Donnerstag 18.Juni 2026

Coliforme Keime im Trinkwasser: Abkochen in Steinweiler, Minfeld und Teilen von Kandel und Winden dringend empfohlen

16. Oktober 2024 | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional

Foto: Pfalz-Express

VG Kandel – Im Zuge routinemäßiger Trinkwasseruntersuchungen, die in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden, wurde am Freitag, 11. Oktober 2024, im Wasserwerk Steinweiler eine geringe Anzahl coliformer Keime nachgewiesen.

Zunächst als Verdachtsfall eingestuft, bestätigten weitere Untersuchungen die Verunreinigung. Am Montag entnommene Proben, deren Ergebnisse am Mittwoch, 16. Oktober 2024, vorlagen, wiesen erneut coliforme Keime nach. Zusätzlich wurden Escherichia coli (E. coli) und Enterokokken festgestellt.

Diese Bakterien kommen natürlicherweise im Darm von Vögeln, Säugetieren und Menschen vor und können bei Kontakt mit Trinkwasser gesundheitliche Risiken bergen.

Betroffen sind folgende Gebiete: die Ortsgemeinden Steinweiler und Minfeld, der nordöstliche Bereich von Winden (Gartenstraße, Im Rosengarten, Am Sportplatz, Nachtweide, Gänsbuckel, Steinweilerer Straße) sowie Teile von Kandel (Saarstraße, Brehmstraße, Erlenbachweg, Höfener Straße, Horstring).

Die Verbandsgemeindewerke Kandel und das Gesundheitsamt des Kreises raten daher dringend, das Trinkwasser für bestimmte Zwecke mindestens drei Minuten sprudelnd abzukochen. Dazu zählen die Zubereitung von Nahrung, das Abwaschen von Gemüse und Obst, die Herstellung von Eiswürfeln, das Zähneputzen sowie medizinische Anwendungen wie Wundreinigung. Wer ganz sicher sein will, kann das Wasser bis zu zehn Minuten kochen und dann abkühlen lassen.

Für Körperpflege kann nicht abgekochtes Wasser genutzt werden, sofern darauf geachtet wird, es nicht zu trinken oder mit offenen Wunden in Kontakt zu bringen. Für Haustiere, Toilettenspülung und die Waschmaschine ist kein Abkochen nötig.

Personen mit gesundheitlichen Beschwerden sollten ihren Hausarzt aufsuchen. Falls der Verdacht besteht, dass die Beschwerden auf die Wasserverunreinigung zurückzuführen sind, muss dies dem Gesundheitsamt gemeldet werden.

Die Verbandsgemeinde Kandel will in diesem Zusammenhang auch über eine Katwarn-Meldung die  Bürger der betroffenen Gebiete von dem Abkochgebot informieren. Außerdem wird darum gebeten, Nachbarn oder Bekannte, die in Minfeld, Steinweiler oder den betroffenen Ortsbereichen in Winden und Kandel wohnen, zu informieren, sofern bekannt ist, dass diese über keine entsprechenden Informationskanäle verfügen.

„Gerade nach starken Niederschlägen steigt das Risiko von Verunreinigungen. Regelmäßige Kontrollen, wie sie auch im betroffenen Wasserwerk in Steinweiler durchgeführt werden, führen im Bedarfsfall zu geeigneten Maßnahmen, die mit dem Gesundheitsamt abgestimmt und umgehend umgesetzt werden. Die abschließende Kontrolle der Ergebnisqualität sorgt dafür, dass sich die Bürger bei der Verwendung von Leitungswasser sicher fühlen dürfen“, so die stellvertretende Amtsärztin im Germersheimer Gesundheitsamt, Dr. Anette Georgens.

Landrat Dr. Fritz Brechtel setzt beim Abkochgebot insbesondere auf nachbarschaftliche Hilfe: „Wir haben zwar über alle Kanäle informiert und die Verbandsgemeine in Kandel hat mit einer Katwarn-Meldung sowie der Verteilung von Flugblättern die Bürgerinnen und Bürger vorbildlich unterrichtet, dennoch sollten auch die Menschen in den betroffenen Gebieten selbst die Information über das Abkochgebot verbreiten.“

Aktuelle Informationen zur Lage werden nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt auf der Homepage der Verbandsgemeinde Kandel, unter www.vg-kandel.de veröffentlicht. Außerdem wurde eine Telefon-Notrufnummer, 0172-2018337, eingerichtet.

Zur Behebung des Problems bereiten sich die Wasserwerke Steinweiler auf eine Chlorung des Trinkwassers vor. Begleitet wird diese Maßnahme von einem engen Überwachungsprogramm des Wasserwerks und der Verbandsgemeinde Kandel sowie der Spülung der betroffenen Netze. Die Kreisverwaltung will in Rücksprache mit den Verbandsgemeindewerken unverzüglich darüber informieren, sobald das Abkochgebot aufgehoben werden kann.

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