Mittwoch, 20. Oktober 2021

Design trifft Wein an der Südlichen Weinstrasse: Michael Michalsky und die Vinothek „Par Terre“

6. Juni 2014 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Regional

Michael Michalsky (Mitte, mit den abendlichen Vinothek-Helfern) kann stolz auf seine Arbeit sein.
Fotos: pfalz-express.de/Ahme
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Landau. Gestern (5. Juni) wurde die Vinothek  „Par Terre“ in Landau mit geladenen Gästen feierlich eröffnet. Das von Michalsky designte, ehemalige Militärgebäude bietet ab sofort ausgezeichnete Weine der Südlichen Weinstrasse an und lädt als Zentrum der Weinkultur in der Südpfalz Weinliebhaber zum Verweilen und Genießen ein.

Michael Michalsky ist einer der bekanntesten Designer Deutschlands. Neben seiner Arbeit als Modeschöpfer im High Fashion Bereich realisierte er bereits zahlreiche Interieur-Designprojekte und führt eine sehr erfolgreiche Living-Kollektion. Nun präsentierte der Lifestyle-Designer sein neuestes Projekt – die Vinothek „Par Terre“ an der Südlichen Weinstrasse.

„Es ist vollbracht“ freute sich Christoph Ochs, Vinothek-Aufsichtsratsvorsitzender, der die Begrüßung der Gäste übernommen hatte. Und sprach über die Anfänge und Absichten, die mit der Vinothek „Par Terre“ einhergehen.

„Die ‚Südliche Weinstrasse“ gehört zu den innovativsten Weinbauregionen Deutschlands. Also ist es unser Anspruch, nicht nur tolle Spitzenweine zu präsentieren, sondern dieses immer auch mit außergewöhnlichen Ideen zu verbinden.“

„Die Vinothek, das Gebäude, das Ambiente, der Name und ganz besonders das Design von Michael Michalsky werden diesem Anspruch absolut gerecht. Ich freue mich sehr, dass es immer wieder gelingt, Maßstäbe zu setzen: bei unseren Weinen und bei unseren Präsentationen“, unterstrich auch Landrätin Theresia Riedmaier.

Oberbürgermeister Hans Dieter Schlimmer dazu: „Die Qualität unserer Weine trifft auf die kongeniale Designqualität Michael Michalskys. Eine unschlagbare Verbindung! Gut für unsere Stadt und die Region.“

Vinothek-Geschäftsführerin Christine Ludt überreichte im Anschluss Michalsky ein Zertifikat, aus dem hervorgeht, dass er zukünftig die Früchte eines in der Nähe gelegenen Weinbergs ernten dürfe. Außerdem erhielt er schon als kleinen Vorgeschmack darauf eine Jungrebe. Michalsky wird schon in vierzehn Tagen an die Südliche Weinstraße zurückkehren, wenn die Weintage eröffnet werden und da es ihm hier sehr gut gefällt: „Vielleicht werde ich ja auch mal hier wohnen“, verrät er augenzwinkernd.

Wein als Kunst

„Guter Wein ist wie Kunst. Es kommt auf jede Nuance an. Jedes Detail spielt eine Rolle. Nur das perfekte Zusammenspiel aller Geschmackskomponenten ergibt einen exzellenten Wein. Deshalb präsentieren wir die Weine in der Vinothek wie Kunst.“

Dieser Grundsatz Michalskys stand bei der Design-Entwicklung des Innenraums der ehemaligen Kaserne im Mittelpunkt. Viele Naturmaterialien flossen hier mit ein. Schon der Boden aus traditionellem, hellen Eichenparkett und Ornamenten aus 55 originalen Weinfassdeckeln kombiniert Moderne mit der lokalen Weinkultur.

Warme Farbtöne in Kombination mit dem Industriecharme des Gebäudes sorgen für einen einmaligen Charakter der Vinothek. Die großzügigen Fenster verleihen dem Raum eine loftartige Atmosphäre und geben den Blick auf die umliegende Landschaft frei.

Die edlen Tropfen werden am freistehenden Tresen ausgeschenkt und können direkt an der Theke verkostet werden. Wer es etwas gemütlicher möchte, kann stilecht auf einem Michalsky Sofa oder auf einer der anderen exklusiven Sitzmöglichkeiten Platz nehmen.

Das auf dem Gelände der Landesgartenschau 2015 liegende Gebäude wird von April bis Oktober 2015 aktiv in das Treiben dieser Großveranstaltung einbezogen. Neben einem Treffpunkt für Weinliebhaber wird die Vinothek dann auch mit einer Tourist-Information Anlaufstelle für das Publikum sein.

Die Vinothek ist Freitag, 6. Juni 2014 ab 14 Uhr geöffnet. Ab dem 11. Juni 2014 beginnen die regulären Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 20 Uhr.

Zu erreichen ist „Par Terre“ auch online, unter www.par-terre.de.

Der Pfalz-Express hatte vor der Eröffnung Gelegenheit zu einem Interview.

Herr Michalsky, würden Sie sich zutrauen, eine Weinprobe unter dem Aspekt des Designs zu halten?

Mir geht es darum, ob Wein schmeckt oder nicht. Ich bin kein Weinprofi.
Manchmal versuche ich, die Aromen herauszufinden. Manchmal stimmt es, manchmal nicht.

Regisseur Röther sagte über Sie: „Er ist ein barocker Typ“. Was bedeutet das?

Nein, ich bin eher ein moderner Typ, der offen für Vieles ist Ich freue mich, neue Menschen zu treffen und gehe gerne neue Herausforderungen an. Ich freue mich, Sachen zu machen, die ich noch nie gemacht habe.
Ob das barock ist, weiß ich nicht.

Warum braucht China spezielle Sportmode?

Sie beziehen sich auf meine Modelinie für Kappa? Weil es in China einen so großen Markt gibt, dass bestimmte Sportmarken auch auf lokale Geschmäcker Rücksicht nehmen. Manche Sportarten sind wichtiger in bestimmten Ländern, Fußball zum Beispiel vor allem bei uns. Da ich jahrelang erfolgreich für ein großes Sportunternehmen gearbeit habe, habe ich mich da eingebracht.

Wie schwer ist es denn, sich einen Markt als Designer zu erschließen?

Es ist überall schwierig, sich durchzusetzen, wenn man sein Geld durch Kreativität verdienen möchte. Man muss Biss und Drive haben. Und wenn man davon leben kann, ist das das Tollste.

Wie sehen die real people in der Pfalz aus?

Die sehen genauso aus wie die in Berlin, Hamburg, München oder Düsseldorf. Heutzutage hat Jeder den Zugriff auf Mode ,egal, wo er lebt. Als ich Teenager war, gab es noch kein Internet. Heute kann ich auf einen Blog gehen und mich informieren. Durch E-Commerce gibt es viele Möglichkeiten, sich selbst darzustellen.

Es ist egal, wo man wohnt, es kommt auf die Geisteshaltung an, seine Attitude und inwieweit man seine Individualität ausdrücken möchte. Es ist keine Frage, ob ich in einer Stadt mit 60.000 oder in einer Stadt mit 5 Millionen Einwohnern lebe. Das hat sich grundlegend geändert.

Haben sie noch andere Vorbilder außer Karl Lagerfeld?

Ich habe als Teenager eine Story über ihn gelesen. Er hat mich dazu inspiriert, Designer zu werden. Es gibt viele Leute in meinem Leben, die ich bewundere, für das, was sie machen. Leute, die malen, die bewundere ich genauso, wie jemand, der eine andere Leistung erbringt. Vorbilder sind zum Beispiel auch meine Eltern, die mich immer unterstützt haben. Vorbilder müssen nicht superreich sein, sondern, sie müssen etwas machen, was eine bestimmte Energie erfordert.

Wie kamen Sie dazu, hier eine Videothek zu designen?

Interieur design war schon immer meine Leidenschaft. Ich wollte gerne auch Architekt werden. Inzwischen habe ich schon etliche Interieur-Projekte gemacht.

Was ist das Besondere an der Vinothek Südliche Weinstraße „Par Terre“?

Die SÜW hat einen enormen Schub erfahren. Ich fand toll, dass die Winzer hier ihr neues Selbstwertgefühl ausdrücken können.

Wie sind Sie vorgegangen?

Bevor ich begonnen habe, habe ich Winzer besucht, mich sehr viel mit den Menschen hier unterhalten. Ich wollte Lokalcholorit: Habe mich von Weinfässern inspirieren lassen, wir haben eine Wand mit Steinen von jedem Winzer und seiner besten Lage.

Ich sehe den Wein als Kunstwerk. Deshalb stehen die Weine in Bilderrahmen. Ich wollte die Tradition aufgreifen mit alten schwarz-weiß-Fotos, die ich auch selbst sammle. Ich wollte, dass es cool ist und dass es auch in zehn Jahren noch toll aussieht. Diese Konzept ist einzigartig und nur für die Südliche Weinstraße erdacht.

Sind Sie gerne in der Südpfalz?

Ich fühle mich hier sehr wohl. Vielleicht mache ich ja noch mehr hier in der Pfalz (lacht).

Haben Sie auch einen Lieblingswein?

Das sind alles meine Lieblingsweine (zeigt in die Runde). Ich könnte mich hier einschließen und alle durchprobieren. (desa/red)

Das Band ist zerschnitten: Ochs, Michalsky, Ludt, Riedmaier und Schlimmer heißen die Eröffnungsgäste willkommen.
Foto: Heupel

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