Sonntag, 19. November 2017

Landauer Geothermie: Anwohner berichten von „gewaltigem Knall“ – Betreiber weiß von keiner Störung

22. Oktober 2017 | noch keine Kommentare | Kategorie: Landau, Regional
Geothermiewerk Landau. Foto: pfalz-express.de/Ahme

Geothermiekraftwerk Landau.
Foto: pfalz-express.de/Ahme

Landau. Die Bürgerinitiative Geothermie Landau-Südpfalz wurde jetzt in Sachen Landauer Geothermie tätig.

In einem Brief an den Leiter des Bergbauamtes Dr. Wieber, berichtet der Vorsitzende der BI, Werner Müller von „besorgten Anwohnern, die von einem „gewaltigen Knall mit nachfolgendem deutlichem Rauschen“ in der vergangenen Nacht“ (21. Oktober) berichteten.

Müller habe beobachtet, dass „zumindest der Sekundärkreislauf in Betrieb war, offensichtlich ohne Aufsicht“. Das Kraftwerk stehe derzeit.

Am 22. Oktober, gegen 13 Uhr, seien der Betriebsleiter und ein weiterer Mitarbeiter von Daldrup vor Ort gewesen. „Ein weiteres Indiz für einen Störfall“, so Müller.

„Wir bitten Sie, den Vorgang zu prüfen und uns hierüber schnellstmöglich zu informieren“, schreibt Werner Müller in seinem Brief an Wieber.

Der Betreiber wirbt um Vertrauen. So schrieb er dem Pfalz-Express am 17. Oktober: „Wir denken, es gibt noch sehr viel zu tun für uns um in Zukunft besser informieren zu können.
Er habe Pfalz-Parterre darüber informiert, dass der Probebetrieb am Wochenende sehr gut gelaufen sei und man heute Mittag (17. Oktober) nochmals anfahren werde.

„Wir hoffen dass die beim Anfahren notwendige Wasserdampf Wolke nicht zu sehr irritiert“, so Nikolaos Tzoulakis vom Kraftwerksmanagement.

Nach der Sanierung der Reinjektionsbohrung wolle man nun einen sogenannten Bypass installieren. „Damit würde sich beim Anfahren die Dampfbildung signifikant verkürzen und die Förderpumpe könnten den Thermalwasserstrom über den Weg von den Wärmetauschern dann direkt reinjizieren“, so Tzoulakis.

Inwieweit dies mit dem von Werner Müller beschriebenen Vorgängen zusammenhängt, wird noch zu klären sein.

Kommentar Pfalz-Express: „Insgesamt kann festgestellt werden: Dass BI Geothermie Landau-Südpfalz und Pfalz-Parterre sich entzweit haben und nun nicht mehr an einem Strang ziehen, kann dem Betreiber des Kraftwerks eigentlich nur nutzen. Denn die geballte Men-Power von Werner Müller (BI) und Thomas Hauptmann (Pfalz-Parterre) hat sich nun in zwei Parteien aufgesplittet. Scheinbar sucht man aber wohl eher den Dialog mit Pfalz-Parterre. (desa)

Dazu äußern sich Neustadter Gewerbeaufsichtsamt und Betreiberfirma:(23. und 24. Oktober)

Christian Müller von der Abteilung 2 – Gewerbeaufsicht, Referat 23, Regionalstelle Gewerbeaufsicht Neustadt, hatte Thomas Hauptmann am 23. Oktober mitgeteilt, dass laut Herrn Tzoulakis, die Protokolldaten der Überwachungsrechner in der Nacht von Samstag auf Sonntag keine Unregelmäßigkeiten gezeigt hätten.

„Hätte ein Überdruckventil oder eine Berstscheibe ausgelöst, oder wäre sogar eine Druckleitung geplatzt, so wären die Druckänderungen in den Protokolldaten zu finden.“

Am Sonntag sei die Anlage wie beabsichtig heruntergefahren worden, damit am Montag, 23. Oktober weitere, geplante Installationsarbeiten durchgeführt werden konnten.

„Weder der Betreiber, noch wir haben Kenntnisse von einer Störung, erst recht nicht von einem Störfall (wie von Herrn Werner Müller vermutet)“, so Christian Müller.

Am heutigen Dienstag 24. Oktober, informierte der Betreiber, dass das Geothermie-Kraftwerk für den genehmigten Probebetrieb, wieder angefahren werde.

„Das Kraftwerk war bis zum Sonntag, 22. Oktober ohne Störung in Betrieb. Wie dem Bergamt mitgeteilt und angezeigt, sind wir am Sonntag, 22. Oktober um Punkt 12 Uhr heruntergefahren.

Der Grund war eine zusätzliche Erweiterung der Elektrotechnik, die mit TÜV und den Behörden abgestimmt war.

Vor dem Start musste der Förderstrang der Thermalwasserpumpe heute wieder angeheizt werden.
„Dadurch, dass das Thermalwasser zuerst über den Dampfseparator in unsere Thermalwasserbecken geleitet wird, entsteht auf Grund der Temperatur sehr viel Wasser-Dampf!“

Dies bedeute, dass die Turbine erst startet, wenn die für den Prozess ausgelegte Temperatur von ca. 150°C, vom Thermalwasser den Wärmetauschern, zur Verfügung stehe. Man plane ab ca. 18 Uhr wieder in Betrieb zu sein.

Für eine eine abschließende Prüfung müsse wieder heruntergefahren werden, so das Team der Betriebsleitung. Man wolle darüber wieder informieren. (desa)

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