Sonntag, 22. September 2019

Bad Bergzabern hat einen neuen Bürgermeister: Fred-Holger Ludwig übernimmt

31. Juli 2014 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Politik regional, Regional

Der neue und der ehemalige Bürgermeister: Dr. Fred-Holger Ludwig (li.) und Harald Bratz.
Fotos: pfalz-express.de/Licht
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Bad Bergzabern hat nun offiziell einen neuen Stadtchef: Dr. Fred-Holger Ludwig (CDU) wurde bei der konstituierenden Sitzung des Stadtrats am 29. Juli  in sein Amt eingeführt. Zum Ersten Beigeordneten wurde Martin Wichmann (CDU) gewählt, weitere Beigeordnete sind Gerhard Rodrian (Grüne) und Monika Scheder (CDU).

Mit einer teils emotionalen Rede nahm Harald Bratz Abschied vom Bürgermeisteramt. Bratz hatte nach zwei Amtsperioden nicht mehr kandidiert. Er gehe mit Dankbarkeit, da ihn die vielen Begegnungen mit den Menschen bereichert hätten. Bratz gestand auch Fehler ein und entschuldigte sich dafür: „Diese sind nicht absichtlich erfolgt, sondern als Folge menschlichen Irrens.“

Bratz dankte seinen Beigeordneten und Mitarbeitern, dem Rat und vor allen Dingen seiner Familie für die jahrelange Unterstützung.

Seinem Nachfolger wünschte er die „Ruhe, Ideen zu entwickeln und umzusetzen“, sowie Diskussionen auf Sachebene. Dann übergab er die Stafette an seinen Nachfolger – nebst Amtskette, die Ludwig aber gleich wieder ablegte. Bratz wurde mit viel Applaus der gut hundert Zuschauer verabschiedet.

Ludwig würdigte seinen Vorgänger: Er habe zehn Jahre lang ausschließlich das Wohl der Stadt im Auge und es dabei nicht immer leicht gehabt mit „so mancher Fraktion“.

Dann widmete sich der neue Rathauschef den künftigen Aufgaben: „Er nehme den Wählerauftrag sehr ernst“, versicherte Ludwig und appellierte an die Räte, offen zu sein für das Einbringen neuer Ideen, ohne dass diese gleich im Keim erstickt würden.

Auch Bürgerbeteiligung solle Rat und Hilfe geben: „Wir sind hier keine geschlossene Gesellschaft im Alleinbesitz der Weisheit.“

Es gelte, Bad Bergzabern weiter zu entwickeln und individuelle Entfaltungsmöglichkeiten zu schaffen. Dabei sei ein großer Strauß an Problemen zu bewältigen, die nicht einfach zu lösen seien. „Wenn alle an einem Strang ziehen, und zwar in dieselbe Richtung, dann klappt das auch“, sagte Ludwig.

Zu Seite stehen Fred-Holger Ludwig seine Beigeordneten, die in geheimer Wahl ermittelt wurden: Martin Wichmann (CDU), der nicht anwesend war, erhielt 16 Jastimmen bei 6 Neinstimmen. Wichmann soll die Geschäftsbereiche Bau und Stadteinwicklung übernehmen.

Monika Scheder, ebenfalls CDU, wurde knapp mit 12 Jastimmen und zehn Neinstimmen gewählt. Sie wird für die Bereiche Friedhof, Kultur Forst- und Landwirtschaft sowie jagdliche Angelegenheiten zuständig sein.

Günter Rodrian (Grüne), einziger „andersfarbiger“ in der Stadtspitze, erhielt 14 Ja- und sechs Nein-Stimmen. Zwei Ratsmitglieder enthielten sich. Rodrian ist verantwortlich für die Jugend, das Gartenamt, den Sport und die Stadtfeste. Der Bürgermeister selbst wacht über die Finanzen und den Tourismus.

Auch die Fraktionsvorsitzenden wurden bestimmt: Die CDU wird künftig von Sebastian Kirchner angeführt, die SPD wie zuvor von Hans-Peter Geiger. Bei den Grünen wurde das neue Ratsmitglied Ursula Schulz Vorsitzende: „Von null auf hundert“, wie sie selbst sagte. Bei der FWG bleibt nach wie vor Bernd Malysiak Vorsitzender. Heike Grill als einziges FDP-Ratsmitglied hat keinen Fraktionsstatus mehr.

So harmonisch alles wirkte, zeigte sich doch an mancher Äußerung, dass unter der Oberfläche nicht alles Friede, Freude Eierkuchen ist. So verbat sich die SPD in strengem Ton Vorwürfe, sie betreibe eine Blockadepolitik: „Das weisen wir in aller Schärfe zurück“, sagte Hans-Peter Geiger. Man biete Zusammenarbeit mit allen Fraktionen an – die Voraussetzung sei allerdings eine „ehrliche Kommunikation“.

Einen Brocken zu schlucken hatte der neue Bürgermeister auch von der FWG: „Da ist ja wohl eine Wandlung vom „Saulus zum Paulus“ vollzogen worden“, sagte Bernd Malysiak zu Fred-Holger Ludwig. „Sie haben immer unbequeme Fragen gestellt – nun sitzen Sie auf der anderen Seite des Tisches, und auch wir werden unbequeme Fragen stellen.“ (cli)

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