Ingenheim – Zum 1. September hat der südpfälzische Bundestagsabgeordnete Thomas Hitschler (SPD) zur Generationenveranstaltung „Jung und alt – was verbindet uns, was trennt uns?“ in das Gemeindehaus Ingenheim eingeladen.
Von Hitschler zur Diskussionsrunde eingeladen war der Ex-Ministerpräsident Kurt Beck, die Vorsitzende der Jungsozialisten der Südpfalz Paule Albrecht und und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft 60+ der SPD, Wolfgang Thiel. Der Raum war fast bis auf den letzten Platz gefüllt.
Hitschler fragte Kurt Beck, wie sich die Politik in Lauf der Zeit verändert habe. Beck meint, dass sich die Dinge in der Politik heute anders darstellen würden. Techniken, Formen und Fragestellungen hätten sich geändert.
Themen wie Frieden oder Gerechtigkeit seien aber die gleichen geblieben. Die digitale Welt habe sehr viel verändert. Wie der industriellen Revolution müsse man sich aber auch diesen neuen Anforderungen stellen.
Hitschler ergänzte dazu, dass die Politik heute schneller geworden sei. Oft werde um Stellungnahmen zu Berichten gebeten, die gerade erst erschienen seien. Während der Bundestagsabgeordnete immer darauf verweise, das Dokument erst lesen zu wollen, hätten Politikerkollegen anderer Fraktionen bereits eine Nachricht in den sozialen Netzwerken veröffentlicht. Kurt Beck wies darauf hin, dass es in der heutigen Zeit eine intensive inhaltliche Diskussion über die neuen Medien bräuchte.
Paule Albrecht wünscht sich, dass der Umgang mit Medien in der Schule „besser vermittelt wird.“ Eine Auseinandersetzung mit den Themen fände nicht statt. Die in den Onlinemedien hinterlegten Suchalgorithmen würden das Informationsbild völlig verzerren.
Für Albrecht sind die Themen Bildung und Europa „sehr wichtig“. Europa habe eine große Bedeutung für junge Menschen und müsse noch stärker diskutiert werden.
Auch für Wolfgang Thiel ist Europa ein wichtiges Thema. Die Friedenspolitik von Bundeskanzler Willy Brandt sei die Voraussetzung für die Wiedervereinigung und für den Frieden in Europa gewesen, sagte Thiel. Die vom Verteidigungsbündnis NATO geforderten zwei Prozent des Bruttosozialprodukts sollten in Entwicklungshilfe investiert werden, um den Frieden zu erhalten.
In Bezug auf die Generationendiskussion meinte Thiel, es gäbe eine Symbiose zwischen jungen und alten Menschen. Junge Menschen hätten gute Ideen, die umgesetzt werden müssten. Dabei könnten sie von den alten Menschen mit ihrer Erfahrung unterstützt werden.
Junge Menschen in die Politik zu bringen, sei eine Herausforderung. „Sie engagieren sich eher bei Amnesty International, als bei einer Bürgermeisterwahl zu kandidieren“, meinte Thomas Hitschler. Die jungen Menschen hätte oftmals keine Motivation, sich in der Politik zu engagieren, so Albrecht. Es sei nicht oft nicht attraktiv genug.
Alle Gesprächspartner der Runde waren sich darin einig, dass es in politischen Gremien eine gute Durchmischung aller Generationen geben müsse. Das sich junge Menschen wieder vermehrt in der Politik engagieren, könne man dadurch erreichen, sie auch sehr früh in die Verantwortung zu nehmen. (tob/red)

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