Berlin – Die sprunghaft gestiegene Migration beeinflusst zunehmend auch den ostdeutschen Arbeitsmarkt. Das geht aus einer dem „Handelsblatt“ vorliegenden Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hervor.
„Die Beschäftigungsaussichten vieler Zuwanderer vor allem aus den Asylherkunftsländern sind aufgrund unzureichender Sprachkenntnisse sowie oftmals geringer beruflicher Qualifikation zumindest kurzfristig eingetrübt“, heißt es in der Expertise.
Aktuelle Untersuchungen hätten zudem gezeigt, dass die Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt „generell schwieriger“ sei als bei anderen Migrantengruppen.
So habe deutschlandweit der Anteil der Beschäftigten an der Bevölkerung von 15 bis 64 Jahren unter den Flüchtlingen im Zugangsjahr durchschnittlich bei acht Prozent gelegen. „Nach fünf Jahren lag dieser Anteil bei knapp 50 Prozent und nach 15 Jahren bei knapp 70 Prozent.“
Die Forscher erwarten deshalb, dass „viele“ Asylbewerber zunächst arbeitslos sein werden. Die Arbeitslosigkeit, die in den vergangenen Jahren in Ostdeutschland aufgrund des starken Rückgangs des Erwerbspersonenpotenzials stetig gesunken sei, dürfte demnach im kommenden Jahr kaum noch abnehmen.
Eine Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit (BA) für das IWH hat zudem ergeben, dass es mit Blick auf die Beschäftigten- beziehungsweise Arbeitslosen-Situation kaum Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland gibt.
Gegenüber dem Vorjahreszeitraum hätten in beiden Großregionen die Zahl der Beschäftigten, der Arbeitslosen und der Hartz-IV-Empfänger aus den Migrationsländern „insgesamt sehr stark zugenommen“.
Die Zahl der Beschäftigten habe in Ostdeutschland mit 24,5 Prozent sogar noch stärker zugenommen als in Westdeutschland (12,7 Prozent). Auch bei der Zahl der Arbeitslosen sei die Zuwachsrate in Ostdeutschland etwas höher. (dts Nachrichtenagentur)

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