Sonntag, 16. Juni 2024

EU-Förderung für berufsintegrierenden Masterstudiengang Weinbau und Oenologie am Weincampus Neustadt

5. März 2024 | Kategorie: Ausbildung & Beruf, Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Ratgeber, Regional, Regional

Die rheinland-pfälzische Weinbauministerin Daniela Schmitt überreicht die Förderzusage in Höhe von rund 1,7 Mio. Euro an Dr. Günter Hoos, Leiter des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz.
Weincampus Neustadt/ Marion Linzmeier-Mehn

Neustadt. Im Wintersemester 2024/2025 startet am Weincampus Neustadt und an der Université de Haute-Alsace in Colmar, Frankreich, ein gemeinsamer berufsintegrierender Masterstudiengang Weinbau und Oenologie.

Das Projekt wird im grenzüberschreitenden EU-Förderprogramm Interreg VI A „Oberrhein“ mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Die rheinland-pfälzische Weinbauministerin Daniela Schmitt hat die Förderzusage in Höhe von rund 1,7 Mio. Euro am 4. März 2024 in Neustadt an den Projektträger Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz überreicht.

„Die Weinwirtschaft benötigt Experten, die in der Lage sind, die großen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Themen unserer Zeit aufzugreifen und wirksame Lösungsstrategien für den Weinbau zu entwickeln. Nur so wird der langfristige wirtschaftliche Erfolg dieser für den Oberrhein so wichtigen Branche gesichert. Deshalb ist der neue Studiengang ein hervorragendes Element, um sich länderübergreifend auszutauschen und so neues Wissen und Know-How für einen zukunftsfähigen Weinanbau aufzubauen“, betonte die rheinland-pfälzische Weinbauministerin Daniela Schmitt.

„Die Weinbranche ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Oberrheinregion. Der berufsintegrierende Masterstudiengang bietet den teilnehmenden Unternehmen die Chance, Beschäftigte zu gewinnen und dauerhaft an ihr Unternehmen zu binden.

Deshalb freuen wir uns, mit diesem von der Europäischen Union geförderten Interreg-Projekt, Nachwuchskräfte für die Branche zu gewinnen und Menschen eine neue berufliche Perspektive aufzuzeigen. Tätigkeiten im Weinanbau erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Das Projekt leistet somit einen aktiven Beitrag zur berufsintegrierenden Bildung am Oberrhein. Die damit einhergehende Stärkung der Weinbranche kommt auch den Ausbildungsstandorten zugute“, so Weinbauministerin Daniela Schmitt.

Studiengangleiterin Prof. Dr. Lena Keller ergänzt: „Wir bilden eine neue Generation von Fachkräften aus, die in der Lage sind, die Weinbranche mit innovativen Lösungen und grenzüberschreitenden Strategien voranzubringen. Mit Unterstützung durch Interreg Oberrhein können wir nun ein Programm entwickeln, das genau dies leistet und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen am Oberrhein und in ganz Europa stärkt“.

Dr. Günter Hoos, Direktor des DLR Rheinpfalz: „Das DLR Rheinpfalz ist mit seinen Forschungsschwerpunkten und jahrzehntelangen Erfahrung in der deutsch-französischen Zusammenarbeit der ideale Partner für dieses Vorhaben.“

Nachhaltige Lösungsstrategien für die Weinbranche

Der Masterstudiengang, der sich bereits in der Entwicklungsphase befindet, wird zum Wintersemester 2024/2025 als Master of Science mit deutsch-französischem Doppelabschluss eingeführt. Er bildet Experten aus, die fähig sind, nachhaltige Lösungsstrategien für die branchenspezifischen Herausforderungen, insbesondere im deutsch-französischen Raum, zu entwickeln.

Dazu gehören aktuelle Fokusthemen wie Umweltschutz, Klimawandel, Ressourcenschonung, Digitalisierung, Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit. Auch die Anpassungsstrategien an EU-Vorgaben, wie beispielsweise die Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln, werden adressiert.

Studium und Beruf vereint

Das berufsintegrierende Studium findet in Deutschland am Weincampus Neustadt und in Frankreich an der Université de Haute-Alsace statt, wobei sich die Berufsphasen in Unternehmen des deutschen und französischen Sprachraums mit den Studienphasen abwechseln. Die Studierenden sind während des zweijährigen Studiums in Unternehmen angestellt, was den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis fördert.

Durch diese enge Verbindung von Hochschule und Unternehmen werden die Studierenden gezielt auf zukünftige Herausforderungen in der Branche vorbereitet. Gleichzeitig lernen sie die Sprache und Kultur des jeweiligen Partnerlandes kennen und erwerben interkulturelle Kompetenzen.

Unternehmen der Weinbranche am Oberrhein zusammenbringen

Ein Schwerpunkt des Projekts und Markenkern des Weincampus Neustadt ist der wechselseitige Wissenschaft-Praxis-Transfer. Die Projektpartner entwickeln ein grenzüberschreitendes Netzwerk von Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Der Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis wird durch eine webbasierte Wissensplattform im Rahmen dieses Netzwerkes gefördert.

Diese Plattform dient dem Erfahrungsaustausch und der Dokumentation von Forschungsberichten und Masterarbeiten zu aktuellen und zukünftigen Fokusthemen. Die grenzüberschreitende Vernetzung ermöglicht es, durch gezielten Austausch zeitgemäße Lösungsansätze zu entwickeln und damit einen Marktvorteil für die Oberrheinregion zu erarbeiten.

Förderung im Rahmen des Programms Interreg Oberrhein

Die Projektförderung erfolgt im Rahmen von Interreg A „Oberrhein“ und wurde vom Begleitausschuss des Programms am 6. Juli 2023 für einen Dreijahreszeitraum bewilligt.

Interreg A ist ein europäisches Förderprogramm, das seit 1989 Projekte der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit am Oberrhein unterstützt. Die Oberrheinregion erstreckt sich an der Grenze zwischen Frankreich, Deutschland und der Schweiz über 350 Kilometer entlang des Rheins.

Mehr Informationen gibt es unter https://www.weincampus-neustadt.de/studium/master-weinbau-oenologie-berufsintegrierend

v.l.n.r: 1. Reihe: Marc Weigel, Oberbürgermeister der Stadt Neustadt/Weinstraße; Werner Schreiner, Beauftragter der Ministerpräsidentin für grenzüberschreitende Zusammenarbeit; Prof. Dr. Lena Keller, Studiengangsleiterin (Weincampus Neustadt); Weinbauministerin Daniela Schmitt; Dr. Günter Hoos, Leiter DLR Rheinpfalz; Dr. Romain Pierron, Studiengangsleiter (Université de Haute-Alsace); Prof. Dr. Antje Krause, Präsidentin der TH Bingen; Prof. Dr. Hannes Kopf, Präsident der SGD Süd; Claus Schick, SPD Landtagsabgeordneter, 2. Reihe: Prof. Dr. Alain Dieterlen (Vizepräsident der Université de Haute-Alsace); Prof. Dr. Gunther Piller, Präsident der HWG Ludwigshafen; Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Schmidt, Präsident der Hochschule Kaiserslautern
Bildnachweis: Weincampus Neustadt/ Marion Linzmeier-Mehn

 

 

 

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