Berlin – Das Statistische Bundesamt (Destatis) wird am Dienstag neue Zahlen zur demografischen Entwicklung vorlegen: Die Wiesbadener Behörde geht dabei nach Informationen der „Welt am Sonntag“ von einer dauerhaft erhöhten Zuwanderung aus.
Netto, also nach Abzug der Abwanderungen, würden demnach auf lange Sicht jedes Jahr 200.000 Menschen nach Deutschland kommen. Zuletzt hatte das Statistische Bundesamt im April 2015 eine sogenannte Bevölkerungsvorausberechnung präsentiert.
Damals gingen die Statistiker davon aus, dass 2014 und 2015 netto zusammen eine Million Menschen nach Deutschland kommen. Für die Jahre 2016 bis 2020 nahmen sie einen stetigen Rückgang des jährlichen Zuzugs an; für die Jahre ab 2021 wiederum unterstellten sie wahlweise „schwächere Zuwanderung“ (100.000 Menschen netto pro Jahr) oder „stärkere Zuwanderung“ (200.000 Menschen).
Man werde am Dienstag „Vorausberechnungen zur Entwicklung der Privathaushalte bis 2035 veröffentlichen“, teilte ein Sprecher des Bundesamts auf Anfrage mit.
„Diese Berechnungen werden auf einer aktualisierten Variante der Bevölkerungsvorausberechnung aus dem Jahr 2015 basieren.“ Laut „Welt am Sonntag“ haben die Experten aber nur noch mit der Variante gerechnet, die eine dauerhaft stärkere Zuwanderung unterstellt. Die andere Variante („schwächere Zuwanderung“), die 2015 noch als gleichberechtigtes Alternativszenario behandelt wurde, fiel offenbar unter den Tisch.
Das Statistische Bundesamt wollte laut Zeitung dazu am Freitag keine Stellungnahme abgeben. Eine Nettozuwanderung von 200.000 Personen erscheint Fachleuten zufolge nur realistisch, wenn sie wesentlich aus dem außereuropäischen Ausland gespeist wird.
Denn die Länder Süd- und Osteuropas, woher traditionell das Gros der Zuwanderer stammt, stehen selbst vor erheblichen demografischen Herausforderungen.
„Das Abwanderungspotenzial wird abnehmen, sodass in Deutschland voraussichtlich mit deutlich weniger Zuzug aus seinen derzeit wichtigsten Herkunftsregionen zu rechnen ist“, hatte das Statistische Bundesamt in seiner Bevölkerungsvorausberechnung von 2015 erklärt. (dts Nachrichtenagentur)

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