Speyer – Im letzten Jahr gelang es einem Mann aus Künzelsau, ganz Deutschland für die Internationale Raumstation ISS und die Raumfahrt zu begeistern. Über Facebook und Twitter konnte man die Abenteuer von „Astro-Alex“ live miterleben, denn der sympathische deutsche ESA Astronaut Alexander Gerst ließ mit Bildern und Kurznachrichten an seiner Mission und an seinem Traum vom Weltall teilhaben.
Am 24. und 25. April war Gerst zu Gast im Technik Museum Speyer. Am Freitag fand ein Vortrag für geladene Gäste, darunter Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, statt. Am Samstag kamen zum öffentlichen Vortrag etwa 3.000 Besucher ins Museum.
Der promovierte Geophysiker und Vulkanologe Alexander Gerst gehört seit 2009 dem ESA-Astronautenkorps an. Er flog am 28. Mai 2014 an Bord eines russischen Sojus-Raumschiffes zur ISS, um dort ein halbes Jahr lang zu leben und zu forschen. Damit ist er der elfte Deutsche im All und der dritte deutsche Raumfahrer auf der ISS.
Bereits nach sechs Stunden Flug erreichte er die Raumstation, die die Erde in einer Höhe von 400 Kilometern mit einer Geschwindigkeit von 28.800 Kilometern pro Stunde umkreist.
100 Experimente in der Schwerelosigkeit des Alls
Im Mittelpunkt der „ISS-Expedition“ 40 und 41 standen mehr als 100 wissenschaftliche Experimente auf den Gebieten der Materialforschung, Biologie, Medizin, Physik, Astronomie, Erdbeobachtung und Technik.
Neben den wissenschaftlichen Experimenten wurde auch an einem Bildungsprogramm vorwiegend für Schulen gearbeitet. Am 10. November 2014 endete die Expedition für Alexander Gerst, er flog, an Bord des Sojus TMA-13M Raumschiffs, zur Erde zurück. Alexander Gerst verbrachte 165 Tage, acht Stunden und eine Minute im Weltraum bei 2.566 Erdorbits.
Gerst berichtete von den Höhepunkten seiner Mission „Blue Dot“, zu denen die Inbetriebnahme eines Schmelzofens der ESA gehörte, mit dem Proben geschmolzenen Metalls frei im Raum schwebend abgekühlt werden können. Dazu ein Außenbordeinsatz („Space Walk“) für Wartungs- und Verbesserungsarbeiten an der Raumstation und das Andocken des letzten europäischen ATV, des bisher größten Raumtransporters zur Versorgung des orbitalen Forschungsaußenpostens.
Im Januar 2015 wurde Alexander Gerst von Bundespräsident Joachim Gauck mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. (red)

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