Mittwoch, 16. Oktober 2019

IGS Kandel: Sanierung oder kompletter Abriss? Brandschutz völlig unzureichend

24. November 2012 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional

Die IGS Kandel ist in die Jahre gekommen – umfangreiche Baumaßnahmen werden notwenig. (Foto:Licht)

Kandel. Der Altbau der heutigen IGS Kandel, bis 1997 Hauptschule Kandel, ist in die Jahre gekommen. Die Kreisverwaltung muss nun entscheiden, was die bessere Lösung ist: Generalsanierung oder Abriss und kompletter Neubau des Altgebäudes.

Um diese Frage zu klären, wurde ein Architekturbüro mit einer Untersuchung und Wirtschaftlichkeitsprüfung beauftragt. Nach dem Einschalten weiterer externer Fachleute zeigen erste Ergebnisse, dass die Statik intakt ist. Überraschenderweise stellten sich Mängel im Brandschutz heraus. Die Kreisverwaltung handelte schnell, erste Sofortmaßnahmen wurden bereits umgesetzt, z. B. 220 Rauchmelder angebracht. Als weitere Maßnahme für einen ausreichenden Brandschutz soll eine automatische Brandmeldeanlage eingebaut werden, was voraussichtlich mehrere Monate in Anspruch nimmt. Sicherheitshalber sollen einige Schulklassen in dieser Zeit außerhalb des Gebäudes untergebracht werden. Die Kreisverwaltung prüft derzeit geeignete Möglichkeiten.

„Der vorgefundene Zustand kann nicht weiter akzeptiert werden. Sicherheit hat Vorrang. Deshalb werden wir den Empfehlungen der Fachleute folgen und einige Schulklassen übergangsweise außerhalb des Schulgebäudes unterbringen“, so Landrat Dr. Fritz Brechtel.

Bereits im Juli dieses Jahres hat die Kreisverwaltung ein Architekturbüro beauftragt, eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung für den Altbau der IGS Kandel zu erstellen. Aufgabe ist es, herauszufinden, ob das Gebäude nach heutigen Gesichtspunkten mit vertretbarem Aufwand saniert und auf neuesten Stand gebracht werden kann oder ob es wirtschaftlicher ist, das Gebäude abzureißen und neu zu bauen.

Ohne Zweifel würde die marode Außenfassade des Anfang der 70erJahre gebauten Schulhauses die höchsten Kosten bei der Sanierung verursachen. „Fachleute schätzen, dass man alleine für die Fassade mehrere Millionen Euro investieren müsste“, sagt Dr. Fritz Brechtel.

Aufgabe des Prüfstatikers ist es, das in Kandel eingesetzte englische „Brockhouse-System“ aus statischer Sicht zu beurteilen. Bei dem Brockhouse-System handelt es sich um eine Stahlskelettbauweise, welche in Europa in den 70 er Jahren in über 80 Schulen verbaut wurde. Bei einer Begehung vor wenigen Tagen wurde erkennbar, dass das statische System wohl überwiegend intakt ist, der Brandschutz jedoch Mängel aufweist.

„Um möglichen Restrisiken vorzubeugen, werden wir vorübergehend auf eine Nutzung der Obergeschosse verzichten und zwar solange, bis unter anderem eine automatische Brandmeldeanlage eingebaut ist. Der Schutz der Schüler hat höchste und einzige Priorität“, stellte Landrat Brechtel klar. „Die Fachleute sind zuversichtlich, dass wir das Altgebäude im Frühjahr wieder in Summe nutzen können.“

Fakt ist, dass unabhängig vom Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung der Altbau der IGS Kandel entweder generalsaniert oder aber komplett neu gebaut werden muss. An einer provisorischen Unterbringung von Teilen der Schule wird sowohl in einem ersten Schritt bis zum Einbau der Brandmeldeanlage als auch in einem zweiten Schritt beim Neubau oder der Generalsanierung kein Weg vorbeigehen.

„Die jüngsten Untersuchungsergebnisse zeigen, dass der Zustand des Altgebäudes bezüglich des Brandschutzes schlechter ist als bisher angenommen. Nach den großen Maßnahmen der vergangenen Jahre hat daher nun die Baumaßnahme IGS Kandel höchste Priorität. Die Mitarbeiter und Auftragnehmer sind mit Hochdruck an der Sache. Die Schulleitung ist informiert und wird auch über das weitere Vorgehen ständig auf dem Laufenden gehalten“, so Landrat Dr. Fritz Brechtel abschließend, „Sobald neue Erkenntnisse vorliegen, werden wir erneut informieren.“ (cli/KVW Germersheim)

 

 

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