
Die Schule in Magombani soll ertüchtigt und zwei neue Säle angebaut werden. Dafür werden Spender gesucht.
Foto: Aktion Afrika
Hauenstein. Damit Kinder in Kenia weiter die Schule besuchen können, damit in Tansania und Uganda Jugendliche ihre Ausbildung fortsetzen können, damit in Workshops lebenspraktische Fähigkeiten vermittelt werden können, damit an der Schule in Magombani endlich sauberes Wasser zur Verfügung steht und die Arbeit an der Gesundheitsstation in Zigira weiterlaufen kann: Dafür hat der Hauensteiner Verein „Aktion Afrika“ jetzt weitere 30.000 Euro zur Verfügung stellen können.
Derweil wirft Trumps Politik auch und gerade in Afrika große Sorgen auf.
„Unterstützung von Bildungsmaßnahmen ist neben der medizinischen Hilfe und der Nahrungsmittelhilfe ein besonderer Schwerpunkt unserer Aktivitäten für unsere Partner in Afrika“, beschreibt der Vorsitzende des Vereins, Alfred Busch, die Arbeit der „Aktion Afrika“. Insgesamt 12.000 Euro konnten an die Projekte von Father Anselm Tarimo in Tengeru (Tansania), an das Projekt MOI in Uganda und an das Projekt „A simple Smile“ von Sister Salome in Kitale (Kenia), damit begonnene Stipendien weitergeführt werden können.
Sister Salome und ihre „Dominic Foundation“ bieten zudem in der unterrichtsfreien Zeit Workshops an, um Jugendliche und junge Erwachsene „von der Straße zu holen“. Dabei wird man 2.000 Jungen und Mädchen erreichen, um sie in grundlegenden Lebensfragen zu unterrichten. Dazu zählen beispielsweise Fragen der Persönlichkeitsentwicklung, der gesunden Lebensführung und der (Monats-)Hygiene, die Vermittlung von Werten und die Verantwortung für die Umwelt. Für die Finanzierung dieser Workshops, in dessen Rahmen auch mehrere hundert Bäume gepflanzt werden sollen, habe man 3.000 Euro zur Verfügung stellen können, berichtet der Verein.
7.000 Euro flossen in die Bohrung eines Brunnens bei der Magombani-Schule in Ukunda (Kenia). Diese Schule ist ein Projekt, das Unternehmerpaar Carl-August und Beate Seibel in die Arbeit der „Aktion Afrika“ integriert haben. Bei ihrem Aufenthalt im Januar erlebten sie mit, wie der Brunnen erstmals Wasser lieferte, das nun nicht nur der Schule, sondern auch den Bewohnern der umliegenden Siedlungen zur Verfügung steht und ihnen nun weite Wege zu oft unsauberen Wasserstellen erspart.
„Die Schule für 600 Schüler ist in einem extrem schlechten Zustand“, schilderten die Seibels die Umstände. Die Säle seien nur marginal eingerichtet und oft mit zwei Kindern aus zwei Klassen überfüllt. Jetzt sollen zwei neue Säle angebaut und mit Möbeln ausgestattet werden. Dafür liegt ein Kostenvoranschlag in Höhe von 33.000 Euro vor. Ein Förderantrag beim „Entwicklungspolitischen Landesnetzwerk RLP“ (ELAN) ist gestellt, der Rotary Club Landau wird sich an der Finanzierung beteiligen. Die noch fehlenden Mittel sollen über Spenden aufgebracht werden.
Weitere 8.000 Euro konnten die Hauensteiner wieder nach Zigira überweisen, damit die Kranken- und die Entbindungsstation –Dispensary und Maternity- weiter zum Wohle der Bevölkerung arbeiten kann.
Nach wie vor ein Thema ist die Nahrungsmittelhilfe, für die die Aktion Afrika in den vergangenen Jahren einen hohen fünfstelligen Betrag zur Verfügung stellte. Zwar sei die Versorgung der Bevölkerung –auch durch etwas bessere Ernten- inzwischen einigermaßen gesichert. Vor allem arme Familien aber und besonders Kranke und Alte sind dringend auf die Unterstützung angewiesen. „Wir werden auch auf diesem Gebiet nicht nachlassen, um gerade den ärmsten Menschen in den Projekten beim Überleben zu helfen“, sagen die Verantwortlichen des Vereins.
Derweil zeichnet sich ab, dass die Politik des Geisterfahrers Donald Trump auch den aus Hauenstein unterstützten Projekten existenzielle Probleme bereitet. So schrieb Sister Genovefa aus Voi in Kenia, dass ein Teil der Mitarbeiter des Hospitals „Shelter of Hope“ freigestellt werden mussten, weil ihre Stellen über USAid, die von Trump eingefrorene Entwicklungshilfe der USA, finanziert wurden. Und wie Genovefa befürchtet auch Father Firminus Shirima aus dem Projekt AJAM in Karen, dass die Einstellung von USAid auch die Versorgung mit Medikamenten drastisch einschränkt: „Kinder und kranke Menschen werden in großer Zahl sterben. Trumps Maßnahmen werden die Ausbreitung von Infektionskrankheiten auf der ganzen Welt sehr schnell vorantreiben.“
„Wir müssen davon ausgehen, dass die wahnwitzige Politik Trumps unsere Projekte vor schwerwiegende Probleme stellt, sodass dort die Nöte immer größer werden“, befürchtet man nun auch bei der Aktion Afrika. Umso dankbarer sei man, dass im vergangenen Jahr die Spendenbereitschaft so groß wie nie zuvor war. Auch die Partner im fernen Afrika wissen das zu schätzen: „Ihr seid ein Segen für uns und die armen Menschen in Kenia“, schrieb am 04. Februar Father Shirima und Sister Genovefa beschrieb am 06.Februar ihre Dankbarkeit so: „Unsere Gebete sind das einzige, was wir euch als Dank anbieten können.“
Info:
Spendenkonto „Aktion Afrika, Volksbank Südliche Weinstraße – Wasgau,
IBAN DE86 5489 1300 0071 8473 06

An der Schule in Magombani wurde wurde ein Brunnen gebohrt, der Schule und Bewohner der umliegenden Siedlungen mit Wasser versorgen kann.
Foto: Aktion Afrika
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