Montag 15.Juni 2026

40 Jahre Kulturlese im Wilhelmshof: Kunst, Wein und Gemeinschaft im Einklang

Jubiläum bei stürmischem Wetter mit rund 100 Gästen gefeiert

19. Oktober 2025 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße

Eröffnung Skulptur im Sonnenschein mit dem Künstler (links).
Quelle: Elke Ranker

Siebeldingen. Die traditionsreiche Kulturveranstaltung Kulturlese im Wilhelmshof feierte am Wochenende ihr 40-jähriges Jubiläum – und trotz Sturmwarnung ließen sich rund 100 Gäste die festliche Veranstaltung nicht entgehen.

Während draußen der Wind durch die Reben pfiff, erlebten die Besucher in den geschützten Räumen des Weinguts Wilhelmshof einen inspirierenden Nachmittag: mit spannenden Reden, musikalischen Akzenten vom Jazz-a-long-Quartett und der feierlichen Enthüllung einer neuen Skulptur des Pfälzer Künstlers LILAU – per Live-Stream aus dem Weinberg.

In ihrer Eröffnungsrede zeichnete Gastgeberin und Winzerin Barbara Roth die Geschichte der Kulturlese nach, die 1985 durch die Initiative ihrer Großeltern und die enge Freundschaft zu den Pfälzer Künstlerfamilien Baqué und Strieffler ins Leben gerufen wurde. Sie würdigte insbesondere das jahrzehntelange Engagement von Christa Roth-Jung, die dem Wilhelmshof mit ihrer Vision ein kulturelles Gesicht gab und die Veranstaltung zu einem Fixpunkt des südpfälzischen Kulturlebens machte.

Seit 1985 stellten rund 250 Maler, Bildhauer und Goldschmiede ihre Arbeiten aus. Fast 500 Musiker gastierten zur Kulturlese. „Kultur ist für uns mehr als ein Programmpunkt – sie ist Haltung“, so Barbara Roth.

Mit der Erweiterung der Kulturlese in den öffentlichen Raum verfolgt das Weingut ein langfristiges Ziel: Kunst im Einklang mit Natur und Landschaft erlebbar zu machen. Die neue Skulptur des Künstlers LILAU ist der erste sichtbare Meilenstein dieser Weiterentwicklung.

Ein Höhepunkt: Die Enthüllung der Skulptur von LILAU

Mit Spannung erwartet wurde die Präsentation der neuesten künstlerischen Arbeit im Weinberg „Im Sonnenschein“. Per Live-Übertragung aus dem Weinberg – aufgrund der Wetterlage ins Gutsgebäude verlegt – wurde die Skulptur von LILAU von der nächsten Generation Jonas, Hannes und Fabian Roth, feierlich enthüllt. Die aus burgundischem Muschelkalk geschaffene Arbeit verbindet die Geologie des Weinbergs mit der Dynamik des Wachstums – inspiriert vom Wesen der Rebe.

Prof. Dr. Cornelia Ewigleben, Direktorin des Historischen Museums zu Speyer a.D. und Beraterin des Projekts, würdigte die Skulptur als gelungenen Dialog zwischen Natur, Kunst und Zeitgeist. Sie schilderte eindrücklich die Entstehungsgeschichte der Arbeit – von der Idee im Januar 2025 bis zur Realisierung im Oktober – und lobte den „entscheidungsfreudigen Spirit“ aller Beteiligten.

Der Künstler LILAU, dessen Werke weit über die Pfalz hinaus bekannt sind, überzeugte mit seinem authentischen Ansatz und der Wahl des Materials. Seine Skulptur öffnet sich dem Licht, wächst gen Himmel und integriert sich harmonisch in die Weinberglandschaft – ein Werk, das zum Innehalten, Betrachten und Erleben einlädt.

Stimmen aus Politik, Wirtschaft und Kultur

In kurzen Grußworten würdigten prominente Wegbegleiter das Jubiläum und das fortwährende Engagement des Wilhelmshofs:
• Torsten Blank, Verbandsbürgermeister Landau-Land, unterstrich die Bedeutung des
Kulturortes Wilhelmshof für die Region.
• Dr. Dr. h.c. Manfred Fuchs, Unternehmer, Künstler und Förderer, würdigte die Verbindung
von Kunst und Unternehmertum und sprach über die Bedeutung von Mäzenatentum in der
heutigen Zeit.
• Prof. Dr. Cornelia Ewigleben und Steffen Egle, Direktor des Museums Pfalzgalerie
Kaiserslautern, gaben gemeinsam mit LILAU Einblicke in die kuratorische Arbeit und die
Auswahl des Kunstwerks.

Jazz, Jubiläum und Zukunftsblick

Musikalisch begleitet wurde die Feier vom Jazz-a-long-Quartett, das mit seinem beschwingten Repertoire für eine warme, entspannte Atmosphäre inmitten der Jubiläumsausstellung sorgte. In den historischen Räumen des Wilhelmshofs waren Arbeiten aus vier Jahrzehnten Kulturlese zu sehen – ein Querschnitt der künstlerischen Vielfalt, die hier ihren Platz fand.

Zum Ausklang lud Barbara Roth die Gäste zu einem Glas Sekt und guten Gesprächen ein –verbunden mit der Einladung, die Skulptur in dem nun aufklarenden Himmel doch noch live
anzusehen.

„Die Kulturlese lebt – durch die Menschen, durch die Kunst und durch diesen besonderen Ort“, so das Fazit der Gastgeberin. Mit dem Jubiläum endet nicht nur ein Kapitel – es beginnt auch ein neues: Die Kulturlese als Plattform für Kunst im öffentlichen Raum, im Dialog mit der Landschaft und mit dem Blick auf die Zukunft.

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