Freitag 17.Juli 2026

Astronaut Charles „Sam“ Gemar zu Gast im Technik Museum Speyer: Einblicke in drei Missionen

22. Juli 2025 | Kategorie: Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Regional

Foto: Pfalz-Express / Linares-Ramon

Speyer – Am Samstag, 19. Juli 2025, stand das Technik Museum Speyer im Zeichen der Raumfahrt: Charles „Sam“ Gemar, ehemaliger NASA-Astronaut, besuchte die Ausstellung Apollo and Beyond, die als größte Präsentation bemannter Raumfahrt in Europa gilt.

Bei einem öffentlichen Vortrag berichtete er über seinen beruflichen Werdegang und seine drei Raumflüge.

Ab 14 Uhr öffnete das FORUM des Museums seine Türen für Besucherinnen und Besucher, die mehr über Gemars Erfahrungen im All erfahren wollten. Der ehemalige Astronaut sprach über seinen Weg zur NASA, über Auswahlverfahren, Trainingsphasen und persönliche Herausforderungen.

Unter anderem schilderte er, dass er in den letzten Tagen vor dem Start isoliert werden musste, um gesundheitliche Risiken auszuschließen: „Besonders schwierig war, dass ich kurz vor der Reise keinen Kontakt zu Kindern haben durfte, um mich vor Viren und Bakterien zu schützen.“

Auch die letzten Stunden vor dem Start beschreibt er als psychisch belastend: „Die letzten 8 bis 12 Stunden vor dem Flug sind die schwierigsten, man weiß nicht, was einen erwartet. Sollte etwas passieren, so muss die Familie den Scherbenhaufen beseitigen. Das sind Gedanken, die einen beschäftigen. Man versucht zu schlafen und ist dennoch aufgeregt. Zwischen Vorfreude und Anspannung.“

Foto: Pfalz-Express / Linares-Ramon

Im All selbst war der Tagesablauf eng getaktet: „Man arbeitet 16 Stunden, der Schlaf ist sehr gut. Wir haben spezielle Vorrichtungen, in die wir uns schnallen können, damit nicht der ganze Körper irgendwo herumschwebt oder man sich überschlägt.“ Der Aufenthalt in der Schwerelosigkeit stellte den Körper vor besondere Anforderungen. „Da es keine Schwerkraft gibt, ist das Blutvolumen geringer, und die Wirbelsäule kann sich bis zu vier Zentimeter strecken. Du bist also, sobald du auf der Erde bist, vorübergehend größer. Viele Astronauten haben dadurch starke Rückenprobleme. Ich hatte Glück und blieb davon verschont.“

Auch im Anschluss an den Vortrag nahm sich Gemar Zeit für das Publikum. Eine Frage galt der Verpflegung an Bord. „Neben den täglichen Rationen nehmen wir zwei Notfallrationen und zwei Ersatzrationen mit. Für eine 14-Tages-Mission haben wir also pro Astronaut 18 Rationen Essen dabei.“ Auf die Frage nach den Temperaturen beim Start antwortete er: „In der Rakete haben wir etwa 30 Grad, im Overall hingegen sind es beim Start etwa 40 Grad.“

Der Vortrag fand auf Englisch statt und richtete sich an ein breites Publikum. Kinder hatten nach der Veranstaltung Gelegenheit, sich mit dem Astronauten fotografieren zu lassen.

Charles Gemar, geboren am 4. August 1955 in Yankton, South Dakota, war insgesamt dreimal im All. Er absolvierte Flüge mit den Raumfähren Atlantis, Discovery und Columbia, verbrachte dabei insgesamt 24 Tage, 5 Stunden, 38 Minuten und 44 Sekunden im Weltraum und umrundete die Erde 384 Mal.

Sein erster Einsatz, STS-38 mit der Atlantis im November 1990, war eine Mission im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums. Bei STS-48 im September 1991 mit der Discovery standen wissenschaftliche Untersuchungen in der oberen Erdatmosphäre im Fokus. Die dritte und letzte Mission, STS-62 im März 1994 mit der Columbia, diente der Erprobung wissenschaftlicher und technischer Experimente unter Schwerelosigkeitsbedingungen.

Die Teilnahme am Vortrag war im regulären Museumseintritt enthalten. Aufgrund begrenzter Plätze im FORUM war eine vorherige Reservierung notwendig.

Foto: Pfalz-Express / Linares-Ramon

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