Samstag, 29. Februar 2020

Bruchsal: Zwei Jugendliche klettern auf Güterzug: 16-Jähriger durch Stromleitung lebensgefährlich verletzt

24. Oktober 2019 | noch keine Kommentare | Kategorie: Nordbaden

Symbolbild: dts nachrichtenagentur

Bruchsal. Am Mittwochabend (23. Oktober) gegen 19:45 Uhr ist es am Haltepunkt Bruchsal-Tunnelstraße zu einem schweren Unfall gekommen. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen kletterten zwei Jugendliche auf den Kesselwagen eines kurzzeitig haltenden Güterzuges.

Dabei näherte sich ein 16-Jähriger der stromführenden Oberleitung und es kam zu einem Spannungsüberschlag der den jungen Mann schwer verletzte. Der 15-jährige Freund kletterte vorher bereits wieder vom Waggon herunter und blieb unverletzt.

Ein Anwohner vernahm aus seiner Wohnung heraus einen lauten Knall und darauf folgende Hilferufe aus Richtung des Haltepunktes. Die daraufhin verständigten Polizei- und Rettungskräfte fanden den jungen Mann im Gleisbett. Er wurde sofort medizinisch erstversorgt und anschließend von einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen.

Im Einsatz waren eine Streife der Bundespolizei Karlsruhe, zwei Streifen des Polizeireviers Bruchsal, eine Streife des Polizeireviers Philippsburg 30 Kräfte der Berufsfeuerwehr Bruchsal, ein Notarzt, ein Rettungswagen und ein Rettungshubschrauber, drei Notfallseelsorger der Stadt Bruchsal sowie ein Notfallmanager der Deutschen Bahn.

Die Strecke zwischen Bruchsal und Bretten war in der Zeit von 20:05 – 21:14 Uhr beidseitig gesperrt. Dadurch erhielten sieben Züge 209 Minuten Verspätung.

Warum der junge Mann auf den Kesselwagen kletterte, ist aktuell Gegenstand der Ermittlungen. Der Zustand wird derzeit als lebensbedrohlich eingestuft.

Aus aktuellem Anlass weist die Bundespolizei nochmals eindringlich auf die Gefährlichkeit dieses Handelns hin. Die Oberleitung hat eine Spannung von 15.000 Volt. Nicht nur das Berühren der Oberleitung mit dem Körper oder mit Gegenständen aller Art, sondern schon die bloße Annäherung ist lebensgefährlich.

Die Bundespolizei und auch die Deutsche Bahn AG weisen bereits seit Jahren gezielt durch Präventionsprogramme auf diese unsichtbare Gefahr hin.

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