
Deutsches Bundeswehrcamp Camp Marmal in Afghanistan – dorthin zieht sich das Konsulat zurück.
Foto: dts Nachrichtenagentur
Masar-i-Scharif – Nach dem schweren Anschlag auf das deutsche Generalkonsulat im nordafghanischen Masar-i-Scharif vor zwei Wochen gibt das Auswärtige Amt das Gebäude komplett auf.
Das berichtet der „Spiegel“ in seiner am Samstag erscheinenden Ausgabe.
Die Diplomaten werden stattdessen im massiv geschützten Camp Marmal der Bundeswehr am Stadtrand untergebracht. Bei der Sprengstoffattacke und Gefechten mit Taliban- Kämpfern auf dem Konsulatsgelände war die deutsche Vertretung so stark zerstört worden, dass Reparaturen sinnlos wären.
Die Bundeswehr warnt zudem, das Grundstück an einer belebten Straße in der Innenstadt sei nicht effizient gegen Angriffe zu sichern. Generalkonsul Robert Klinke, der während des Anschlags nicht in Afghanistan war, hat sich mit wenigen Mitarbeitern bereits im Camp Marmal eingerichtet.
Der Anschlag wurde durch massive Versäumnisse der afghanischen Sicherheitskräfte erst ermöglicht. Der einzige überlebende Angreifer sagte aus, die Gruppe habe den Laster mit Sprengstoff mit minimalen Bestechungsgeldern durch die Checkpoints rund um die Stadt geschleust.
Für die Bundesregierung ist der Rückzug ins Militär-Camp eine Niederlage, weil das Konsulat ein Symbol des zivilen Engagements am Hindukusch sein sollte. Zudem könnte die Schließung vor deutschen Gerichten eine Rolle spielen und Abschiebungen von Afghanen erschweren.
Masar-i-Scharif galt als „sicheres Gebiet“, bevor die Attentäter das deutsche Konsulat zerstörten. (dts Nachrichtenagentur)

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