es noch mehr als 1.000 Bunker. Wie das Bundesinnenministerium (BMI) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe auf Anfrage mitteilte, ...
Berlin – Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will den Einsatz von Gesichtserkennungssoftware an Bahnhöfen und Flughäfen zur Fahndung nach Terrorverdächtigen in einem ...
Berlin – Wegen akuten Personalmangels hat das Bundesinnenministerium Vorschriften für die Abschiebung von ausreisepflichtigen Ausländern gelockert. Vorerst bis Juni 2019 sollen auch ...
Kreis Germersheim/Kreis Südliche Weinstraße – Mit einer Kleinen Anfrage hatten sich die Landtagsabgeordneten Martin Brandl (Kreis GER) und Christine Schneider (Kreis SÜW, ...












