Freitag, 19. August 2022

Geothermie-Vorhaben zwischen Bellheim und Westheim: Landrat: „Keine vorschnellen Entscheidungen treffen“

1. April 2017 | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional
Beipsielbild: Auffangbecken im Geothermiekraftwerk Insheim. Foto: Pfalz-Express/Licht

Beispielbild: Auffangbecken im Geothermiekraftwerk Insheim.
Foto: Pfalz-Express/Licht

Kreis Germersheim – Zum anvisierten Geothermie-Projekt der „Deutschen Erdwärme“ appelliert Landrat Dr. Fritz Brechtel an alle beteiligten Behörden, keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen, die unumkehrbare Auswirkungen für die Menschen und ihre Umwelt in der Region haben.

Entsprechende Scheiben gingen an das Landesbergbauamt und das Ministerium, und natürlich an die Projektbetreiber selbst.

Unabhängig vom „Forum Geowärme“ hatte Brechtel im Februar die politischen Vertreter aller betroffenen Kommunen zu einem Informationsaustausch eingeladen. „Im Ergebnis muss ich festhalten, dass die Bedenken bei allen Anwesenden enorm groß waren. Dieser Eindruck hat sich in weiteren Gemeinderatssitzungen, an denen ich in den letzten Tagen teilgenommen habe, bestätigt. Diese Sorgen nehme ich sehr ernst, zumal wir alle die negativen Auswirkungen der Geothermie-Projekte in Landau und Insheim kennen“, steht unter andrem im Schreiben des Landrats an die Behörden und die Erdwärme GmbH und Co. KG.

Vor allem die Erdbebengefahr, die Sorge vor einer Verschmutzung des Grundwassers, der Eingriff in Europäische FFH- und Vogelschutzgebiete sowie die Angst vor nicht überschaubaren Spätfolgen einer solchen Bohrung bewegten die Menschen vor Ort. Das sei beim Treffen „sehr deutlich formuliert“ worden.

„Daher erwarte ich, dass der Prozess „Forum Geowärme“ nicht nur ein offener und transparenter Prozess, sondern vielmehr ein ergebnisoffener Prozess ist. Auch wir wollen selbstverständlich den offenen und transparenten Dialog fortsetzen“, so Landrat Brechtel, „Der Betreiber hat bereits geäußert, dass er gegen den einhelligen Willen der regionalen Bevölkerung dieses Projekt nicht durchführen wird. Wir werden ihn beim Wort nehmen.“

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