
Foto: dts Nachrichtenagentur
Berlin – Die Probleme der Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Kontakten Corona-Infizierter könnten nach Meinung von Experten mit vorhandenen Softwarelösungen erheblich verringert werden.
„Irgendjemand müsste endlich entscheiden, dass wir ein einheitliches System in Deutschland bekommen“, sagt Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbands der Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, den „Spiegel“.
Computersysteme, die Labore, Kliniken und Arztpraxen mit den Gesundheitsämtern und dem Robert-Koch-Institut vernetzen könnten, würden die Arbeitsbelastung in den Gesundheitsämtern um weit über die Hälfte reduzieren, sagte der Leiter des Gesundheitsamts Frankfurt am Main, René Gottschalk, demselben Magazin.
Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig hatte schon früh sein Sormas-System ins Gespräch gebracht, das zur Bekämpfung der Ebola-Seuche in Afrika entwickelt worden war. In Frankreich oder der Schweiz ist dieses System bereits in der Corona-Bekämpfung etabliert. In Deutschland dagegen hätten sich bisher nur etwa 50 Kommunen dazu entschlossen, Sormas einzuführen, heißt es aus Expertenkreisen. Ein Problem des Systems sei, dass es bisher noch keine Schnittstelle zum Meldesystem des Robert-Koch-Instituts habe.
Bislang arbeiten die 270 Rechercheure des Frankfurter Gesundheitsamts mit altmodischen Methoden. „Die Testergebnisse werden uns nach wie vor gefaxt“, sagt der Frankfurter Amtsleiter Gottschalk. (dts Nachrichtenagentur)
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