Donnerstag, 02. April 2020

FWG Schwegenheim macht keine „Politik der geschlossenen Türen“: „Wir stehen jedem Rede und Antwort“

24. März 2014 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kommunalwahl 2014, Kreis Germersheim, Leute-Regional, Politik regional

Bürgermeister-Kandidat der FWG  Schwegenheim, Bodo Lutzke: „Offen miteinander reden“.
Foto: Eberle

Schwegenheim. Bodo Lutzke ist ein Mensch, der offen und ehrlich seinem Gesprächspartner gegenübertritt. Transparenz auch, und vor allem in der Politik, stehen für ihn an vorderster Stelle.

Bodo Lutzke ist 2009 in den Schwegenheimer Gemeinderat gewählt worden und seinerzeit von seiner, der FWG-Fraktion, auch gleich zum Ortsbeigeordneten vorgeschlagen worden. Ein Amt, das er sehr gerne angenommen hat und gerne ausfüllt.

„Ich konnte in dieser Zeit viele Erfahrungen in der Ortspolitik sammeln. Streitpunkte gab es viele.“ Leider habe Lutzke von Anfang an gespürt, dass das Verhältnis mit Bürgermeister Goldschmidt sich nicht gut gestaltet habe und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht möglich sei.

„Wenn eine Seite nicht will, funktioniert es eben nicht“, so Lutzke.

Anträge wie eine neue Patenschaft mit der Bundeswehr, Verschönerung der Verkehrskreisel, LKW-Überholverbot auf der B 9, bemalen der Stromkästen oder der naturnahe Waldfriedhof nennt der FWG-Bürgermeisterkandidat; sie haben in den letzten Jahren den Gemeinderat beschäftigt.

Der Waldfriedhof sei abgelehnt worden, weil eine überzogene Kostenanalyse, mit utopischen 50.000 Euro Planungskosten dem Gemeinderat vorgelegt worden war, bedauert er noch heute. Auch da hatte die SPD ihr Veto eingelegt. „Die SPD war dagegen, weil der Vorschlag von der falschen Seite kam“, so Lutzke. „Ich habe Herrn Goldschmidt immer eine Partnerschaft angeboten, denn ich bin der Meinung, „Vielfältigkeit macht Demokratie aus“. Es geht nicht um große Politik sondern um Schwegenheim und Vorschläge, die dem Allgemeinwohl dienen.

Lutzke habe sich nicht in seinen politischen Ansichten beirren lassen. Früh habe er bekannt gegeben, dass er als Bürgermeisterkandidat antreten werde und sich dadurch wahrscheinlich auch angreifbar gemacht.
Lutzke fährt chronologisch im Gespräch weiter: Bei der Bürgemeisternominierung im November habe er ein einstimmiges Votum  auf sich vereinen können.

Auch die Mitgliederversammlung sei sehr harmonisch gewesen, die Kandidatenliste sehr schnell aufgestellt. 9 neue Mitglieder, darunter auch mehrere Frauen, haben sich bereit erklärt für Schwegenheim zu kandidieren.

Nun erzählt Lutzke von der nächsten großen Enttäuschung seines politischen Lebens. Es geht um den Beigeordneten Roland Haag, seines Zeichens FWGler.

Als es um die Aufstellung der Bürgermeister-Kandidaten ging, sei jeder gefragt worden, ob er kandidieren wolle. „Jeder hatte die Chance dazu“, so Lutzke. Auch Roland  Haag sei direkt angesprochen worden und habe eine Kandidatur „klipp und klar“ verneint. Er habe auch plausible Gründe dazu genannt, erzählt Lutzke.

Bei einer Vorstandssitzung wurde abgestimmt. Danach gab es im November die Mitgliederversammlung in der Lutzke besagtes einstimmiges Votum erzielte. Die CDU hatte keinen Kandidaten aufgestellt, sodass nur Lutzke für die FWG und Goldschmidt für die SPD aufgestellt waren.

„Im Januar haben wir gehört, dass Roland Haag mit einer Unterschriftenliste durchs Dorf geht und beabsichtigt, sich als Bürgermeisterkandidat aufstellen zu lassen“, erzählt Lutzke. „Wir dachten zunächst an ein übles Gerücht, aber immer mehr Leute wiesen uns drauf hin.“ Am 28. Januar kam der Vorstand der FWG  zusammen, bei dem auch Haag anwesend war.

Neben der Kandidatenliste seien auch zwei weitere „interessante Sachen“ beraten worden. Lutzke hatte jedoch gleich zu Beginn die Ratsmitglieder über einen weiteren Bürgermeisterkandidaten informiert und Haag damit konfrontiert. „Ich trete hiermit aus der FWG aus“, habe Haag überrascht gesagt, ohne sich weiter zu äußern und sei dann gegangen.

Einen Brief habe er Lutzke auf den Tisch gelegt, in dem er seinen Austritt formulierte und erklärte, dass er als Bürgermeisterkandidat aus der FWG austrete wegen eines Interessenkonflikts. (Anmerkung d. Redaktion: Zwei Bürgermeisterkandidaten aus einer Partei sind nicht möglich).

Eine ungewöhnliche Vorgehensweise Haags, die nicht zu erklären ist, wundert sich Lutzke. Nun gibt es Spekulationen und Gerüchte. Die Presse mutmaßt, dass Haag den SPD-Kandidaten und jetzigen Bürgermeister Goldschmidt mit einem geschickten Schachzug ins Amt hieven möchte, bzw. ihn zumindest unterstützen will. „Jeder soll sich selbst seine Meinung bilden“, sagt Lutzke dazu.

Schließlich könne man dies nicht beweisen. 2010 wurde Haag mit den Stimmen der FWG  zum Beigeordneten gewählt. Bei der Sitzung im November, hat er  seine Bereitschaft erklärt, 2014 wieder als Erster Beigeordneter kandidieren zu wollen.  Dafür haben wir unsere Unterstützung zugesagt.

Bodo Lutzke jedenfalls geht seinen Weg. Der Feuerwehrbeamte („Ich bin mit Leib und Seele bei der Feuerwehr“), der schon mit 12 Jahren bei der Jugendfeuerwehr angefangen hat, würde gerne das Amt des Bürgermeisters bekleiden. Unterstützt wird er darin von Frau Sibylle, den Söhnen Jonas und Johannes und seinem Dienstherrn, denn: „Der Arbeitgeber muss mitspielen“.

„Ich möchte die Dorfgemeinschaft weiter fördern und vor allem Vereine, die Jugendarbeit betreiben unterstützen“. Schwegenheim verfügt über 30, sehr aktive Vereine. Turner, Reitverein, Handballer, Jugendfeuerwehr sind nur einige davon. Lutzke selbst ist auch begeisterter Vereinsmensch und Mitglied im Reit-und Fahrverein, dem prot. Kirchenchor und dem MGV. Außerdem ist er kommissarischer Vorsitzender des Ortskartells, einem Zusammenschluss Schwegenheimer Vereine.

Bodo Lutzke ist ein rühriger Mensch und sehr gradlinig. Er mag Politik und hat ein gutes Gespür dafür. Aber: „Ich hole mir auch Ratschläge und Infos bei Berufspolitikern“. (desa)

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