Sonntag, 25. Oktober 2020

Bürgermeisterwahl in der Verbandsgemeinde Hagenbach am 25. Oktober: Fragen an CDU-Kandidatin Iris Fleisch

17. Oktober 2020 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional

Iris Fleisch
Foto: v. privat

VG Hagenbach – Am 25. Oktober wählt die Verbandsgemeinde Hagenbach einen neuen Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin. Der bisherige Bürgermeister Reinhard Scherrer (SPD) tritt nicht wieder an. 

Zwei Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge: Iris Fleisch (CDU) und Mario Daum (SPD).  Wir haben beiden Kandidaten dieselben Fragen gestellt.

Iris Fleisch

Warum möchten Sie Bürgermeisterin werden, was bewegt Sie zur Kandidatur?

Zunächst einmal: ich bin gebürtige Hagenbacherin und fühle mich schon immer sehr wohl hier in unserer Verbandsgemeinde. Als Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde und Vertreterin des amtierenden Bürgermeisters habe ich erkannt, dass ich manche Dinge anders angehen würde.

Ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen und trete an für mehr Bürgerbeteiligung, eine bürgerfreundliche Verwaltung und mehr Transparenz. Seit rd. zwölf Jahren bin ich politisch engagiert und habe als Stadtrats- und Verbandsgemeinderatsmitglied sowie als Stadtbeigeordnete und insbesondere auch aufgrund meiner beruflichen Erfahrungen als Diplomverwaltungswirtin das notwendige Rüstzeug, um die Verbandsgemeinde voranzubringen, indem „Ideen zu Taten werden“.

In unserer Verbandsgemeinde sehe ich den Vorteil, dass der persönliche Bezug zu den Menschen gegeben und ein ausgeprägtes „Wir-Gefühl“ vorhanden ist. Dieses möchte ich u.a. nutzen und mich als Initiatorin, Treiberin, Moderatorin und Motivatorin gegen die Einsamkeit der Menschen, für die Vereine, für das Gewerbe/Handwerk stark zu machen.

Ich sehe die Bürgermeisterin auch als Schnittstelle zwischen Verbandsgemeinde und Ortsgemeinden sowie der Verwaltung und anderen Behörden. Es liegt mir, Menschen zusammen zu bringen. Wenn man gemeinsam an einem Strick zieht, erreicht man viel mehr.

Beschreiben Sie einem Fremden Ihre Verbandsgemeinde mit maximal zwei Sätzen…

Das „Drei-Länder-Eck“ von Rheinland-Pfalz, Elsass und Baden-Württemberg in der reizvollen Landschaft mit den vielfältigen Rheinauen und dem reizvollen Bienwald bietet mit einer heimatverbundenen engagierten Vereinswelt attraktive Freizeitangebote mit lebensfrohen, freundlichen und hilfsbereiten Menschen, die gerne miteinander feiern. Ich verbinde mit der Verbandsgemeinde aufgeschlossene Menschen und wunderschönen Plätze und damit Heimat, Wärme, „Wir-Gefühl“ und Herzlichkeit, die Verbandsgemeinde ist mir eine Herzensangelegenheit.

Wenn ich Bürgermeisterin bin, werde ich als erstes…?

meinen Mann Uwe küssen, da ich nur deshalb Bürgermeisterin werden konnte, weil er mir den Rücken freihält, so wie es für mich während seiner Selbständigkeit als Kartoffelgroßhändler selbstverständlich war, ihn zu unterstützen.

Die nächsten drei Projekte sind…? 

Es gibt zahlreiche Vorhaben, die begonnen sind, beschlossen wurden und/oder für deren Umsetzung es eine gesetzliche Verpflichtung gibt. Dazu zählen bspw. die Sanierung der Grundschulen, Realisierung der Baugebiete, damit unsere Jugend in der Verbandsgemeinde verbleibt, die Kindergärten fit zu machen für das neue Kita-Gesetz, Straßensanierungen, Digitalisierung, Breitbandausbau, usw.

Persönlich liegen mir folgende Projekte am Herzen:

 – Bürgernähe/Bürgerfreundlichkeit       

Dazu zählt für mich eine starke bürgerfreundliche Verwaltung, mehr Bürgerbeteiligung und Transparenz. Durch Einführung von Sprechstunden in den einzelnen Ortsgemeinden möchte ich, in Zusammenarbeit mit den Ortsbürgermeistern, den Bürgern Gelegenheit geben und sie ermuntern, ihre Anregungen mitzuteilen, um diese in Planungen einfließen zu lassen. Die Bürger vor Ort wissen am besten wo „vor Ort der Schuh drückt“. Ein gutes Beispiel sind die vielfältigen Anregungen/Beschwerden zum Thema Verkehr. Hier werde ich ein offenes Ohr haben. Es besteht Handlungsbedarf.

Bessere Betreuungsangebote für Jung und Alt/Ehrenamt gegen die Einsamkeit                                                  

„Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ klingt gut, funktioniert aber leider viel zu oft nicht. Auch der Bedarf an (stundenweiser) Betreuung bei Angehörigen oder allein wohnender Senioren wächst stetig. Hier denke ich an eine Verbesserung der Betreuungsangebote für Kinder und Jugendliche aber auch für Senioren. Wir müssen- auch in Zusammenarbeit mit den Ortsgemeinden- über neue Modelle nachdenken und generationenübergreifend nach Lösungen suchen: Menschen zusammenbringen, die sich gegenseitig das Leben erleichtern („Leih-Oma/Opa“, Wohnen für Hilfe, o.ä.).

 – Klimaanpassungsmaßnahmen

Hier ist noch Luft nach oben. Viele Maßnahmen liegen in der Zuständigkeit der Ortsgemeinden. Ich werde versuchen- ähnlich wie bei der Infoveranstaltung zu den Ehda-Flächen- Synergien zu nutzen und die Ortsgemeinden in der Umsetzung von solchen Maßnahmen zu unterstützen. Hier lege ich den Fokus nicht auf die Aufstellung von mehrseitigen Klimaschutzprogrammen, sondern es sollen Ideen unmittelbar zu Taten werden, wie beispielsweise die Anlegung der Blühstreifen entlang der Radwege in diesem Sommer. Es gibt vielen gute Ideen, die sukzessive im Rahmen der personellen Möglichkeiten umgesetzt werden sollen. Auch werde ich überprüfen, ob die Einstellung eines Klimaschutzmanagers in der Verbandsgemeinde sinnvoll und falls ja förderfähig ist. Der Klimawandel ist da- ich sehe Handlungsbedarf.

Stichwort Finanzen: Wie wollen Sie die Verbandsgemeinde finanziell voranbringen?

Tatsächlich ist es so, dass die Verbandgemeinde über keine originären Einnahmequellen verfügt. Die Verbandsgemeinde hängt am Tropf der Ortsgemeinden. Sie finanziert sich durch Zuweisungen und Zuschüsse des Landes und des Bundes sowie aus Mitteln des kommunalen Finanzausgleichs und insbesondere über die Verbandsgemeindeumlage, die die Ortsgemeinden stemmen müssen. Ich stehe dafür, den Ortsgemeinden mit der Umlage nicht finanziell das Wasser abzugraben. Diese sollen auf jeden Fall die Möglichkeit erhalten, das zu finanzieren, was sie für ein „intaktes Gemeindeleben“ für notwendig erachten. Helfen kann uns dabei, wenn wir alle an einem Strang ziehen, um die Ertragskraft der Ortsgemeinden zu verbessern. Insbesondere durch Schaffung zusätzlichen Wohnraums und dadurch Erhöhung der Einkommenssteuer sowie Stärkung des Gewerbes und dadurch Erhöhung der Gewerbesteuer.

Wichtig erachte ich auch, Fördermöglichkeiten auszuschöpfen. Auch dafür werde ich mich einsetzen.

Worin liegt Ihre Stärke, was sehen Sie als Ihre Schwäche an?

Ich sage immer was ich denke, allerdings wird das (in der Politik) nicht immer gern gehört. (red)

Mehr Informationen zu Iris Fleisch gibt es auch der Homepage https://www.irisfleisch.de/

Die Antworten von SPD-Kandidat Mario Daum gibt es hier.

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