Freitag, 18. Oktober 2019

„Heimat shoppen“ – Wirtschaftsminister Wissing in Kandel: „Auf eigene Stärken besinnen“

15. September 2019 | 9 Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Politik regional, Regional, Wirtschaft in der Region

Los geht´s mit dem „Heimat shoppen“: Politiker, IHK-Vertreter, Familie Krug und City-Managerin in der Kandeler Hauptstraße.
Fotos: Pfalz-Express/Licht
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Kandel. Nicht verzweifeln am Online-Handel im Internet, sondern sich auf eigene Stärken besinnen – das riet am Samstag einer, der es wissen muss: Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing (FDP) besuchte die Aktion „Heimat shoppen“.

Der Online-Handel macht den Einzelhändlern in den Städten und Gemeinden teilweise schwer zu schaffen, Ladenleerstände gehören mittlerweile zu nahezu jedem Stadtbild. Amazon und Co. liefern schnell und bieten große Auswahl, das Haus muss man für einen Einkauf nicht verlassen.

Das aber sei doch gerade das schöne am Einkaufen vor Ort, sagte Wissing. Innenstädte seien individuell, damit werde es das Einkaufserlebnis auch. Das seien die Stärken, die es herauszustellen gelte. Der Online-Handel sei meist „ziemlich uniform“, Shoppen in der Gemeinde biete mit seinem Sortiment das individuelle Gegenstück – soziale Interaktionen wie Freunde treffen oder Kaffeetrinken inklusive, so Wissing.

Beim „Heimat shoppen“ (einem Aktionswochenende am 13. und 14. September) drehte sich alles um das Einkaufen in der Innenstadt, vorzugsweise in der Heimatkommune. „Kauf ein, wo du lebst“ lautet einer der Slogans.

Initiiert hat die Aktion die Industrie- und Handelskammer (IHK) Pfalz. In der gesamten Pfalz beteiligen sich 13 Kommunen mit mehr als 350 Unternehmen, in der Südpfalz sind es fünf: Bad Bergzabern, Germersheim, Herxheim, Kandel und Landau. Vor Ort bringen sich dann die Gewerbevereine mit Aktionen ein. In Kandel war es der Verein Handel und Gewerbe (VHG).

Vor allem die Hauptstraße war dekoriert mit „Heimat shoppen“-Tüten. Volker Wissing, der SPD-Landtagsabgeordnete und Fraktionschef im Landtag, Alexander Schweitzer, und der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Vogel besuchten eins der Kandeler „Flaggschiff“-Unternehmen, „Mode Meier“ in der Hauptstraße, ein mehrstöckiges Bekleidungshaus.

Begleitet wurden sie unter anderem von Verbandsbürgermeister Volker Poß („Ich freue mich sehr, dass diese Aktion in Kandel stattfindet“), dem Ersten Beigeordneten Michael Gaudier (in Vertretung für den im Urlaub befindlichen Stadtbürgermeister Michael Niedermeier), Citymanagerin Jennifer Tschirner, VGH-Sprecherin Michael Stöhr, Mike Schönlaub für die Abteilung Bürgerdienste der Verwaltung und von den CDU-Stadträten Niklas Hogrefe und Dirk Kunstmann. Kunstmann ist Inhaber von „Mode Meier“. Treffpunkt war zuvor das „Frischemobil“ von Edeka Burger (Kandel) auf dem Marktplatz.

Live-Test: Familie Krug probiert es aus

Ebenfalls mit dabei: Die Kandeler „Heimat shoppen-Familie“ Krug. Drei Monate lang (bis Weihnachten) wollen die Krugs ausschließlich in Kandel einkaufen. An ihren Shopping-Erlebnissen lässt die vierköpfige Familie ihre Follower auf Instagram teilhaben (www.instagram.com/familiekrug_heimatshoppen).

Echte Online-Shopper waren sie aber sowieso nie: Ein paar Mal im Jahr habe man in Internet etwas bestellt, sagten Vater und Mutter Krug. „Wir wollen nun zeigen, dass es funktioniert, im Heimatort den Bedarf zu decken.“ Allerdings sei man gespannt, wie es zu Weihnachten klappe. Wie auch immer – die Söhne Jaron (6) und Iljan (4) hatten Spaß bei der Tour durch Kandel.

Wissing und Vogel, die das Städtchen „wunderschön“ und „zauberhaft“ finden, gefiel es ebenfalls in Kandel. Gerade nach den Demo-Schlagzeilen der letzten eineinhalb Jahre sei es gut, dass Kandel seine vielen positiven Seiten zeigen könne, betonten die beiden.

Flexibel bleiben

Nicht immer über das „böse Internet“ schimpfen, sondern das Beste daraus machen, empfahl „Mode Meier“-Chef Kunstmann bei der Besichtigung seines Unternehmens. Man müsse eben seine Konzepte auf die neuen Gegebenheiten abstimmen. Dazu gehörten auch engagierte Mitarbeiter, die die Kunden kompetent beraten, und „natürlich gute Löhne für gute Leistung. Sonst wird das nichts.“

Alle Beteiligten hoffen nun, dass Projekte wie „Heimat shoppen“ die Aufmerksamkeit der Kunden wieder mehr auf die regionalen Angebote lenken. Der Einzelhandel sei der Herzschlag einer Stadt, sagte beispielsweise Karlheinz Schöttinger („Wir sind die Brille Schöttinger“).  (cli)

Info

Heimat shoppen ist eine Initiative der Industrie- und Handelskammer für die IHK Pfalz mit Unterstützung der VR-Banken und Sparkassen sowie des Handelsverbandes Mittelrhein-Rheinhessen-Pfalz. Die Aktionstage stellen zwar das Highlight der Initiative dar, die IHK Pfalz kümmert sich um das Thema aber ganzjährig.

Über Impressionen und Events aus der gesamten Pfalz berichtet die IHK Pfalz auf ihrem Instagram-Account @heimatshoppen_pfalz.

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9 Kommentare auf "„Heimat shoppen“ – Wirtschaftsminister Wissing in Kandel: „Auf eigene Stärken besinnen“"

  1. Makamabesi sagt:

    Man geht in den (inzwischen geschlossenen) Schokoladen in der Gartenstraße um der Frau was zum Geburtstag zu kaufen. Was Darf sein? Ich möchte Ger etwa stöbern… Geht nicht, wir haben hier jetzt ein Kaffee mit drin, da stört das. Sie müssen sch wissen was Sie wollen. Schuhgeschäft, Einlagen kaufen, der Inhaber möchte gern das Modell für 75,80 verkaufen, mir schweben eher 9,95 vor.(…) Spülmaschine, das exakt gleiche Bosch-Modell von Media kostet 50% mehr, muß bestellt werden. Und die Anlieferung, Entsorgung und aufbau werden extra berechnet. Viel Spass beim Experiment!
    Merke: Versuch macht klug!

  2. Aufgewachte sagt:

    Online shoppen ist gut für Artikel, die vor Ort nicht angeboten werden. Allerdings bevorzuge ich das sog. Heimatshoppen, da ich die Produkte sehen, fühlen, anprobieren, probelesen kann. Und alle sollten bedenken, dass die Globalisierung und damit Konzentration auf einige wenige Konzerne Gefahren birgt, auch wenn Amazon so praktisch rüberkommt. Ich schätze das Angebot vor Ort, die Fachgeschäfte, Handwerker, deren Service und bin gern bereit, ein paar Euro mehr zu bezahlen. Ich weiß, dass, wenn die Geschäfte aus den Gemeinden verdrängt werden, der Mensch auch nur noch zum konditionierten Objekt degeneriert. Viele junge Menschen erkennen die Gefahren nicht. Sie sollten sich die Erkenntnisse eines Pedro Banos aneignen: “ Asi se domina el mundo.“ So beherrscht man die Welt.

  3. Kannler sagt:

    Ist Herr Wissing nicht mehr bei der FDP?

  4. Kai Schnabel sagt:

    vielleicht sollten die Kannler Geschäfte mal ihre politische Propaganda Plakate aus den Schaufenster nehmen und sich politisch neutral verhalten. Der Kunde schätzt es eben nicht so sehr, wenn er beim Einkauf zu einer bestimmten politischen Richtung missioniert werden soll. Bei Leuten die sich mir gegenüber ablehnend verhalten, kaufe ich eben auch nicht ein, so einfach ist das.

    • R.F. sagt:

      Ich kaufe gerne in Kandel ein. Ich habe noch nicht gemerkt, dass in den Schaufenster politische Plakate hängen würden. Sich für Toleranz, Vielfältigkeit und Offenheit auszusprechen, ist keine Frage der Politik sondern der Menschlichkeit.

      Ich möchte nicht in einem Ort leben, wo die Menschen intolerant, engstirnig und verschlossen sind.

      • Kai Schnabel sagt:

        Noch kann jeder einkaufen, wo er möchte.
        Wenn das Verbieter-Parteien-Kartell an die Macht kommt, wird uns das vielleicht auch noch vorgeschrieben

      • Aufgewachte sagt:

        Im Prinzip stimme ich Ihnen zu. Allerdings haben sich diejenigen, die sich die Toleranz auf die Fahnen geschrieben haben, sich als intolerant entlarvt. Also einfältig statt vielfältig.

  5. Helga sagt:

    Kandel ist toll. Man kann fast alles kaufen, was man braucht und bekommt freundliche und kompetente Beratung. Und Parkplätze kosten auch nichts.
    Und so nebenbei bemerkt, die Blaubraunen ,die hier herumätzen, kaufen sowieso nicht in Kandel ein.

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