Alzey – Der mutmaßlich marokkanische Staatsangehörige Hicham B. (27) ist am Sonntag aus der psychiatrischen Rheinhessen-Fachklinik geflohen. Er sollte in sein Heimatland abgeschoben werden.
Wegen psychischer Auffälligkeiten wurde er am 20. Oktober zur Untersuchung und Behandlung in die Rheinhessen-Fachklinik überführt. H. hatte in seiner Zelle im Ingelheimer Abschiebegefängnis eine Matratze angezündet.
Aus der Klinik konnte er am 22. Oktober flüchten. Gegen 10 Uhr wurde er nochmals von einer Polizeistreife in der Nähe der Klinik gesehen. Eine Fahndung, an der auch andere Dienststellen beteiligt waren, verlief erfolglos.
„Wegen der vorliegenden Eigengefährdung und der sich hieraus ergebenden möglichen Gefahren für Dritte“ bittet die Polizei um Mithilfe der Bevölkerung.
Hinweise zum Aufenthaltsort der Person an die Polizeiinspektion Alzey, Telefon: 06731 911-0.
Personenbeschreibung: 1,82 Meter groß, schlank, nordafrikanische Erscheinung, kurze, schwarze Haare, Dreitagebart, braune Augen, Narbe am Mundwinkel. Zuletzt bekleidet war er mit einem schwarzem Kapuzenpulli, dunklen Jeans, schwarzen Turnschuhen und schwarzem Basecap. H. spricht gebrochenes Deutsch und tritt anderen Personen gegenüber häufig aggressiv auf, so die Polizei.
„Land trägt keine Verwantwortung“
Der Vorfall hatte zu einer Diskussion im Landtag geführt. Integrationsministerin Anne Spiegel (Grüne) hat eine Verantwortung ihres Ministeriums zurückgewiesen.
Wie der SWR berichtet, sagte Ministerin Anne Spiegel im rheinland-pfälzischen Landtag, die Bewachung des Mannes habe während der ersten drei Tage des Klinikaufenthalts beim Sicherheitsdienst des Abschiebegefängnisses gelegen, seit Samstag beim dann beim Kreis Mayen-Koblenz. Dort war der Mann gemeldet. Die Kreisverwaltung habe ein privates Sicherheitsunternehmen mit der Überwachung betraut. (red)
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