Freitag, 22. November 2019

Bellheim führt als 100. Kommune Ehrenamtskarte ein – Vereinbarung mit Ministerpräsidentin Dreyer unterzeichnet

2. Dezember 2016 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional, Regional
Vereinbarung unterzeichnet: ministerpräsidentin Malu Dreyer, Verbandsbürgermeister Dieter Adam. Fotos: Pfalz-Express/Licht

Vereinbarung unterzeichnet: Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Verbandsbürgermeister Dieter Adam.
Fotos: Pfalz-Express/Licht

Bellheim – Die Verbandsgemeinde Bellheim hat als 100. Kommune in Rheinland-Pfalz die Ehrenamtskarte eingeführt.

Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Verbandsbürgermeister Dieter Adam im Ratssaal der Verwaltung.

Mit der Karte, 2014 von der Landesregierung an den Start gebracht, können ehrenamtlich Tätige landesweit rund 450 Vergünstigungen in Anspruch nehmen.

Sie sei sehr stolz darauf, dass Rheinland-Pfalz mit 48,3 Prozent ehrenamtlich engagierter Bürger bundesweit den Spitzenplatz belege, sagte Dreyer. Das habe auch mit der Mentalität der Rheinland-Pfälzer zu tun, denen es eben nicht egal sei, was mit dem Nachbar nebenan passiere.

Im ganzen Land gäbe es eine große Hilfsbereitschaft, so Dreyer. Das Ehrenamt müsse deswegen umso mehr gewertschätzt werden. Das habe die Landesregierung unter anderem mit der Einführung der Ehrenamtskarte tun wollen.

Man lebe momentan in einer Zeit, in der das Leben ein wenig in Unordnung geraten sei, fügte Dreyer hinzu: „Wir hören viele populistische Töne, die uns nicht gefallen.“ Aber gerade mit den Flüchtlingen gebe es in keiner einzigen Kommune in Rheinland-Pfalz mehr Probleme. Das alles sei nur mit den vielen hilfsbereiten Menschen zu stemmen gewesen. „Alle haben mit angepackt. Darauf sollten wir stolz sein“, so die Ministerpräsidentin.

Den Ehrenamtlern in der Verbandsgemeinde Bellheim wünschte sie viel Freude bei der Nutzung der Karte.

V.li.: Bürgermeister Paul Gärtner (Bellheim), Gerald Job (Ottersheim), Malu Dreyer und Dieter Adam, Landtags-Vizepräsidentin Barbara Schleicher-Rothmund, Bürgermeister Ulrich Christmann (Knittelsheim).

V.li.: Bürgermeister Paul Gärtner (Bellheim) und Gerald Job (Ottersheim), Malu Dreyer und Dieter Adam, Landtags-Vizepräsidentin Barbara Schleicher-Rothmund, Bürgermeister Ulrich Christmann (Knittelsheim).

Adam: „Herzensangelegenheit“

Für Bürgermeister Adam ist es eine besondere Freude, „die 100. Kommune zu sein, die das bürgerschaftliche Engagement mit der Ehrenamtskarte fördert und belebt“.

Die Verbandsgemeinde Bellheim verfüge über ein breit gefächertes sportliches, kulturelles und gesellschaftliches Angebot mit nahezu 110 Vereinen und Organisationen. Die Jugendarbeit werde großgeschrieben; jährlich erhielten die örtlichen Vereine eine besondere Jugendförderung mit Zuschüssen von der Verbandsgemeinde in Höhe von rund 30.000 Euro. Die Verbandsgemeinde habe es sich zur Aufgabe gemacht, das Ehrenamt besonders auszuzeichnen und verstärkt zu fördern.

Das Engagement in Vereinen und Institutionen sei für die lebendige Dorfgemeinschaft unverzichtbar, so Adam weiter. Die Bereitschaft der Bürger sei ungebrochen groß. Alle leisteten Tag für Tag unersetzbare Arbeit für die Gemeinden.

Als Bürgermeister sei es ihm eine Herzensangelegenheit, das Ehrenamt wo immer möglich zu stärken. Die Ehrenamtskarte gebe neue Impulse und würdige das unentgeltliche Engagement.

Die Verbandsgemeinde geht sogar in einigen Punkten noch darüber hinaus. So können beispielsweise die Mitglieder der Jugendfeuerwehr im Sommer den Schwimmpark kostenfrei nutzen; erwachsene Feuerwehrangehörige erhalten einen kleinen Einkaufsgutschein.

Die Integration der Flüchtlinge spiele natürlich auch in Bellheim eine große Rolle, sagte Adam und sprach von einer „Herkulesaufgabe“. Auch hier gebe es eine unglaubliche Hilfsbereitschaft. In der Flüchtlingshilfe seien rund 100 Bellheimer eingagiert mit Helferkreisen, Integrationscafe, Kleiderstube, Fahrradwerkstatt und Vielem mehr. In jeder Ortsgemeinde sei ein Asylkoordinator aktiv.

Bellheims Ortsbürgermeister Paul Gärtner merkte an, dass das Ehrenamt gar nicht hoch genug bewertet werden könne: „Herzblut kann man nicht bezahlen.“ Umso mehr profitiere die Gesellschaft nicht von „Leserbriefeschreibern“, sondern von Leuten, die aktiv anpackten.

„Nur an allem rumkritisieren und sich selbst nicht in Gesellschaft einzubringen“ – das sei nicht zielführend, so Gärtner.

Zum Abschluss gab´s für die Ministerpräsidentin einen Korb „Gesundes“ und Leckeres aus der Verbandsgemeinde.

(cli/red)

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Information

Die Ehrenamtskarte kann erhalten, wer mindestens 16 Jahre alt ist und sich in einer der teilnehmenden Kommunen durchschnittlich mindestens fünf Stunden pro Woche, beziehungsweise 250 Stunden jährlich, ehrenamtlich engagiert und dafür keine pauschale finanzielle Entschädigung bekommt.

Die Inhaber der Karte können dann landesweite Vergünstigungen in Anspruch nehmen. Die Karte wird von der Staatskanzlei ausgestellt und ist auf zwei Jahre befristet und kann danach erneut beantragt werden.

Das Land stellt ebenfalls Vergünstigungen durch landeseigene Einrichtungen und Sonderaktionen.

Weitere Informationen unter  auf www.wir-tun-was.de.

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