
Wahllokal in Ungarn am 12. April 2026.
Foto: dts Nachrichtenagentur
Budapest – Bei der Parlamentswahl in Ungarn bereitet sich die Regierungspartei Fidesz von Ministerpräsident Viktor Orbán offenbar schon auf eine mögliche Niederlage und eine Anfechtung des Wahlergebnisses vor.
„Es werden fortlaufend Berichte über versuchte Wahlbetrügereien im Zusammenhang mit der Tisza-Partei eingereicht“, sagte Orbáns Sprecher Zoltan Kovacs am Sonntag.
Fidesz habe 639 Fälle von Wahlverstößen festgestellt, es gebe 74 laufenden Polizeiermittlungen. Dabei gehe es um Fälle, in denen Tisza-Kandidaten möglicherweise Stimmen gekauft haben, und Fälle, in denen Unternehmensvorstände Mitarbeiter unter Druck gesetzt haben, für Tisza zu stimmen.
Andere Berichte deuteten „auf irreführende Wahlkampfaktivitäten hin“. In einem Fall habe ein jüngeres Familienmitglied den Ausweis eines älteren Verwandten versteckt, um zu verhindern, dass er wählt, so Orbáns Sprecher.
In Umfragen lag die pro-europäische Tisza mit ihrem Spitzenkandidaten Péter Magyar zuletzt vorn. Die Wahllokale in Ungarn schließen um 19 Uhr, ein verlässlicher Trend ist aber oft erst Stunden später zu erkennen.
Magyar will laut Informationen der dts Nachrichtenagentur aber bereits um 19:30 Uhr das erste Mal vor seinen Anhängern in Budapest sprechen, für 22:30 Uhr ist ein zweiter Redeauftritt geplant. (dts Nachrichtenagentur)

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