Mendig/Haßloch. „Wir leben jetzt nicht 31 Jahre nach Tschernobyl, sondern wir leben 31 Jahre mit Tschernobyl!“ Mit diesen Worten begann Paul Neumann, Vorsitzender des Sprecherrates der Tschernobyl-Initiativen in Rheinland-Pfalz, seine Eröffnungsrede bei der Jahrestagung der Tschernobyl-Initiativen am vergangenen Wochenende in Mendig.
Gemeint waren insbesondere die Menschen im Süden von Weißrussland, wo vor fast 31 Jahren der Großteil des Fallouts nach dem größten Reaktorunglück in der zivilen Nutzung der Kernenergie niedergegangen war.
Auch mehr als drei Jahrzehnte danach leidet die Bevölkerung hier nach wie vor unter den Folgen. Inzwischen sind es die Kinder der damaligen Kinder, deren Immunsystem geschwächt ist, die eine verzögerte körperliche Entwicklung aufweisen und unter denen es auch immer wieder zu Missbildungen kommt und die Krebsrate wieder am Steigen ist. Zu ihrer Unterstützung und um die Erinnerung an diese durch einen menschlichen Fehler verursachte Katastrophe hochzuhalten – dafür engagiert sich der Verein „Tschernobyl mahnt“ e.V. mit Sitz in Haßloch, der in diesem Jahr sein 20jähriges Bestehen feiert.
Bei den zahlreichen Erholungsaufenthalten, die der Verein seit seiner Gründung durchgeführt hat, konnte immer wieder beobachtet werden, wie die Kinder hier richtig aufblühen und gesundheitlich gestärkt wieder nach Hause fahren.
Deshalb sollen sich auch in diesem Sommer wieder möglichst viele Tschernobyl-Kinder im Alter zwischen neun und 14 Jahren in der Pfalz erholen können. Nach einem ersten Aufruf hatten sich zwar bereits einige Gastfamilien gemeldet, aber es sind immer noch Plätze im Bus frei, sodass noch weiteren Kindern vom 1. bis 22. Juli 2017 ein Erholungsaufenthalt in der Pfalz ermöglicht werden könnte.
Für neu eingeladene Kinder entstehen den Gastfamilien keinerlei Kosten für Transport und Visum. Sie müssen „lediglich“ für die Unterbringung und Verpflegung der Kinder aufkommen, die über den Verein kranken-, unfall- und haftpflichtversichert sind.
Daneben besteht natürlich auch in diesem Jahr die Möglichkeit, Kinder zum wiederholen Male in die Pfalz einzuladen. In diesem Fall müssen die Gastfamilien jedoch die oben genannten Kosten übernehmen.
Während des dreiwöchigen Aufenthalts organisiert der Verein in der Regel dienstags und donnerstags ein Ausflugsprogramm für die Kinder, damit sie sich in regelmäßigen Abständen sehen und austauschen können. Den Gastfamilien stehen während des gesamten Aufenthalts eine deutschsprechende Betreuerin sowie die Verantwortlichen des Vereinsvorstands bei Fragen und Problemen zur Verfügung.
Für weitere Informationen kann man sich ab sofort an Karin Meier (Tel. 06341/948694) wenden. Der Anmeldeschluss für Gastfamilien ist auf den 6. April 2017 terminiert, da häufig noch Reisepässe erstellt und andere Formalitäten erledigt werden müssen.

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