Berlin – Deutschland belastet seine Unternehmen steuerlich so stark wie nur wenige andere Länder.
Das geht aus der Studie „Die Steuerbelastung der Unternehmen in Deutschland“ vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) hervor, die der „Welt am Sonntag“ vorliegt.
Demnach weist die Bundesrepublik mit 28,2 Prozent unter 21 untersuchten Ländern die fünfthöchste tatsächliche Steuerbelastung auf, die Tarife sind mit 31,2 Prozent die siebthöchsten unter 33 Ländern. Der Fiskus darf sich der Studie zufolge in den kommenden Jahren auf sprudelnde Unternehmenssteuern freuen: Die Einnahmen werden zwischen 2012 und 2017 von 112 auf 134 Milliarden Euro steigen – und damit um fast 20 Prozent.
„Die positive Entwicklung des Steueraufkommens ist einmal mehr ein Beleg für die zentrale Bedeutung der Wirtschaft für den Wohlstand unseres Landes“, sagte BDI-Präsident Ulrich Grillo. Zum vorerst letzten Mal wurden die Unternehmenssteuern 2008 reformiert. Damals senkte die große Koalition die Körperschaftsteuer von 25 auf 15 Prozent. Dadurch sei Deutschland „attraktiver“ geworden, schreiben die Studienautoren.
„Allerdings wurden die positiven Regelungen teuer erkauft.“ Einschnitte bei der steuerlichen Bemessungsgrundlage hätten betriebswirtschaftliche Selbstverständlichkeiten immer mehr außer Acht gelassen. Die Industrie fürchtet, dass dieser Kurs fortgesetzt wird. „Es ist doch grotesk, dass in Zeiten von Rekord-Steuereinnahmen nicht über das staatliche Ausgabenproblem diskutiert wird, sondern über die Einführung von Vermögensteuern oder eine höhere Erbschaftsteuer“, sagte VCI-Präsident Karl-Ludwig Kley.
Er kritisiert auch den Anstieg der Energiekosten: Die Abgaben und Steuern für Strom hätten sich seit 2001 fast vervierfacht. „Wenn wir nicht wollen, dass in vielen Betrieben die Lichter ausgehen, ist ein Umsteuern in der Energiepolitik dringend geboten.“ Auch die Kommunen belasten laut der Studie Unternehmen häufig stärker als vorgesehen. Die gesetzliche Zielmarke einer Ertragsbelastung von Kapitalgesellschaften von unter 30 Prozent wird laut den Autoren bei einem Gewerbesteuer-Hebesatz von bis zu 405 Prozent erreicht.
Tatsächlich liege dieser in Städten mit über 50.000 Einwohnern aber bei 440 Prozent. (dts Nachrichtenagentur)

Diesen Artikel drucken



Für Geringverdiener sind die Wohnkosten in Deutschland im Europavergleich besonders teuer. Das geht aus Wohnkosten-Berechnungen des EU-Statistikamtes Eurostat auf Anfrage von Linken-Chef ...
Berlin – Laut einer Studie des „Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration“ (SVR) würde jeder zweite in Deutschland lebende Ausländer aus ...
Berlin. Die Bertelsmann-Stiftung prognostiziert einen Pflegenotstand in Deutschland. Im Jahr 2030 könnten rund eine halbe Million Vollzeitkräfte im Pflegebereich fehlen, heißt es ...
Gütersloh – Die Kinderarmut in Deutschland nimmt weiter zu. Trotz guter Wirtschaftslage wuchsen laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung im Jahr 2015 bundesweit ...
Berlin – Die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen sind in Deutschland so groß wie in kaum einem anderen Land Europas. Nach Daten ...
Köln – Der Mangel an Fachkräften verringert das deutsche Wirtschaftswachstum um jährlich fast ein Prozent. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Studie ...
Berlin/London – Deutsche Lehrer genießen im internationalen Vergleich scheinbar wenig Respekt. Wie eine Internet-Studie der Stiftung Varkey GEMS Foundation darlegt, landet Deutschland ...
Berlin – Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zeigt, wie der Alltag von 2,6 ...
Berlin – Die Leistungen der Schüler in Deutschland haben sich laut der aktuellen Pisa-Studie leicht verschlechtert. Die durchschnittlichen Leseleistungen seien wieder in ...
Berlin/Paris – Beim Ende Juni geplanten Treffen deutscher und französischer Kabinettsmitglieder soll offenbar ein gemeinsamer Fahrplan zur Vereinheitlichung der Unternehmenssteuern beider Länder ...
Berlin – Homosexuelle Arbeitnehmer fürchten in Deutschland offenbar noch immer, im Job diskriminiert zu werden. Wie der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe ...












