
Zweibrücker Rathaus
Foto: Pfalz-Express
Zweibrücken – Die angekündigte Schließung des Automobilzulieferers Schliessmeyer sorgt in Zweibrücken für große Besorgnis. Die Stadtverwaltung spricht von einem weiteren schweren Verlust für den Industriestandort. Rund 60 Beschäftigte verlieren nach Angaben der Verwaltung ihren Arbeitsplatz.
Wie die Stadt mitteilt, sei sie erst informiert worden, nachdem die Entscheidung zur Schließung bereits endgültig getroffen gewesen sei. Eine Kontaktaufnahme mit den Verantwortlichen des Unternehmens sei zuvor nicht möglich gewesen. Dadurch habe keine Gelegenheit bestanden, gemeinsam nach Alternativen zu suchen oder mögliche Unterstützungsangebote zu prüfen.
Oberbürgermeister Dr. Marold Wosnitza zeigte sich betroffen. „Die Nachricht von der Schließung der Firma Schliessmeyer erfüllt mich mit großer Sorge. Erneut verlieren zahlreiche Menschen in unserer Stadt ihren Arbeitsplatz und mit Schliessmeyer verschwindet ein weiteres traditionsreiches Unternehmen aus der Zweibrücker Industrielandschaft“, erklärte er.
Wosnitza verwies zudem auf die Bedeutung von Mitarbeitervertretungen und Gewerkschaften bei solchen Entwicklungen. Diese würden den Dialog suchen, Öffentlichkeit schaffen und Unternehmensentscheidungen transparent begleiten. In diesem Fall habe jedoch ein Betriebsrat gefehlt. Für die Stadt habe es deshalb keine Möglichkeit gegeben, vermittelnd tätig zu werden oder Einfluss auf die Entwicklung zu nehmen.
Die Schließung reiht sich nach Einschätzung der Stadt in die schwierige Lage vieler Automobilzulieferer in Deutschland und Europa ein. Die Branche stehe unter erheblichem Druck. Als Ursachen nennt die Verwaltung die tiefgreifende Transformation der Automobilindustrie, eine schwache Konjunktur in wichtigen Absatzmärkten, steigende Kosten und rückläufige Auftragseingänge.
Besonders mittelständische Zulieferbetriebe seien von diesen Veränderungen betroffen. Die Schließung von Schliessmeyer zeige erneut, wie anfällig industrielle Wertschöpfungsketten geworden seien und welche Folgen dies für Beschäftigte und ganze Regionen haben könne.
Die Stadt kündigte an, die betroffenen Arbeitnehmer im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen. Zudem stehe sie bereits im Austausch mit Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsförderungsinstitutionen, um Perspektiven für die Beschäftigten zu schaffen.

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