Sonntag, 24. Januar 2021

„Wer Hilfe braucht: Bitte melden“ – Bürgergemeinschaft Kandel kümmert sich um Mitmenschen

9. Mai 2016 | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional
Vor der Gründung im September 2015: Mit dabei unter anderem der Landtagsabgeordnete Alexander Schweitzer (re.), daneben die Erste Beigeordnete Gudrun Lind und der 1. Vorsitzende August Wegmann, ganz rechts Verbandsbürgermeister Volker Poß.

Vor der Gründung im September 2015: Mit dabei unter anderem der Landtagsabgeordnete Alexander Schweitzer (re.), vorne daneben die Erste Beigeordnete Gudrun Lind und der 1. Vorsitzende August Wegmann, ganz rechts Verbandsbürgermeister Volker Poß.

 

Kandel – „Wir kümmern uns“ ist das Thema der im September letzten Jahres neu gegründeten Bürgergemeinschaft e.V. Kandel.

Gekümmert werden soll sich um Mitbürger, die alleine mit dem Einen oder Anderen nicht mehr zurechtkommen. Sei es Hilfe beim Einkauf, der zu beschwerlich geworden ist, beim Behördengang, bei der Gartenarbeit oder einfach nur nach dem Rechten sehen: Der Verein will für viele Belange da sein.

Auch Einsamkeit kann zum großen Problem werden. Da Betroffene meist selbst kaum um Hilfe bitten, sind häufig Kinder oder Enkel gefragt, um die nötigen Schritte die Wege zu leiten.

Die Bürgergemeinschaft will aber nicht nur Hilfestellungen für ältere Mitbürger organisieren, auch junge Familien können die Vorteile der Gemeinschaft nutzen.

Der Verein hilft, wenn keine Großeltern da sind, die im Notfall einspringen können, beispielsweise wenn ein Kind nicht in die Kita kann, die Eltern aber arbeiten müssen. Aus der Arbeit für verschiedene Generationen können und sollen sich längerfristig auch freundschaftliche Beziehungen entwickeln, bis hin zur „Wahl-Großelternschaft“.

Man will jedoch keinesfalls Konkurrenz zu bereits bestehenden ehrenamtlichen Angeboten oder professionellen Diensten sein, sagt der erste Vorsitzende August Wegmann: „Wir sehen uns als Ergänzung.“

„Kurze, schnelle Hilfe, da, wo der Pflegedienst aufhört“, betont auch Gaby Kauther, die als Seniorenbeauftragte der Stadt Kandel, die im Büro im Alten Rathaus Ansprechpartnerin ist. „Da setzen wir an.“

Das derzeitige Problem ist nicht die Zahl der Helfer – derer gibt es tatsächlich ausreichend. Es sei überwältigend, wie viele Menschen sich gemeldet hätten, erzählt Wegmann.

Nur ist der junge Verein noch nicht weitläufig bekannt, viele Bürger wissen nicht, dass es ihn gibt oder haben ihn nicht auf dem Schirm.

Wegmann, Kauther und die zweite Vorsitzende Julia Bohlender hoffen deshalb auf viel Mund-zu Mund-Weitergabe und natürlich auf Presseberichte, die das Engagement der Bürgergemeinschaft in das Bewusstsein rücken.

Resonanz aus der Bevölkerung wird gebraucht: „Scheuen Sie sich nicht, anzurufen, wenn Sie unsere Unterstützung gebrauchen können“, betonen die drei Verantwortlichen.

Die umfangreiche Liste der Hilfsangebote wird ständig ergänzt. Wer einen Hilfebedarf hat, der nicht auf der Liste steht, kann sich dennoch melden – die Bürgergemeinschaft sucht passende Lösungen.

Eng kooperieren will man mit den bestehenden Institutionen wie Sozialstationen, Pflegestützpunkten oder mit Harald Nier, dem Leiter der Geschäftsstelle der Regionalen Pflegekonferenz des Kreises. Wegmann: „Wir wollen von Anderen lernen und die Anderen sollen genau wissen, was wir tun.“

Rollende Ausstellung „Hilfreiche Technik“

Ein weiteres Handlungsfeld ist die Information über Lösungsangebote für die alternde Gesellschaft: Der Vorstand hat beschlossen, dass in Kandel die sogenannte „Rollende Ausstellung“ durchgeführt werden soll.

Die Bürgergemeinschaft ist seit April 2016 Teil des Bundesmodellprogramms „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“. Das Programm eröffnet Wege, wie Betroffene so lange wie möglich im gewohnten Umfeld leben können.

Die rollende Ausstellung „Hilfereiche Technik“ des Forschungszentrums Karlsruhe (FZI) macht technische Hilfen erlebbar, die bei einer Demenzerkrankung, aber auch bei anderen Einschränkungen den Verbleib in den eigenen vier Wänden unterstützen können.

 

Rollende Ausstellung FZI

Die Ausstellung wurde bislang noch nicht im Kreis Germersheim gezeigt. Der Container (Foto) soll am 25. und 26. Juni voraussichtlich auf dem Parkplatz vor der Katholischen Kirche in in der Goethestraße aufgestellt werden.

Zeitgleich findet ganz in der Nähe auf dem Marktplatz und dem Plätzel der Kräuter- und Ölmarkt statt – Besucher können so beides miteinander verbinden.

Und wer die komischen Aspekte des ernsthaften Themas erleben möchte, kann sich in mehreren Kandeler Geschäften die Ausstellung „Demensch“ von Peter Gaymann ansehen.

Landrat Dr. Brechtel hat die Schirmherrschaft übernommen und spricht zur Eröffnung das Grußwort. (cli)

Kontakt:

Bürgergemeinschaft Kandel e.V.

Altes Rathaus, Hauptstraße 61, 76870 Kandel

Telefon: 07275-91 98 11

Fax: 07275 – 91 98 10

E-Mail: buergergemeinschaft-kandel@web.de

Spendenkonto: IBAN: DE 62 5485 1440 1000 6131 80

BIC: MALADE51KAD

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