
Nutztiere wie diese Schafe können Überträger für das Q-Virus sein. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch kann ausgeschlossen werden.
Foto: Ahme
Lachen-Speyerdorf – Seit etwa zwei Wochen beobachtet das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Bad Dürkheim ein vermehrtes Auftreten von Lungenentzündungen im Raum Lachen-Speyerdorf. Mittlerweile haben Untersuchungen ergeben, dass es sich bei bisher sechs Patienten um eine Q-Fieber-Erkrankung handelt. Sie alle sind wohnhaft im nordöstlichen Wohngebiet von Speyerdorf.
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht zu befürchten. Da die Krankheit meist von Nutztieren wie Schafen, Ziegen, Rindern und anderen Tieren auf den Menschen übertragen wird, hat das Veterinäramt ebenfalls Untersuchungen eingeleitet. Möglich ist auch eine Infektion über Wildtiere, sodass der genaue Infektionsherd schwer nachgewiesen werden kann.
In der näheren Umgebung der Krankheitsfälle sind drei Schafbetriebe ansässig. Alle drei werden überprüft, bei einer Schafhaltung konnte der Erreger bereits nachgewiesen werden. Das Veterinäramt steht mit den Betrieben in Kontakt, erforderliche weitere Maßnahmen werden in Zusammenarbeit mit den Tierhaltern getroffen.
Q-Fieber äußert sich meist wie eine „Sommergrippe“ mit Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen. In schweren Fällen tritt eine Lungenentzündung auf. Das Gesundheitsamt rät allen Personen, die in Lachen-Speyerdorf arbeiten oder wohnen, mit Symptomen einer „Sommergrippe“ ihren Arzt aufzusuchen. Auch wer in den letzten vier Monaten grippeartige Symptome hatte, sollte sich mit seinem Hausarzt in Verbindung setzen. Durch eine Blutuntersuchung kann abgeklärt werden, ob es sich um Q-Fieber handelt. Zur Behandlung der Erkrankung stehen Antibiotika zur Verfügung.
Eine besondere Risikogruppe stellen Schwangere dar, bei denen Q-Fieber mit einem erhöhten Risiko für Fehl- und Frühgeburten verbunden ist. Auch Personen mit Herzfehlern oder Herzklappenersatz gelten als Risikogruppe für Q-Fieber. Hier kann es zu chronischen Entzündungen am Herzen kommen. Personen aus Lachen-Speyerdorf, die den genannten Risikogruppen angehören, rät das Gesundheitsamt auch wenn keine Symptome vorhanden sind, sich auf Q-Fieber untersuchen zu lassen.
Dies ist deshalb wichtig, da für die Risikogruppen gegenüber der Normalbevölkerung von einem höheren Risiko für einen chronischen Verlauf auszugehen ist. Da die Krankenkassen bei Patienten ohne Symptomen die Kosten für eine Untersuchung auf Q-Fieber nicht übernehmen, können sich Angehörige der Risikogruppen im Gesundheitsamt Neustadt (Neumayerstraße 10) kostenlos testen lassen.
Für die Blutabnahme im Gesundheitsamt ist eine telefonische Voranmeldung unter der Nummer 06322/961-7401 erforderlich. Zum Termin selbst ist ein amtlicher Ausweis (Nachweis des Wohnortes) und – bei Inanspruchnahme einer kostenlosen Untersuchung – ein geeigneter Nachweis vorzulegen (z. B. Mutterpass bei Schwangerschaft, ärztliche Bescheinigung bzw. Krankenhausbericht bei Herzfehler oder Herzklappenprothese).
Personen, die in den letzten ca. vier Monaten gesund waren und kein erhöhtes Risiko durch eine Q-Fieber-Infektion haben, können sich gegen Kostenerstattung (45 Euro) im Gesundheitsamt untersuchen lassen.
Gesundheitsamt und Veterinäramt arbeiten intensiv daran, weiteren Erkrankungsfällen vorzubeugen.
Fragen zu Q-Fieber beantwortet das Gesundheitsamt unter Telefon 06322/961-7401.
Weitere Informationen zum Q-Fieber auf den Internetseiten des Robert-Koch-Instituts:
www.rki.de (red)

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