
Altes Werftgelände am Rhein.
Foto: Manfred Anker
Germersheim – Der Stadtrat hat am Donnerstagabend für die Bebauung des ehemaligen Werftgeländes “Am Hafen“ gestimmt.
Auf dem Gelände einsteht ein Mischgebiet mit Wohnhäusern und Gewerbeansiedlungen. Im Norden und Süden des 3,8 Hektar großen Geländes soll es eine siebengeschossige Bebauung geben (Hotel und Bürogebäude), im Mittelteil werden die Gebäude fünfgeschossig. Zum Parken sind Tiefgaragen vorgesehen.
Die Begrenzungsmauer der Wohnhäuser und Tiefgaragen soll gleichzeitig dem Hochwasserschutz dienen. Der Investor AR-T Rheinpark GmbH will bis zu 120 Millionen Euro investieren. Baubeginn soll im Sommer 2019 sein.
Schaile: Alle Wohnbedürfnisse im Blick behalten
Vor der Abstimmung hatte Bürgermeister Marcus Schaile (CDU) mit einem Plädoyer für das Vorhaben geworben. Zwar seien Zweifel an einem Großvorhaben prinzipiell nicht falsch, sagte Schaile. Dennoch solle man sich nicht immer nur an Kritik abarbeiten. Das Projekt befinde sich in einer „einmaligen Lage“ – und auch die soziale Entwicklung in der Stadt habe man stets im Blick.
Im Vorfeld hatte es von einigen Germersheimer Bürgern Kritik gegeben, die Wohnungen seien zu teuer, man brauche mehr sozialen Wohnraum. Diese Forderung, Wohnraum für junge Familien zu schaffen, sei schnell in die Welt gesetzt, sagte Schaile. Man solle jedoch auf alle Formen des Wohnungsbaus achten, auch andere Zielgruppen auf der Agenda haben. Familien mit älteren Kindern oder Familien, in der die ältere Generation mit der jüngeren zusammen lebe, müssten ebenso berücksichtigt werden.
Schaile wies nochmals darauf hin, dass es sich um ein Mischgebiet handele und deswegen auch ein Hotel möglich sei. Dieses sei dringend notwendig in Germersheim.

Älterer Entwurf – dazu kommen nun noch Begrenzungsmauer als Hochwasserschutz.
Grafik über Stadt Germersheim
Fachgutachten zu Lärm, Gerüchen und Naturschutz
Für das Bebauungsplanverfahren wurden Fachgutachten erstellt, die der Sachverständige Beckermann dem Rat vorstellte.
Demnach gibt es ein Gutachten zu Ermittlung des angemessenen Abstand zu einem angenommenen Störfall des in der Nähe befindlichen Gefahrstofflagers der „DP World“. Zudem wurde ein schalltechnisches Gutachten, eine Geruchsemissionsprognose (unter anderem wegen der in der Nähe befindlichen Kläranlage), ein Verkehrsgutachten und ein landschaftsplanerischer Fachbeitrag zum Artenschutz erstellt.
In dem Gebiet ist die streng geschützte Eidechse und die Vogelart „Neuntöter“ heimisch. Dafür müssen Ausgleichsflächen geschaffen werden.
Zum Altlastenverdacht im Boden sagte Beckermann, dieser sei bereits über Jahrzehnte untersucht worden. Bodenschutzrechtliche Probleme werde es nicht geben. Verschmutzungen an einzelnen Stellen könnten abgetragen und auf Deponien geschafft werden.
Zweifel gab es bei den Grünen. Fraktionssprecher Peter Bumiller sieht eine massierte Bebauung in einer Randlage als problematisch an. Apotheker Michael Walch (CDU) wies darauf hin, dass auf der Pflanzliste Sträucher aufgeführt sind, die Kindern gefährlich werden könnten und bat darum, diese von der Liste zu streichen. Wolfgang Sorge (CDU) lobte das Vorhaben und befand: „Die Bebauung passt.“
Reinhard Werner von der SPD findet es wichtig, dass das Gutachten öffentlich einsehbar ist, was Beckermann bestätigte. Markus Pfliegensdörfer betonte, dass ein Schreiben eines SPD-Mitglieds an die Presse und Ratsmitglieder nicht die Meinung der Fraktion widerspiegele.
Letztendlich stimmte der Rat bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen der Grünen mehrheitlich für das Großprojekt. (cli)

Sitzung am 13. Dezember.
Foto: Pfalz-Express

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