Donnerstag, 09. Juli 2020

Wintershall will expandieren und lädt zu Bürgerveranstaltungen: Ein gerüttelt Maß an Infos

12. Juli 2016 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Regional
Sandra Arndt und Michael Kobel freuen sich über reges Bürgerinteresse. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Sandra Arndt und Michael Kobel freuen sich über reges Bürgerinteresse.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Landau. Seit mehr als 60 Jahren fördert Wintershall Erdöl in Landau. Als Tochterunternehmen der BASF ist die Firma eng mit der Pfalz verbunden. In den nächsten Jahren soll der Standort weiter gestärkt werden.

Mithilfe einer modernen 3D-Seismik soll die Erdöllagerstätte neu vermessen werden. Aus diesem Grund lädt Wintershall zum Bürgerdialog ein.

Nach Roschbach, Offenbach, Walsheim, Nußdorf, Dammheim und Landau, werden die Wintershall-Fachleute letztmalig am Mittwoch, 13. Juli in Queichheim, im Haus der Vereine (Queichheimer Hauptstraße 85 von 17 bis 21 Uhr) alle Fragen zur 3D-Seismik beantworten.

Fachleute beraten im kleinen Kreis über den Ablauf einer Bohrung. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Fachleute beraten im kleinen Kreis über den Ablauf einer Bohrung.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Wintershall bereitet sich für jeden Termin akribisch vor. Keine technisch überfrachteten Monologe vor einer vielleicht überforderten Zuhörerschaft sind zu erwarten, sondern wie im Beispiel Dammheim, das lockere Gespräch zwischen Fachmann und fragendem Bürger.

Große Stellwände dokumentieren den Ablauf der Messungen. Zu sehen sind auch Bohrkerne (siehe Foto) und Arbeitsgeräte wie zum Beispiel Geophone. Bis zu zehn Wintershall-Experten stehen bereit um Rede und Antwort zu stehen.

Diese Vorgehensweise der Bürgerbefragung und der Transparenzmachung von Abläufen sei schon erfolgreich in Norddeutschland und letztes Jahr in Baden-Württemberg durchgeführt worden, erzählt Wintershall-Deutschland-Pressesprecher Mark Krümpel.

Wintershall sieht sich in der Verantwortung nicht nur als Arbeitgeber in der Region, sondern auch gegenüber dem normalen Bürger. „Auf unsere lange Produktionsgeschichte in Landau und die gute Nachbarschaft zu den Südpfälzern sind wir stolz“, so der Landauer Betriebsleiter Michael Kobel. Der Standort habe Zukunft. „Wir wollen weiter in Landau investieren und sorgfältig prüfen, wo zusätzliche Erdöl-Ressourcen liegen“.

Bohrkerne unterschiedlicher Gesteinsarten. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Bohrkerne unterschiedlicher Gesteinsarten.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

In der Tat gehören die grünen Pferdekopfpumpen zu Landau und der Region. So mancher kann sich erinnern, sie schon als Kind in der Landschaft „nicken“ gesehen zu haben.

Um die geologischen Gegebenheiten im Fördergebiet nun neu bewerten zu können, ist eine Vermessung nötig.

Die moderne 3D-Seismik liefert ein genaues Abbild der vorhandenen Schichten. Nur so könne man verbleibende Erdölvorkommen abschätzen und neue Bohrungen platzieren, erklären die Fachleute. Und nur durch genaue Messungen könnten überflüssige Bohrungen vermieden werden.

Den Betriebsplan für die Durchführung der seismischen Messungen wird Wintershall im Sommer beim Landesamt für Geologie und Bergbau einreichen.

Mit der Einreichung beginnt das behördliche Genehmigungsverfahren. Dann spricht man mit den Grundstückeigentümern, Pächtern und so weiter und holt sich die Betretungserlaubnis. Ab Herbst beginnen die Messvorbereitungen: Signalpunkte werden markiert, Geophon und Messkabel platziert.
Die sogenannten Vibro-Fahrzeuge sind ab Januar 2017 in der Region unterwegs. Die Messungen enden im März 2017.

Das Vibro-Fahrzeug ist ein Spezialfahrzeug, das Schallwellen in den Untergrund schickt. Foto: wintershall

Das Vibro-Fahrzeug ist ein Spezialfahrzeug, das Schallwellen in den Untergrund schickt.
Foto: wintershall

Wie eine Messung genau aussieht, können die Fachleute bei den Infotagen den Besuchern geduldig erklären, denn nicht Jeder ist der geborene Physiker.

Und das geht so: Die Vibro-Fahrzeuge verfügen über eine Bodenplatte, die Schallwellen erzeugt. Geophone empfangen die reflektierten Schallwellen und leiten sie an den Messwagen weiter. „Das ist ähnlich wie ein Echolot in der Seefahrt“, erklärt Mark Krümpel.

An der Erdoberfläche werden künstliche Schallwellen erzeugt und deren Echo von den verschiedenen Gesteinsschichten des Untergrunds an der Oberfläche aufgenommen. Je nach Dichte und Beschaffenheit des Gesteins gibt es unterschiedliche Reflexionen.

Bürgerinfoveranstaltung in Dammheim. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Bürgerinfoveranstaltung in Dammheim.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Jetzt kommen die Messinstrumente, die Geophone, ins Spiel. Sie wandeln die reflektierten Wellen in elektrische Impulse um, die gespeichert und ausgewertet werden.

Sollten trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Schäden bei den Messungen entstehen (diese Frage wurde öfters gestellt), werden diese „sofort beseitigt oder kompensiert“, wie auch in einem Info-Flyer erklärt wird.
Bis jetzt seien alle Besucher beruhigt nach Hause gegangen, erklärt Sandra Arndt, Pressesprecherin und Ansprechpartnerin für den Bereich Süddeutschland. (desa/red)

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