Wörth – Die CDU und FWG im Wörther Stadtrat, Bürgermeister Steffen Weiß (FWG) und Beigeordneter Tim Walter (FWG) weisen die Kritik der SPD an der Schließung des Jugendtreffs Maximiliansau und am neuen Kooperationsvertrag mit dem Internationalen Bund (IB) zurück.
Die SPD-Stadtratsfraktion hatte die Entscheidung des Stadtrats kritisiert, das Angebot der offenen Kinder- und Jugendarbeit im Ortsbezirk Maximiliansau nicht fortzuführen und stattdessen auf den zentralen Standort Wörth zu verlagern, und argumentiert, dass Kinder und Jugendliche im Ort weiterhin einen pädagogisch begleiteten Anlaufpunkt benötigen.
In einer gemeinsamen Mitteilung nehmen die CDU / FWG-Fraktionen zu der aktuellen Diskussion Stellung.
Bürgermeister Steffen Weiß betont, dass „mit dem neuen Vertrag die offene Kinder- und Jugendarbeit in Wörth, Schaidt und Büchelberg verlässlich gesichert und zugleich die aufsuchende Jugendsozialarbeit dauerhaft im gesamten Stadtgebiet – also auch in Maximiliansau – abgesichert“ werde.
Darüber hinaus entstehe im Ortsbezirk Schaidt ein neues, bislang nicht vorhandenes Angebot der offenen Jugendarbeit, während der Standort Wörth als zentrale Einrichtung gestärkt werde.
Neuer Vertrag stärkt zentrale Standorte
Beigeordneter Tim Walter ergänzt, dass „diese positiven Entwicklungen in den SPD-Verlautbarungen ebenso unerwähnt bleiben wie das Abstimmungsverhalten der SPD-Stadträte, die bei der abschließenden Abstimmung zum Gesamtvertrag mit Nein gestimmt haben“.
Ohne den neuen Vertrag, so Walter, hätte es auch die noch am 1. Juli intensiv diskutierte aufsuchende Jugendsozialarbeit künftig nicht mehr gegeben.
Entscheidung gegen Standort Maximiliansau begründet
Zur Entscheidung, den Jugendtreff Maximiliansau nicht weiterzuführen, verweisen Olivia Steinhauer von der FWG-Fraktion und Jürgen Weber, Vorsitzender der CDU-Fraktion, auf drei maßgebliche Faktoren.
Diese seien die äußerst angespannte Haushaltslage mit einem Einsparziel von rund 50.000 Euro im Bereich der Jugendarbeit – „auch von der SPD beschlossen“ –, sehr niedrige und über Jahre hinweg stark schwankende Besucherzahlen sowie deutlich steigende Kosten des einzelnen Standorts.
Haushaltslage, Besucherzahlen und Kosten ausschlaggebende Faktoren
Zwar treffe es zu, dass sich die Qualität von Jugendarbeit nicht allein an Besucherzahlen messen lasse. Zugleich sei es jedoch, so Steinhauer und Weber, „ebenso falsch, Besucherzahlen und Kosten völlig auszublenden“.
Wer über Jahre hinweg steigende Kosten bei gleichzeitig geringer und schwankender Inanspruchnahme feststelle, müsse sich fragen, „ob an diesem konkreten Standort der Mitteleinsatz noch verhältnismäßig ist – gerade in Zeiten, in denen die Stadt gezwungen ist, auch an anderen Stellen schmerzhafte Einschnitte vorzunehmen“.
Die Frage, was die Stadt mit den eingesetzten Mitteln tatsächlich erreiche, sei aus Sicht der Mehrheit des Stadtrats legitim und dürfe nicht mit dem Vorwurf mangelnden Verständnisses für die Arbeit in der Einrichtung vom Tisch gewischt werden.
Bündelung der Angebote im Jugendzentrum Wörth
Vor diesem Hintergrund sei es vertretbar gewesen, offene Angebote im zentral gelegenen und gut erreichbaren Jugendzentrum Wörth zu bündeln. Kritik üben CDU und FWG daran, dass die SPD diesen Zusammenhang in der öffentlichen Darstellung nicht benenne.
Unehrlich werde die Argumentation aus ihrer Sicht dort, wo verschwiegen werde, dass die SPD in ihrem Änderungsantrag vorgeschlagen habe, den Jugendtreff in Maximiliansau zwar zu erhalten, dies jedoch zulasten des Angebots im Jugendzentrum Wörth. In der öffentlichen Kritik werde dieser Zusammenhang nicht hergestellt, wodurch der Eindruck entstehe, die SPD habe sich um ein zusätzliches Angebot bemüht.
SPD-Antrag hätte Angebot in Wörth geschwächt
Beigeordneter Walter hatte bereits in der Stadtratssitzung erklärt, dass im Rahmen des neu aufgesetzten Vertrags grundsätzlich auch ein Angebot in Maximiliansau möglich sei, sofern ein entsprechender Bedarf erkannt werde.
Dies solle jedoch nicht zulasten des gut frequentierten Angebots am zentralen Standort erfolgen, den im Übrigen viele Jugendliche aus Maximiliansau auch von den weiterführenden Schulen auf dem Wörther Dorschberg gut erreichen könnten.
Angebot in Maximiliansau bei Bedarf weiterhin möglich
Als besonders problematisch bewerten CDU, FWG, Bürgermeister und Beigeordneter zudem einen persönlichen Beitrag des SPD-Fraktionsvorsitzenden in sozialen Medien. Darin habe dieser steigende Zahlen von Kindeswohlgefährdungen veröffentlicht und diese in einen unmittelbaren Zusammenhang mit der Entscheidung zur Schließung des Jugendtreffs gestellt.
Bürgermeister Weiß sagte hierzu: „Kindeswohlgefährdungen sind ein höchstsensibles Thema, das wir alle sehr ernst nehmen.“ Wer jedoch suggeriere, eine Standortentscheidung im Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit sei Ursache für steigende Gefährdungszahlen, „überschreitet aus meiner Sicht eine Grenze der politischen Auseinandersetzung“.
Kritik an Verknüpfung mit Kindeswohlgefährdungen
Tim Walter unterstreicht, dass eine inhaltliche Auseinandersetzung legitim sei, fordert jedoch eine vollständige und ehrliche Darstellung. „Wir streiten in der Sache, und das ist legitim. Aber wir sollten in der Darstellung vollständig und ehrlich bleiben“, so der Beigeordnete.
Die Stadt sichere offene Kinder- und Jugendarbeit an drei Standorten, stärke die aufsuchende Jugendsozialarbeit in allen Ortsbezirken und reagiere zugleich verantwortungsvoll auf eine extrem angespannte Haushaltslage. Die Entscheidung in Maximiliansau sei schwierig, aber „das Ergebnis einer Abwägung – nicht Ausdruck von Gleichgültigkeit gegenüber Kindern und Jugendlichen“.
Schulsozialarbeit bleibt wichtiger Baustein
Darüber hinaus weist der Stadtrat darauf hin, dass die Schulsozialarbeit an den städtischen Grundschulen fortgesetzt werde. Über die engagierten Schulleitungen erreichten die Stadtverwaltung auch Hinweise auf Entwicklungen und sich abzeichnende Bedarfe über die schulische Betreuung hinaus, auf die dann reagiert werden könne.
Klarstellung zur Abstimmung im Stadtrat
Abschließend kritisieren CDU und FWG die Berichterstattung zur Abstimmung im Stadtrat. Dort sei ungeprüft eine Darstellung aus einer SPD-Pressemitteilung übernommen worden, wonach bei Stimmengleichheit im Rat die „Bürgermeisterstimme“ entscheide.
Dies sei unzutreffend. Tatsächlich gelte ein Antrag bei Stimmengleichheit als abgelehnt. Im Stadtrat seien die Stimmen der 32 Ratsmitglieder und des Bürgermeisters als Vorsitzenden gleich viel wert.

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